Große Abiparties erlaubt - aber ohne Familie 

Stand: 26.06.2020, 10:38 Uhr

  • Landesregierung lässt Abiparties doch zu 
  • Große Feiern nur innerhalb der Schülerschaft
  • Feiern mit Gästen auf 50 Teilnehmer begrenzt
  • Enttäuschung bei Schülern zum Teil groß 

Der Abijahrgang 2020 beendet seine Schulzeit viel schlichter als geplant. "Eine Abifeier im klassischen Sinn gibt es nicht, gestern hätte eigentlich unser Abiball stattfinden sollen. Der ist aber ausgefallen, es ist kein schöner Abschluss", sagt Lasse Mink.  

Der Kölner Abiturient bekommt erst am Freitag (26.06.2020) sein Abizeugnis überreicht. Eventuell werden die Zeugnisse nicht gleichzeitig an alle vergeben, sondern vermutlich wird der Jahrgang in mehrere Gruppen unterteilt, die dann nacheinander die Dokumente überreicht bekommen. Wie das im Detail stattfinden soll, ist noch unklar. Zu oft haben sich in den vergangenen Tagen Vorgaben wieder geändert und damit auch die Planungen. 

Landesregierung hat neue Regeln erlassen 

Auch die neue Lockerung der Corona-Regeln durch die Landesregierung tröstet Lasse Mink nicht. Wenn Schüler außerhalb der Schule feiern möchten, dann ist das zwar möglich - auch mit mehr als 50 Schülern und ohne Mindestabstand und Mund-Nasen-Bedeckung, sofern Hygieneregeln eingehalten werden und die Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.

Dabei müssen die Jahrgänge aber unter sich bleiben - und sogar ohne Lehrer. Klassische Abipartys und Abibälle mit Verwandten, Freunden und Lehrern können nicht stattfinden, denn an solchen Feiern dürften höchstens 50 Personen teilnehmen. So regelt es die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW.

Auch für die Eltern ist das eine schwierige Situation 

Auch viele Mütter und Väter haben sich auf die Abschlussfeiern gefreut. Es gehört ja schließlich dazu, dass die Eltern zunächst die i-Dötzchen mit einer Schultüte ausstatten, um sie dann nach zwölf, dreizehn, oder in Einzelfällen auch mehr Jahren, zu ihrer Abschlussfeier zu begleiten.

"Es ist einfach nur eine Zeugnisübergabe, das ist schade. Irgendwie ist das keine richtige Verabschiedung aus der Schule", sagt Hans-Jürgen Köhnen. Dessen Tochter Jana freut sich, dass es zumindest eine kleine Feier an ihrer Schule in Köln-Zollstock geben soll, aber "ohne Eltern und Freunde, das macht mich sehr traurig".

In einer früheren Version dieses Textes hieß es, dass an allen Abschlussfeiern außerhalb der Schule nur maximal 50 Personen teilnehmen dürften - also auch bei reinen Schüler-Feiern. Diesen Fehler haben wir korrigiert - und bitten dafür um Entschuldigung.

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