17. Oktober 1943 - Geburtstag von Christian Brückner

Christian Brückner

17. Oktober 1943 - Geburtstag von Christian Brückner

Mit der Stimme kann man Stimmungen erzeugen, Menschen, Berge, Tiere. Aber es ist nicht leicht. Das weiß der Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher Christian Brückner wie kaum ein Zweiter.

"Die Reduktion auf die Stimme ist natürlich ein wahnsinniger Prozess", sagt er einmal im Interview. Aber es sei trotzdem ein Vergnügen, nur mit der Stimme "Welten herstellen zu können".

Christian Brückner, Sprecher u. Schausp. (Geburtstag 17.10.1943)

WDR 2 Stichtag 17.10.2018 04:15 Min. Verfügbar bis 14.10.2028 WDR 2


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Die Stimme De Niros

Geboren wird Brückner am 17. Oktober 1943 als Sohn eines Toningenieurs im schlesischen Waldenburg. Seine Kindheit verbringt er in Köln, nach dem Abitur zieht er als Kriegsdienstverweigerer nach Berlin. Hier studiert er Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaften, belegt Schauspielkurse und nimmt Sprachunterricht. Parallel dazu sammelt er in einem Studentenkabarett Bühnenerfahrung und erhält erste Sprecherrollen beim Radio.

1967 erlebt Brückner als deutsche Stimme von Warren Beatty in der Gangsterballade "Bonnie und Clyde" seinen Durchbruch. Neun Jahre später wird er die Synchronstimme von Robert De Niro in "Taxi Driver" – wobei Regisseur Martin Scorsese ihn höchstpersönlich ausgewählt haben soll. Fortan leiht er De Niro in fast allen Filmen des US-Schauspielers seine Stimme. Daneben spricht er die deutschen Drehbuchtexte so unterschiedlicher Akteure wie Peter Fonda, Donald Sutherland oder Dennis Hopper. 1977 spielt er im Film "Anpassung an eine zerstörte Illusion" mit, später folgen Auftritte in diversen Serien-Krimis wie "Tatort" oder "Rosa Roth".

"The Voice"

Mit seiner modulationsfähigen, eher rauen und doch angenehmen Stimme, die ihm von der Presse den Spitznamen "The Voice“ einbringt, wird Brückner schon bald auch vom Hörspiel und vom Hörbuch entdeckt. Auch in Dokumentarfilmen wird er gern als Off-Sprecher eingesetzt. Vor allem seine Rolle in der Geschichtsdokumentation "Hitlers Helfer" (1997) bleibt hier in Erinnerung. Zu den von Brückner eingesprochenen Hörbüchern gehören unter anderem Frank McCourts "Die Asche meiner Mutter", Paolo Coelhos "Der Alchemist", Umberto Ecos "Das Foucaultsche Pendel" oder Herman Melvilles "Moby Dick".

Im Jahr 2000 gründet Brückner mit seiner Frau Waltraut den Hörbuchverlag "parlando", für den er Prosa und Lyrik, aber auch politische Literatur wie das "Kommunistische Manifest" einliest. 2015 wird "parlando" vom Agon Verlag übernommen. Bis heute ist das Ehepaar Brückner aber für die Programmgestaltung verantwortlich.

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Stichtag am 18.10.2018: Vor 200 Jahren: Gründung der Universität Bonn

Stand: 17.10.2018, 00:00