Gebauer schließt Wechselunterricht an Schulen nicht aus

Gebauer schließt Wechselunterricht an Schulen nicht aus

Von Rainer Striewski

Wie geht's weiter mit den Schulen in NRW? Schulministerin Gebauer will vorerst am Distanzunterricht festhalten, schließt aber ein Wechselmodell nicht aus.

In NRW wird es bis Mitte Februar keinen Wechsel zurück zum Präsenzunterricht geben. Das stellte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) jetzt klar. "In allen Schulen und Schulformen wird der Unterricht bis zum 12. Februar weiterhin als Distanzunterricht erteilt."

Wechselunterricht nicht ausgeschlossen

Sobald die Corona-Pandemie es aber zulasse, müsse über mögliche Öffnungsschritte an den Schulen nachgedacht werden. Gebauer schloss dabei die Einführung eines Wechselmodells von Distanz- und Präsenzunterricht nicht aus. Denn sie bekannte auch: "Der Umstieg auf Distanzunterricht hat grundsätzlich gut funktioniert." Ihr Ziel sei es aber, so schnell wie möglich zum Präsenzunterricht zurückzukehren.

Nur wenige Ausnahmen vom Distanzunterricht

Ausnahmen vom Distanzunterricht gewährt das Schulministerium derzeit nur Schülerinnen und Schülern oder Auszubildenden, deren Prüfungen bereits Ende Februar anstehen. Gebauer betonte: "Allen Schülerinnen und Schülern, die jetzt vor einem Abschluss stehen, dürfen keine pandemiebedingten Nachteile entstehen."

Kein "Freischuss" bei Abschlussprüfungen

Forderungen nach einem "Freischuss" für Abiturientinnen und Abiturienten oder einem Durchschnittsabitur erteilte sie dabei eine klare Absage. Da alle Bundesländer verabredet hätten, die Noten aufgrund von Abschlussprüfungen zu vergeben, könnte der NRW-Abschluss dann nicht anerkannt werden. "Der Ruf des NRW-Abiturs wäre auf Jahre hinaus beschädigt", so die Ministerin.

Logineo-Plattform: "Läuft stabil"

Screenshot eines Kalenders auf Logineo NRW

Distanzunterricht mit Logineo

Gebauer verwies zudem auf den aus ihrer Sicht guten Start der Lernplattform "Logineo NRW". Derzeit nutzen laut Gebauer 2.302 Schulen in NRW das Logineo-Lernmanagement-System, 1.593 Schulen haben zudem das Messenger-Modul freigeschaltet.

Geteilte Reaktion auf anhaltende Schulschließungen

Der Verband "lehrer nrw" bezeichnete die Pläne der Schulministerin zwar als schmerzlich, aber richtig: "Ziel muss es sein, die Schulen nicht sofort für einige wenige, sondern ab dem 15. Februar für möglichst viele wieder zu öffnen", betont Sven Christoffer, Vorsitzender von "lehrer nrw".

Auch die Grünen halten die Aussetzung des Präsenzunterrichts für richtig, vermissen aber einen weiteren Plan. "Schulen und Schulträger müssen sich schon jetzt auf Wechselmodelle vorbereiten können. Ministerin Gebauer lässt derweil offen, ab welcher Inzidenz und unter welchen Bedingungen ein gestaffelter Präsenzbetrieb geplant ist", kritisierte Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion.

Die AfD bemängelte hingegen die "Konzentration auf Distanzunterricht". Damit würden den Kindern Bildungs- und Entfaltungsmöglichkeiten genommen, so Helmut Seifen, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion.

Stand: 26.01.2021, 18:27

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