Erzbistum Paderborn droht mit Kita-Schließungen

  • 15 Millionen Euro Gewinn in 2018
  • Hohe Einnahmen durch Kirchensteuer
  • Erzbistum droht mit Kita-Schließungen

Das Erzbistum Paderborn sehe sich gezwungen, über die Schließung von Kitas nachzudenken, falls die Landesregierung bei ihrer Planung für das Kita-Finanzierungsgesetz bleibe. Das teilte das Bistum am Mittwoch (30.10.2019) bei der Vorstellung seines Finanzberichts mit.

Erzbistum kritisiert Kita-Finanzierungsgesetz

Die Kirchen seien an dem ersten Entwurf des Kita-Finanzierungsgesetzes nicht beteiligt worden, so Generalvikar Alfons Hardt. Er sagte: "Das gute Verhältnis nach Düsseldorf ist gestört." Die Folgen seien derzeit nicht abzusehen. Das Bistum müsse darüber nachdenken, Kitas zu schließen oder Einrichtungen abzugeben.

Erzbistum Paderborn zieht Jahresbilanz | Bildquelle: WDR/Jörn Haarmann

Mit dem Gesetz hat die Landesregierung im Frühjahr Änderungen auf den Weg gebracht, die für eine stabilere Kita-Finanzierung sorgen sollen. Außerdem sollen Kita-Plätze ausgebaut und Eltern entlastet werden. Kritiker bemängeln, dass die Unterfinanzierung und der Personalmangel dadurch nicht beseitigt würden. Zum Erzbistum Paderborn gehören über 500 Kindergärten mit 29.000 Plätzen, die das Bistum mit jeweils 1.200 Euro jährlich aus Kirchensteuern bezuschusst.

Kirchensteuern bringen die meisten Einnahmen

Das Erzbistum hat am Mittwoch seinen Finanzbericht vorgestellt. Demnach hat es 15 Millionen Euro Gewinn gemacht, genauso viel wie im Vorjahr 2017. Die Kirchensteuer mache laut des Berichts mit 432 Millionen Euro den Großteil der Einnahmen aus. Auf Grund der guten konjunkturellen Lage ist diese um mehr als fünf Prozent gestiegen.

Das Geld werde für die Caritas sowie für die mehr als 600 Kirchengemeinden und Kindertagestätten der Erzdiözese verwendet. Doch vor allem für Personal und die Instandhaltungen von Gebäuden musste das Erzbistum 2018 deutlich mehr Geld ausgeben als im Jahr davor.

Viele Kirchenaustritte durch Missbrauchsfälle

Mittelfristig erwartet das Erzbistum einen deutlichen Rückgang der Kirchensteureinnahmen. Denn die Zahl der Kirchenmitglieder sank 2018 um rund 26.000 auf knapp 1,5 Millionen Katholiken. Die zahlreichen Missbrauchssfälle haben großen Schaden angerichtet und somit viele Kirchenaustritte verursacht, sagte Generalvikar Alfons Hardt.

Künftig will das Erzbistum stärker sparen und kündigte an, die Zahl seiner rund 3.000 kirchlichen Gebäude verringern zu wollen.