8. April 1960 - Projekt "OZMA" sucht nach außerirdischem Leben

Howard E. Tatel Radio Telescope

8. April 1960 - Projekt "OZMA" sucht nach außerirdischem Leben

1931 fängt der US-Physiker Karl Guthe Jansky nicht identifizierbare Radiosignale aus dem Weltall ein. Nach monatelanger Suche ortet er ihren Ursprung im Zentrum der Milchstraße. So wird Jansky zum Begründer der Radioastronomie.

Von nun an lauschen immer mehr Astronomen in den Kosmos, um Antworten auf eine schon in der Antike gestellte Frage zu finden: Sind wir Erdbewohner die einzigen Lebewesen im All oder gibt es irgendwo dort draußen Beweise für eine außerirdische Intelligenz?

Das Projekt OZMA startet (am 08.04.1960.)

WDR 2 Stichtag 08.04.2020 04:16 Min. Verfügbar bis 06.04.2030 WDR 2

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Das Projekt "OZMA", das am 8. April 1960 mit der Inbetriebnahme eines Radioteleskops in West Virginia beginnt, soll Antworten bringen.

Benannt nach einem Kinderbuch

Geleitet wird "OZMA" vom Harvard-Astronomen Frank Drake. Mit acht Jahren erzählt ihm sein Vater, dass es im Weltall Orte wie die Erde gibt: Seitdem ist er von der Vorstellung fasziniert.

Während seines Studiums wird Drake klar, dass man Signale von Bewohnern dieser anderen Erden – intelligente hochfrequente Muster – mit Radioteleskopen aus einem Salat aus Rauschen herausfiltern können müsste. Das ist der Anfang von allem.

Kaum hat das Team ihr Radioteleskop in West Virginia 1960 auf vier Sterne in der Nachbarschaft unseres Sonnensystems ausgerichtet, wird das erste Signal aufgefangen. "Alle fragten sich erstaunt: Sollte es wirklich so einfach sein?", erinnert sich Drake. Natürlich ist es das nicht: Ein Flugzeug wird als Urheber der Radiowellen entlarvt.

Wild wuchernde Alien-Suche

Während des Wettlaufs ins All gegen die UdSSR ist den USA jedes neue Projekt willkommen, um nach Botschaften technologischer Zivilisationen im Kosmos zu fahnden. Neben "OZMA" kommen weitere hinzu.

Finanziell von der Regierung und der NASA gefördert, forschen etliche Institute unkoordiniert nebeneinander. Mehr als die Hälfte der Mittel versickert in der Bürokratie.

Frank Drake initiiert deshalb einen gemeinnützigen, unabhängigen Verein, der alle Gelder verwalten und zielgerichtet verteilen soll. Im November 1984 wird die Gründung in Kalifornien amtlich beglaubigt. Damit ist "Search for Extraterrestrial Intelligence" (SETI) geboren, das bis heute existiert.

Drake ist inzwischen 89 Jahre alt. Und er horcht immer noch ins All hinaus.

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 8. April 2020 ebenfalls an das OZMA-Projekt. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 08.04.2020, 00:00