Ende der Maskenpflicht im Unterricht: Viele Fragen bleiben offen

Junge mit Maske und Käppi sitzt auf Schulhof und liest in einem Buch.

Ende der Maskenpflicht im Unterricht: Viele Fragen bleiben offen

Von Christina Höwelhans

Ab Dienstag endet an den weiterführenden und den berufsbildenden Schulen in NRW die Maskenpflicht im Unterricht. Die Ankündigung der Landesregierung hat in den Schulen viele Fragen aufgeworfen.

Die Maskenpflicht im Unterricht fällt ab September weg. Das hat die NRW-Landesregierung am Donnerstag bekanntgegeben. In den Schulen wirft das viele Fragen auf.

So schreibt etwa eine Düsseldorfer Schulleiterin in einer E-Mail an die Eltern, die dem WDR vorliegt, dass die Schulen bisher nur die Infos aus der Presse hätten. Für Montag seien weitere Hygienemaßnahmen angekündigt worden: "Wir sind gespannt, um welche Maßnahmen es sich dabei handelt."

Einheitliche Hygienevorschriften erarbeiten

Bund und Länder hatten am Donnerstag beschlossen, dass es bundesweit einheitliche Hygienevorschriften für den Schulbetrieb geben soll. Die Kultusministerkonferenz soll diese erarbeiten. 

Die Düsseldorfer Schulleiterin kündigt in ihrer Mail an, dass an ihrer Schule mindestens noch am Dienstag auch im Unterricht Masken getragen werden müssen, "um ein neues tragfähiges Konzept zu entwickeln, zu kommunizieren und umzusetzen." Also mindestens einen Tag länger als von der NRW-Landesregierung vorgegeben.

In einer WDR-Umfrage sagte Katharina, Schülerin aus Kerpen, dass auch an ihrer Schule vieles noch unklar sei. Nach der Info über das Ende der Maskenpflicht hätten die Schüler noch viele Fragen gehabt. Die habe die Lehrerin aber nicht beantworten können. Die 14-Jährige zeigte sich erleichtert, dass die Maskenpflicht im Unterricht wegfällt. Für die Pausen hält sie diese aber weiterhin für sinnvoll.

Immungeschwächte Mitschüler schützen

Doch nicht nur Schulleiter denken darüber nach, die Maskenpflicht im Unterricht weiterhin aufrecht zu erhalten. Es gibt auch Schüler, die freiwillig weiterhin Masken tragen wollen, um etwa auf Vorerkrankte Rücksicht zu nehmen.

Der 15-jährige Samuel berichtete dem WDR von einem Mitschüler in seiner Klasse, der eine Immunschwäche habe: "Deswegen tragen wir trotzdem lieber Masken, um ihn zu schützen", so der Kölner Schüler. Und der zwölfjährige Paul aus Meckenheim erzählte, in seiner Klasse hätten elf von 20 Kindern für das Tragen der Maske gestimmt.

"Ich war erst mal erleichtert, weil es schon sehr anstrengend ist, sechs Stunden mit Maske im Unterricht zu sitzen", meinte Jule aus Bergneustadt. Allerdings sieht sie auch die Gefahr, dass Abstand im Unterricht nur schwer einzuhalten sei. "Die Maske hat mir im Unterricht auch immer ein bisschen Sicherheit gegeben und ich glaube, ich würde sie auch freiwillig weiter tragen", so die 15-Jährige.

In Wuppertal hat Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) die Schüler dazu aufgerufen, nicht auf Masken zu verzichten. Der Grund: Experten des Gesundheitsamtes der Stadt finden das Tragen der Masken in Klassenräumen sinnvoll, zusammen mit regelmäßigem Lüften.

NRW ist – zumindest bislang – das einzige Bundesland, das wegen der Corona-Pandemie überhaupt eine Maskenpflicht im Unterricht eingeführt hat. Inzwischen denkt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) darüber nach - noch sind dort allerdings Ferien.

Stand: 30.08.2020, 10:00