26. März 1944 - Geburtstag der Soul- und Disco-Sängerin Diana Ross

Diana Ross, 2017

26. März 1944 - Geburtstag der Soul- und Disco-Sängerin Diana Ross

Am 21. Juli 1983 sitzt Diana Ross auf den Treppenstufen einer gigantischen Bühne inmitten des New Yorker Central Parks. Noch ist alles ruhig. Aber später wird die Soul- und Disco-Sängerin dieses Konzert vor 1,2 Millionen Zuschauern als den Höhepunkt ihrer Karriere bezeichnen. Jahrelang hat sie für diesen Auftritt gekämpft, hart mit der Stadt New York verhandelt.

Diana Ross, Sängerin (Geburtstag 26.03.1944)

WDR 2 Stichtag 26.03.2019 04:16 Min. Verfügbar bis 23.03.2029 WDR 2

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Während sich die Massen durch den Park schieben, durchlebt sie hinter verschlossener Wohnwagentür die Hölle. "Es ist hart. Als Berühmtheit bist du viel allein. Du trittst vor Millionen von Menschen auf, dann gehst du nach Hause und bist allein", sagt sie einmal.

Im Garderobenspiegel sieht sie keinen gefeierten Weltstar, sondern Diane Ernestine Earl Ross, die am 26. März 1944 in Detroit geboren wird.

Im Wohnzimmer dreht sich der Plattenteller

5736 St Antoine, das ist der Wohnblock, in dem Diane aufwächst. Während ihre Mutter wäscht, putzt und den sechs Kindern Tüchtigkeit und Stolz beibringt, dreht sich der Plattenteller im engen Wohnzimmer unermüdlich.

The Supremes: Diana Ross, Florence Ballard, Mary Wilson

The Supremes: Diana Ross, Florence Ballard, Mary Wilson

Wenn Diane singt, verstummen die anderen. Als sie mit ihren Freundinnen Florence Ballard und Mary Wilson die Girlband The Primettes gründet, wird sie im ganzen Viertel bekannt. Ein Nachbar vermittelt ihnen ein Vorsingen bei Berry Gordy, dem Gründer des jungen Motown-Labels.

Gordy macht die Primettes zu den Supremes und Diane zu Diana. Mit Songs wie "Stop! In the Name of Love!" (1965) und "You can't hurry Love" (1966) werden die drei Frauen zur erfolgreichsten Girlgroup aller Zeiten.

Diana Ross duldet keine Tiefschläge

1970 landet Diana Ross mit "Ain't no Mountain high enough" ihren ersten Solo-Hit, weitere folgen. Als sie am 21. Juli 1983 im Central Park auf die Bühne geht, gilt Diana Ross längst als Weltstar, der mit Improvisationstalent glänzt.

Das Konzert gehört fest in den Kanon der Musikgeschichte: Wegen eines Unwetters muss es abgebrochen werden, doch Diana Ross spielt am nächsten Tag weiter. Die Aufzeichnung des Konzertwochenendes wird als "Diana Ross – Her Life, Love and Legacy" 2019 in den Kinos gezeigt.

Der Auftritt hat Symbolkraft für eine Frau, die keine Tiefschläge duldet. Trotz Trennungen, Alkoholproblemen, öffentlichen Eskapaden und Anfeindungen steht sie immer wieder strahlend auf der Bühne – bis heute. 2012 bekommt sie den Grammy für ihr Lebenswerk, bei der Verleihung 2019 wird sie als eine der "einflussreichsten Musikerinnen aller Zeiten, als Ikone" geehrt.

Diana Ross: Die Diva, die einen Musikstil prägt

Sie ist die Soul-Diva, die mit Stimme, Glitzer und Glamour vor allem die Musik der 60er und 70er Jahre prägte. Die Leadsängerin der Supremes feiert am 26. März 2019 ihren 75. Geburtstag.

Diana Ross als junge Frau in schwarz-weiß

Geboren wird Diana Ernestine Earle Ross in einem Ghetto in Detroit, Michigan. Schon als Kind nimmt die Musik einen großen Teil ihres Lebens ein. Sie ist Chormitglied in der örtlichen Baptistengemeinde und ergreift auch sonst die Initiative. Ende der 50er Jahre gründet sie zusammen mit Schulfreundinnen die "Primettes". Der Grundstein ihrer großen Karriere ist damit gelegt.

Geboren wird Diana Ernestine Earle Ross in einem Ghetto in Detroit, Michigan. Schon als Kind nimmt die Musik einen großen Teil ihres Lebens ein. Sie ist Chormitglied in der örtlichen Baptistengemeinde und ergreift auch sonst die Initiative. Ende der 50er Jahre gründet sie zusammen mit Schulfreundinnen die "Primettes". Der Grundstein ihrer großen Karriere ist damit gelegt.

1961 werden Diana Ross und zwei ihrer Freundinnen von Berry Gordy, einem Produzenten der Schallplattenfirma "Motown", entdeckt. "The Supremes" sind geboren! Die ersten Lieder der Girl-Group sind zwar kein Erfolg, doch dann kommt "Where did our love go". Der Song klettert auf Platz 1 der amerikanischen Charts. 1967 verlässt Florence Ballard die Supremes. Cindy Birdsong (rechts im Bild) steht nun neben Diana Ross und Mary Wilson (m.) auf der Bühne.

"Diana Ross & the Supremes" – so nennt sich die Band seit 1967, weil Diana inzwischen eindeutig die Hauptrolle der Gruppe eingenommen hat. Die Mädels sind weltweit erfolgreich. Hier posieren sie zusammen mit Paul McCartney in London 1968. Mit auffällig ähnlichen Frisuren …

Ab sofort ist sie solo unterwegs: Zwischen 1970 und 1980 landet Diana Ross zum Beispiel mit "Touch me in the morning" oder "Do you know where you’re going to" einen Hit nach dem anderen. Auch als Schauspielerin ist Diana Ross inzwischen aktiv. Für ihre Rolle als "Billie Holiday" (Foto) wird sie sogar für den Oscar nominiert.

Was für ein Auftritt im Partnerlook! 1981 zeigt der amerikanische Fernsehsender CBS ein "Diana Ross Special". Der Höhepunkt der Show dürfte die gemeinsame Performance mit Michael Jackson gewesen sein. In seiner "Moonwalk"-Biografie schreibt der "King of Pop" später: "Ich bin verrückt nach ihr. Sie war meine Mutter, meine Geliebte, meine Schwester. Alles in einer Person vereint."

Auch in Deutschland ist Diana Ross zu Gast. 1982 tritt sie in der Alten Oper in Frankfurt auf und besticht durch Stimme und Erscheinung.

Wer freut sich nicht über Glückwünsche von dieser Frau? 1982 gewinnt Keke Rosberg die Formel-1-Weltmeisterschaft. Diana Ross scheint sich bei der Siegerehrung in Las Vegas mindestens genauso zu freuen wie der Renn-Champion.

In Romainmotier (Schweiz) sagt sie zum zweiten Mal "Ja". 1986 heiratet Diana Ross dort den norwegischen Reeder Arne Næss. Die Ehe, aus der zwei Söhne hervorgehen, hält insgesamt knapp 15 Jahre.

Diana Ross bei einem Auftritt in den 90er Jahren. Mit Plattenverkäufen kann sie zu dieser Zeit nicht mehr die ganz großen Erfolge feiern – das sieht auf der Bühne anders aus.

1993 steht Diana Ross wieder vor der Kamera. In "Out Of Darkness" spielt sie eine ehemalige Medizinstudentin, die aus heiterem Himmel an einer schweren Schizophrenie erkrankt.

Küss' die Hand: Jedes Jahr gibt Clive Davis eine Party im Vorfeld der Grammy-Verleihung. 2005 ist auch Diana Ross mit dabei. Insgesamt wird sie in ihrer Karriere zwölfmal für den wichtigsten Musikpreis der Branche nominiert.

2007 wird Diana Ross mit dem "Kennedy-Preis" für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Das Bild zeigt sie während der Feierlichkeiten zusammen mit der Sängerin Jordin Sparks.

Sie ist stolz auf ihre beiden Söhne und bringt 2008 Arne (l.) und Evan mit nach Oslo. Dort gibt die Sängerin damals im Rahmen der Verleihung der Nobel-Preise ein Konzert.

In Alltags-Klamotten macht sich Diana Ross auf in den Supermarkt. Der Kühlschrank füllt sich ja schließlich nicht von alleine.

Stolz wie … Grammy, natürlich! 2012 erhält sie den Musikpreis als Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Die große Freude darüber ist Diana Ross ins Gesicht geschrieben.

Eine Umarmung vom Präsidenten persönlich erhält Diana Ross beim Weihnachtskonzert in Washington 2012 und scheint dabei den Geschmack von Barack Obama getroffen zu haben.

Sie ist und bleibt eine Diva, die den großen Auftritt liebt. Bis heute gehört Diana Ross zu den erfolgreichsten amerikanischen Sängerinnen der Musikgeschichte.

Bei einem Konzert in New York im März 2019 gibt es allerdings einen Zwischenfall. Ein Fan versuchte, die Sängerin mit dem Finger anzustupsen und ihre Tüll-Boa zu begrapschen. Der Disco-Diva gefällt das so gar nicht, sie schlägt zurück. Kurz nach dem Auftritt ist ihre Wut allerdings schon wieder verflogen, auf Instagram schreibt sie: "Es war wirklich ein schöner Moment in NY, es war ein Moment der Nähe und Berührung, total liebevoll. Ich wurde nicht getroffen oder verletzt. Eine wirklich lustige Nacht!"

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 26. März 2019 ebenfalls an Diana Ross. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

Stichtag am 27.03.2019: Vor 5 Jahren: Nach Twitter verbietet die Türkei auch YouTube

Stand: 26.03.2019, 00:00