Wann, wo und für wen gibt es die vierte Impfung?

Symbolbild: Covid-19-Impfstoff und -nadel vor Schriftzug "Omikron" und Modellen der Virus-Variante

Wann, wo und für wen gibt es die vierte Impfung?

Experten sind überzeugt: Auf die dritte Impfung gegen das Coronavirus folgt eine weitere. Piks Numero vier dürfte in Deutschland im Laufe des Jahres 2022 verabreicht werden. Fragen und Antworten.

Impfen, impfen - das ist die Devise im Kampf gegen das Coronavirus . Viele, aber beileibe noch nicht alle hierzulande, haben inzwischen ihre dritte Impfdosis erhalten. Doch längst ist von einer vierten Impfung die Rede, um die sich ausbreitende Omikron-Variante in den Griff zu bekommen.

Drei Monate nach der zweiten Corona-Impfung sollte man sich einen dritten Piks holen - das hatte unlängst die beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen. Ja - und dann?

Viele Ältere und Immunschwache haben im September oder Oktober ihre dritte Impfung bekommen. Sollten sie sich jetzt einen vierten Piks holen?

Man wisse nicht, wie lange der Booster-Schutz bei der Omikron-Variante anhalte, hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unlängst gesagt. Es sei nicht auszuschließen, dass der Impfschutz nicht allzu dauerhaft sei. Eine Empfehlung der Stiko dass sich nun Ältere, Immunschwache und gegebenenfalls andere in absehbarer Zeit ein viertes Mal wegen Omikron impfen lassen sollte, gibt es aber bislang nicht. Daher heißt es also vorerst: Abwarten.

Wird es denn in absehbarer Zeit spezifischen Omikron-Impfstoff geben?

Ja. Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet nach eigenen Angaben seit November an einem an Omikron angepassten Impfstoff. 180 Millionen Dosen davon haben die EU-Staaten geordert. Deutschland habe insgesamt 80 Millionen Dosen bestellt, die ab April oder Mai kämen, so Bundesgesundheitsminister Lauterbach. Auch Moderna-Impfstoff werde wieder beschafft.

Wo wird man sich dann mit dem Omikron-Impfstoff boostern lassen können?

Auch das steht noch nicht fest. Es ist aber davon auszugehen, dass dies wie gehabt bei Ärzten, in kommunalen Impfstellen und bald auch in Apotheken möglich sein wird.

Ist man denn mit den derzeit verwendeten Impfstoffen vor Omikron geschützt?

Schwer zu sagen, weil die Omikron-Variante sich rasant verbreitet und als heimtückisch gilt. Sehr wahrscheinlich kommt es mit den derzeit verwendeten Impfstoffen aber zumindest nicht zu schweren Krankheitverläufen. Von Biontech heißt es: Angesichts von Omikron kann bei zwei Impfdosen von einer vollständigen Impfung keine Rede mehr sein.

Wird vierte Corona-Impfung mit Grippe-Impfung verbunden?

Wenn nun der spezifische Omikron-Impfstoff grünes Licht von den Behörden bekommt, sprich: verimpft werden darf, muss es wieder eine Festlegung geben, wer zuerst geimpft wird: Die Älteren, immunschwache Menschen, medizinisches Personal? Genau dies wird beizeiten verkündet.

Der Deutsche Hausärzteverband rechnet mit einer weiteren Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus ab Sommer, spätestens ab Herbst 2022. Verbandschef Ulrich Weigeldt setzt auf eine Verbindung der vierten Corona-Impfung mit der Grippe-Impfung. Das würde den Schutz vor Corona in eine Routine überführen, hatte Weigeldt unlängst der "Bild"-Zeitung gesagt.

Gibt es schon Länder, in denen eine vierte Impfung möglich ist?

Israel ist da - mal wieder - den anderen Ländern einen Schritt voraus. Das Land der Impf-Weltmeister injiziert die zweite Booster-Dosis gegen das Coronavirus. Davon Gebrauch machen können immunschwache Menschen, über 60-Jährige sowie medizinisches Personal. Voraussetzung: Seit der dritten Impfung müssen mindestens vier Monate vergangen sein.

Inzwischen liegen erste Zwischenergebnisse einer Studie vor. "Wir sehen einen bestimmten Anstieg der Antikörper, aber der Anstieg ist nicht sehr beeindruckend", sagt Leiterin Gili Regev. Man sei kurz nach der vierten Impfung wieder auf demselben Antikörper-Stand wie kurz nach der dritten. Sie sei zwar froh, dass man gefährdeten Bevölkerungsgruppen die vierte Dosis gebe. "Aber ich bin mir wirklich nicht sicher, ob man sie nun allen geben sollte. Wir brauchen noch mehr Informationen."

Stand: 05.01.2022, 19:47