24. April 1940 - Tesa als Marke registriert

Tesa-Film

24. April 1940 - Tesa als Marke registriert

Er ist der unsichtbare Halt von Geschenkverpackungen, lässt zerrissene Seiten wieder wie neu erscheinen, dient Millionen Kindern als Bastelhelfer und eignet sich sogar als Datenspeicher: der transparente Klebefilm. In Deutschland ist dieser besser bekannt als Tesa. Rund 98 Prozent kennen die Marke, die so erfolgreich ist, dass ihr Name heute für eine ganze Produktgattung steht.

Tesa als Marke registriert (am 24.04.1940)

WDR 2 Stichtag 24.04.2020 04:14 Min. Verfügbar bis 22.04.2030 WDR 2

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Dabei ist der Tesafilm eigentlich ein Zufallsprodukt. Der Apotheker Paul Beiersdorf will um 1880 ein selbstklebendes Pflaster als Alternative zu den umständlichen Wickelverbänden herstellen. Dieses klebt allerdings so gut, dass es nicht mehr von der Haut geht. Eingeführt wird das Produkt dennoch - als technisches Klebeband zum Flicken von Fahrradschläuchen.

Über Zahnpasta und Wurst zum Erfolg

Bis daraus der bekannte Klebefilm wird, dauert es aber. Erstmal wird der Name erfunden: Elsa Tesmer, eine Sekretärin bei Beiersdorf, kommt 1906 auf die Idee, die letzten zwei Buchstaben ihres Vornamens mit den ersten beiden ihres Nachnamens zu kombinieren. Zunächst dient der Name Tesa einer Patent-Tube für Zahnpasta, später bezeichnet er eine künstliche Wurstpelle. Beide Produkte sind wenig erfolgreich.

Erst im Jahr 1935 kommt Schwung in die Firma. Beiersdorf bringt den transparenten "Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm" fürs Büro auf den Markt. Der geschäftstüchtige Mitarbeiter Hugo Kirchberg benennt diesen ein Jahr später in "tesa-Klebefilm" um und legt damit den Grundstein für den Erfolg der Marke.

Durchbruch mit praktischem Abroller

Der eigentliche Tesa-Siegeszug beginnt aber erst, als Kirchberg zum Klebefilm auch einen praktischen Tischabroller erfindet, mit dem der Tesafilm abgerollt, abgetrennt und aufbewahrt werden kann. Am 24. April 1940 wird Tesa als Marke registriert. Darunter verkauft der Beiersdorf-Konzern all seine selbstklebenden Produkte. Den Anfang machen neben dem Tesafilm das Tesakrepp (das bekannte, gelbe Malerband) und Tesamoll (Isolierklebstreifen aus Kunstschaumstoff).

Heute führt die Firma insgesamt rund 7.000 Produkte für Industriekunden und Endverbraucher: Fliegengitter, Post-its, doppeltes Klebeband, Power Strips - der Klassiker aber bleibt der Tesafilm.

Film, Verbindungsschicht, Kleber

Doch wie funktioniert das Kultklebeband eigentlich? Das Geheimnis seines Erfolgs liegt in den beiden unterschiedlichen Seiten: Die eine hat eine Verbindungsschicht, an der der Kleber haftet. Die andere ist sehr glatt und weist den Kleber ab. So lässt sich der Film leicht von der Rolle lösen.

Programmtipps:

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Stand: 24.04.2020, 00:00