Zwei männliche Hände halten einen negativen Corona-Schnelltest, rechts unten steht "Ihre Fragen zur Corona-Impfung"

Ihre Fragen: Warum kann ein Schnelltest negativ sein, obwohl man Symptome hat?

Stand: 12.04.2022, 16:39 Uhr

Wir beantworten Ihre Fragen zur Corona-Impfung. Hier: Warum kann ein Schnelltest negativ sein, obwohl man Symptome hat?

Dass ein Schnelltest negativ ausfällt, obwohl man Corona-Symptome hat, kann mehrere Gründe haben.

Ein Grund: Wer geimpft ist und sich trotzdem mit Corona infiziert, bei dem bekämpfen Antikörper das Virus schneller als bei einem Ungeimpften, der sich infiziert hat. Bedeutet: Das Virus vermehrt sich bei Geimpften langsamer. Dadurch ist es möglich, dass Geimpfte zwar schon Symptome zeigen, aber noch so wenig Viren im Rachenraum haben, dass ein Schnelltest oder Selbsttest negativ ausfällt. Denn ein solcher Antigentest reagiert nur auf eine größere Virenmenge.

Ein Schnelltest oder Selbsttest kann also nicht genau darüber Auskunft geben, ob man infiziert ist oder nicht - aber relativ genau, ob man gerade ansteckend ist oder nicht. Insofern ist ein Schnelltest oder Selbsttest vor einem Treffen sehr nützlich, vor allem, wenn man Erkältungssymptome hat.

Falls man sich tatsächlich infiziert haben und sich das Virus weiter im Körper vermehren sollte, kann sich das Test-Ergebnis allerdings innerhalb von wenigen Stunden ändern. Deswegen gilt: Bei Symptomen sollte man mehrfach Schnelltests oder Selbsttests machen, mindestens einmal täglich.

Studie: Nicht alle Schnelltests erkennen Omikron gut

Ein weiterer Grund, weshalb ein Schnelltest negativ ausfällt, obwohl man Corona mit Symptomen hat: Man hat sich mit der aktuell gängigen Omikron-Variante des Coronavirus infiziert. Und diese wird von Schnelltests offenbar nicht gut erkannt.

Zwar teilte das Paul-Ehrlich-Institut im Januar mit, dass die verfügbaren Schnelltests grundsätzlich auch gut auf Omikron reagieren. Eine Studie der Uni München vom Februar kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis: Dafür hatten Forscherinnen und Forscher um den Virologen Oliver Keppler die Leistungsfähigkeit von neun handelsüblichen Antigen-Schnelltests für die Erkennung einer Infektion mit der Omikron- und der Delta-Variante untersucht.

Die Bilanz: Acht der Tests vom Paul-Ehrlich-Institut, die bereits für frühere Varianten des Virus geprüft worden waren, wiesen eine Omikron-Infektion schlechter nach als eine Delta-Infektion.

Wer also ganz genau wissen will, ob er sich mit Corona infiziert hat, sollte einen PCR-Test machen lassen. Ein solcher ist für Menschen, die Corona-Symptome oder ein positives Schnelltest-Ergebnis haben, kostenlos. Trotzdem bekommt man einen PCR-Test auch dann nicht überall angeboten, weil die Testkapazitäten der Labore begrenzt sind.

Übrigens: Sowohl Schnelltests als auch Selbsttests sind in der Regel Antigentests - es sind nicht selten die gleichen medizinischen Produkte. Die Tests unterscheiden sich jedoch in der Durchführung. Anders als der Selbsttest, den man ohne Hilfe machen kann, wird ein Schnelltest von geschultem Personal durchgeführt.

Über dieses Thema berichtete am 22.12.2021 auch das "Morgenecho" bei WDR 5.

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