8. Juli 1947 - Dementierung der Ufo-Funde in Roswell

Gemalt: Der UFO-Fund in New Mexico

8. Juli 1947 - Dementierung der Ufo-Funde in Roswell

1947 stürzte in Roswell, einem verschlafenen Nest und Atombomber-Stützpunkt mitten in der Wüste des US-Bundesstaats New Mexico, ein Ufo ab. Geheimdienstoffizier Jesse Marcel erhält den Auftrag, den spektakulären Vorfall aufzuklären. Aber seine Dienststelle behindert ihn immer wieder und fordert ihn auf, zu behaupten, es sei ein Wetterballon gewesen.

So jedenfalls schildert es der Mystery-Film "Visitors - Besucher aus einer anderen Welt", der 1994 ins US-Fernsehen kommt. Er basiert auf dem Buch "Ufo Crash at Roswell" von Kevin D. Randle und Donald R. Schmitt, das sie Spekulationen um den sogenannten Roswell-Zwischenfall drei Jahre zuvor wieder heftig anheizt.

Tatsache ist, dass ein Farmer im Juni 1947 in einer Gegend 50 Meilen im Norden der Kleinstadt Trümmerteile findet und der örtlichen Polizeistelle mehrere Wochen später darüber berichtet. Daraus machen die Medien die Meldung, die US-Armee habe sie über den Fund einer "flying disc" informiert, die sich nun in ihrem Besitz befinde.

UFO-Fund in Roswell wird dementiert (am 08.07.1947)

WDR ZeitZeichen | 08.07.2017 | 14:57 Min.

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Konsistenz von Reptilien?

Die Meldung von der "fliegenden Untertasse" macht am 8. Juli 1947 die Runde. Noch am selben Tag dementiert die Pressestelle des Militärs. Auf einer Pressekonferenz präsentiert der zuständige General Ramey Trümmerteile und behauptet, sie stammen von einem Wetterballon. Das ist, aus heutiger Sicht, wohl nachweislich falsch. Trotzdem wächst zunächst Gras über die Roswell-Sache.

Die Art und Weise, wie die US-Armee versucht hat, den Vorfall zu vertuschen, bringt in den 1970er-Jahren Sensationsreporter auf den Plan. Sie graben Zeugen aus, die von einem organischen Raumschiff und Alien-Piloten erzählen. Der Ex-Nasa-Mitarbeiter Clark McClelland behauptet, sogar Atomraketenentwickler Wernher von Braun sei vor Ort irritiert von den extrem dünnen und reißfesten Trümmern gewesen. Die in Roswell "geborgenen Leichen waren klein, zerbrechlich und hatten große Köpfe", habe von Braun ihm gesagt. "Die Haut war grau und hatte die Konsistenz von Reptilien."

Deckname "Mogul"

Schließlich wird auch den US-Behörden der Fall zu bunt. In den 1990er-Jahren ordnen sie eine Auswertung der Archivmaterialien an. Der erste Bericht belegt, dass es sich bei dem Fund von Roswell um die Überreste eines streng geheimen Militärprojekts mit dem Decknamen "Mogul" gehandelt hat, mit dessen Hilfe die USA zu Beginn des Kalten Krieges mittels eines Stratosphärenballons oder eines Ballonsystems russische Raketen aufzuspüren hoffte. Das Projekt soll geheimer als die Entwicklung der Atombombe selbst gewesen sein.

Echte Ufo-Fans überzeugt diese Erklärung bis heute nicht. Sie errichten in Roswell ein Museum für fliegende Untertassen und feiern jedes Jahr im Sommer ein Ufo-Festival. Auch im Juli 2017, zum 70. Jahrestag.

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Stand: 08.07.2017, 00:00