Intensivpfleger zu #allesdichtmachen: "Ich bin maximal enttäuscht"

Intensivpfleger zu #allesdichtmachen: "Ich bin maximal enttäuscht"

Mit der Aktion #allesdichtmachen kritisieren rund 50 Prominente auf ironische Art die Corona-Maßnahmen. Wir haben einen Kölner Intensivpfleger um eine Reaktion gebeten.

Die Aktion #allesdichtmachen sorgt für hitzige Diskussionen: Es gibt viel Kritik, aber auch Unterstützung. Viele beteiligte Promis haben sich distanziert, die Internetseite existiert nicht mehr. Wie blicken diejenigen darauf, die seit Monaten in den Krankenhäusern gegen die Corona-Pandemie kämpfen und versuchen, Leben zu retten?

Der 29-jährige Dominik Stark, Intensivpflegekraft in Fachweiterbildung an der Uniklinik Köln, hat für den WDR in einem kurzen Video auf die Aktion reagiert - er kam gerade vom Frühdienst.

Intensivpfleger kritisiert: "völlig unpassender Zeitpunkt"

Dominik Stark sagt: "Die Intensivstationen sind gerade maximal ausgelastet und wir haben sehr, sehr viel zu tun. Und dann habe ich diesen Hashtag gesehen [...] und bin maximal enttäuscht darüber.

Wir befinden uns in einer dritten Welle, die ziemlich impulsiv ist [...]. Tagtäglich sehen wir Pflegekräfte und Mediziner in den Medien, die darüber berichten, wie ausgelastet sie sind und wieviel Kraft das eigentlich alles kostet. [...] Deswegen kann ich die Aktion so nicht nachvollziehen und finde sie einfach zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt gewählt."

Stark hat Verständnis für Angst und Not in der Kulturbranche - hält diese Aktion aber für den falschen Weg.

Schauspieler Florian David Fitz solidarisiert sich mit Pflegekräften

Auch andere Pflegekräfte äußern Irritation und Enttäuschung über die Aktion. Der Schauspieler Florian David Fitz scheint die Ansicht ebenfalls zu teilen: Er solidarisierte sich in einem Instagram-Post mit der Pflege und benutzte die Hashtags #ichsagmallieber #danke.

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Stand: 23.04.2021, 20:39