Zwei männliche Hände halten einen negativen Corona-Schnelltest, rechts unten steht "Ihre Fragen zur Corona-Impfung"

Warum kann ein Schnelltest negativ sein, obwohl man Symptome hat?

Stand: 29.11.2022, 13:56 Uhr

Wir beantworten Ihre Fragen zu Corona. Hier: Warum kann ein Schnelltest negativ sein, obwohl man Symptome hat?

Dass ein Schnelltest negativ ausfällt, obwohl man Corona-Symptome hat, kann mehrere Gründe haben.

Erster Grund: Wegen Impfung weniger Viren

Ein möglicher Grund: Wer geimpft ist und sich mit Corona infiziert, bei dem bekämpfen Antikörper das Virus schneller als bei einem ungeimpften Infizierten. Bedeutet: Das Virus vermehrt sich bei Geimpften langsamer.

Dadurch ist es möglich, dass Geimpfte zwar schon Symptome zeigen, aber noch so wenig Viren im Rachenraum haben, dass ein Schnelltest oder Selbsttest negativ ausfällt. Denn ein solcher Antigentest reagiert nur auf eine größere Virenmenge.

Schnelltest kann vor einem Treffen nützlich sein

Ein Schnelltest oder Selbsttest kann also nicht genau darüber Auskunft geben, ob man infiziert ist oder nicht - aber relativ genau, ob man gerade ansteckend ist oder nicht. Insofern ist ein Schnelltest oder Selbsttest vor einem Treffen sehr nützlich, vor allem, wenn man Erkältungssymptome hat.

Falls man sich tatsächlich infiziert hat und sich das Virus weiter im Körper vermehrt, kann sich das Test-Ergebnis allerdings innerhalb von wenigen Stunden ändern. Deswegen gilt: Bei Symptomen sollte man mehrfach Schnelltests oder Selbsttests machen, mindestens einmal täglich.

Zweiter Grund: Nicht alle Schnelltests erkennen Omikron gut

Ein weiterer möglicher Grund, weshalb ein Schnelltest negativ ausfällt, obwohl man Corona mit Symptomen hat: Man hat sich mit der aktuell gängigen Omikron-Variante des Coronavirus bzw. mit einer Omikron-Untervariante infiziert. Und diese wird von Schnelltests und Selbsttests offenbar nicht immer gut erkannt.

Zwar teilte das Paul-Ehrlich-Institut im Januar mit, dass die verfügbaren Antigentests grundsätzlich auch gut auf Omikron reagieren. Eine Studie der Uni München vom Februar kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis.

Dafür hatten Forscherinnen und Forscher um den Virologen Oliver Keppler die Leistungsfähigkeit von neun handelsüblichen Antigentests für die Erkennung einer Infektion mit der Omikron- und der Delta-Variante untersucht. Die Bilanz: Acht der Schnelltests wiesen eine Omikron-Infektion schlechter nach als eine Delta-Infektion.

Zuverlässiger als Schnelltests sind PCR-Tests

Wer also genau wissen will, ob er sich mit Corona infiziert hat, sollte einen PCR-Test machen lassen. Ein solcher ist für Menschen, die Corona-Symptome oder ein positives Schnelltest-Ergebnis haben, kostenlos. Trotzdem bekommt man einen PCR-Test auch dann nicht überall angeboten, weil die Testkapazitäten der Labore begrenzt sind.

Übrigens: Sowohl Schnelltests als auch Selbsttests sind in der Regel Antigentests - es sind oft dieselben medizinischen Produkte. Die Tests unterscheiden sich jedoch in der Durchführung. Anders als der Selbsttest, den man ohne Hilfe machen kann, wird ein Schnelltest - wie auch ein PCR-Test - von geschultem Personal durchgeführt.

Dritter Grund: Beim Test werden nicht genug Viren entnommen

Ein dritter möglicher Grund, weshalb ein Test negativ ausfällt, obwohl man mit Corona infiziert ist und Symptome hat: Bei der Probenentnahme des Tests werden nicht genug Viren entnommen, um sie nachzuweisen.

Gerade in Teststellen, wo das Personal zwar geschult sein muss, aber in der Regel kein medizinisches Fachpersonal arbeitet, fällt die Probenentnahme offenbar sehr unterschiedlich aus. Nicht selten wird mit den Wattestäbchen nicht genug Sekret über Rachen und Nase aufgenommen, sodass für den Test nicht genug Viren vorhanden sind und dieser dann negativ ausfällt.

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Christine Falk, gibt daher den Rat: "Mit dem Wattestäbchen sollte man am besten immer erst einen Abstrich im Rachen und dann in der Nase machen. Denn die Viren treten mal hier, mal dort vermehrt auf", sagte sie dem WDR. Mehr dazu unter diesem Link:

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Über dieses Thema berichteten am 22.12.2021 auch das "Morgenecho" bei WDR 5 und am 20.06.2022 die "Aktuelle Stunde" im WDR Fernsehen.

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