22. Oktober 1943 - Catherine Deneuve wird geboren

Catherine Deneuve, französische Schauspielerin (Aufnahme von 2018)

22. Oktober 1943 - Catherine Deneuve wird geboren

Als "Belle de Jour" wird Catherine Deneuve 1967 weltberühmt. Die 23-jährige Französin wirkt wie die reine Unschuld - und spielt im Kultfilm von Luis Buñuel eine Großbürger-Gattin, die nachmittags im Bordell jobbt.

Ihre Ausstrahlung fasziniert viele Regisseure. "Catherine verfügt über etwas Träumerisches und eine Art geheimes Leben", sagt François Truffaut. "Bei jeder Rolle hat man das Gefühl, es gibt die Figur, die sie auf der Leinwand darstellt, und daneben andere Gedanken, die sie nicht ausdrückt."

Catherine Deneuve, frz. Schauspielerin (Geburtstag 22.10.1943)

WDR 2 Stichtag 22.10.2018 04:15 Min. Verfügbar bis 19.10.2028 WDR 2

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Erster Film mit 13 Jahren

Geboren wird die Tochter einer Schauspielerfamilie am 22. Oktober 1943 in Paris unter dem Namen Catherine Dorléac. Ihren ersten Film dreht sie bereits mit 13 Jahren. Ihren ersten Erfolg hat sie 1964 in der Musical-Romanze "Die Regenschirme von Cherbourg": herzzerreißend ihr Abschied vom Geliebten, der in den Krieg zieht.

Eine andere Seite zeigt sie in Roman Polanskis Psycho-Schocker "Ekel" (1965): Als labile Frau hat sie so panische Angst vor der Sexualität, dass sie im Wahn zur Mörderin wird. In "Das Geheimnis der falschen Braut" (1969) von Truffaut spielt sie eine Femme fatale, die Jean Paul Belmondo um Geld und Verstand bringt.

Affären und Kinder

Privat gibt Deneuve ebenfalls die Femme fatale. Sie bekommt früh einen Sohn von Roger Vadim, hat Affären unter anderem mit Buñuel, Truffaut und Marcello Mastroianni, dem Vater ihrer Tochter Chiara.

1980 feiert Deneuve mit Truffauts Besatzungs-Drama "Die letzte Metro" einer ihrer größten Erfolge. Sie spielt eine Theater-Leiterin, die ihren jüdischen Mann im Keller versteckt und sich in ihren Bühnen-Partner verliebt.

Sinn für Selbstironie

Elegant, verführerisch und unnahbar ist Deneuve in vielen Rollen. Im Alter beweist sie allerdings Sinn für Selbstironie: In der Komödie "Das Schmuckstück" (2010) spielt sie eine Industriellen-Gattin, die in einem unattraktiven Trainingsanzug durch den Wald trabt.

Catherine Deneuve hat sich stets als Feministin betrachtet und unter anderem 1971 das "Manifest der 343 Schlampen" unterzeichnet, die darin zugaben, abgetrieben zu haben. 2018 wiederum unterschreibt die Schauspielerin einen umstrittenen offenen Brief gegen die #MeToo-Debatte - und wird kritisiert.

Suche nach dem Moment

Catherine Deneuve sieht sich nicht als Teil der bourgeoisen Ordnung. "Insgesamt ergeben meine Rollen durchaus eine Suche. Eine permanente Selbstbefragung. Die Suche nach dem Gegenteil der Konvention", sagt sie. "Es geht um die Suche nach dem Moment, in dem man das Gefühl hat, wirklich gelebt zu haben."

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 22. Oktober 2018 ebenfalls an den Geburtstag von Catherine Deneuve. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 22.10.2018, 00:00