5. Oktober 1813 - Tod des Shawnee-Häuptlings Tecumseh

Tecumseh nach einer Zeichnung von Peter Lloyd

5. Oktober 1813 - Tod des Shawnee-Häuptlings Tecumseh

Von Kindheit an kennt Tecumseh, der "zum Sprung sich duckende Berglöwe", nichts Anderes als Kampf ums Überleben. 1768 am Scioto River in Ohio geboren, wird sein Stamm der Shawnees immer wieder von Milizen weißer Siedler oder von Soldaten vertrieben. Jedes Mal errichten die Shawnees ihr Dorf tiefer in der Wildnis des Westens und werden doch bald erneut in die Flucht geschlagen.

Tecumseh wächst zu einem mutigen und außergewöhnlich human denkenden Kämpfer heran. 1794 führt er eine Schar von Shawnee-Kriegern in die Schlacht bei Fallen Timbers, in der eine Föderation mehrerer Indianerstämme eine vernichtende Niederlage erleidet. Damit steht den expandierenden Vereinigten Staaten das Tor zum Nordwesten endgültig weit offen.

Shawnee-Häuptling Tecumseh in Schlacht getötet (05.10.1813)

WDR 2 Stichtag 05.10.2018 04:17 Min. Verfügbar bis 02.10.2028 WDR 2

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Brüchige Allianz der Stämme

Nach Fallen Timbers zieht Tecumseh durch das Land und trifft überall auf Stämme in Not. Von ihren Jagdgründen und Anbaugebieten vertrieben, breiten sich Krankheiten sich aus, Alkoholismus wird zum großen Problem. Politisch und strategisch weitsichtig entwickelt Tecumseh die Vision eines Indianerstaates, um die Existenz aller Stämme östlich des Mississippis unter einem Banner zu sichern.   

Der Shawnee-Häuptling gewinnt 30 Stämme für seinen Plan; Prophetstown in Illinois wird zum Zentrum der indianischen Allianz. 1811, während einer Reise Tecumsehs in den Süden, rückt Henry Harrison, Gouverneur des Indiana Territory und späterer US-Präsident, mit einer Armee an. In der Schlacht bei Tippecanoe schlägt er die Indianer vernichtend und lässt Prophetstown vollständig niederbrennen.

Tecumsehs Allianz ist nun massiv geschwächt. Die meisten Stämme erkennen nicht, dass sie nur vereint noch eine Chance gegen die weiße Übermacht haben. 1812 bricht der britisch-amerikanische Krieg aus, und Tecumseh stellt sich mit seinen verbliebenen Verbündeten auf die Seite der Briten.

Von den Briten im Stich gelassen

Anfangs hat das britisch-indianische Bündnis großen Erfolg. Als historische Folge der Siege wird Kanada kein Teil der USA. Das Glück wendet sich, als Generalmajor Henry Procter das Oberkommando erhält. Am 5. Oktober 1813 führt der militärisch unfähige Brite seine alliierten Truppen in die Schlacht am Thames River in Ontario.

Beim ersten Sturmangriff der US-Armee ergreifen die Briten, allen voran Procter, die Flucht und lassen ihre Verbündeten im Stich. Tecumseh, der Häuptling der Shawnee, wird im Kampf erschossen. Wenige Jahre nach seinem Tod beginnt sein Aufstieg zur amerikanischen Heldenlegende, bis heute verehrt als nationales Symbol für Mut, Kampfgeist und Weitsicht.

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Stand: 05.10.2018, 00:00