Leverkusens großer Kampf gegen Inter wird nicht belohnt

Thorsten Rosenberg

Bayer Leverkusen ist im Viertelfinale der Europa League ausgeschieden. Die aufopferungsvoll kämpfende Elf von Trainer Peter Bosz musste sich letztlich der individuellen Klasse von Inter Mailand geschlagen geben.

Bei hochsommerlichen Temperaturen in Düsseldorf - einer der Austragungsorte des Finalturnieres in NRW - schenkten sich beide Teams nichts und sorgten für ein unterhaltsames und umkämpftes Fußballspiel. Doch am Ende hatten die Italiener beim 2:1 (2:1) am Montagabend das bessere Ende für sich und zogen verdient in das Halbfinale der Europa League ein.

Eine Hiobsbotschaft gab es für Bayer-Trainer Peter Bosz kurz vor Anpfif. Innenverteidiger Sven Bender musste mit muskulären Problemen passen und wurde durch Jonathan Tah ersetzt. Trainer Peter Bosz nahm zudem zwei weitere Veränderungen in seiner Startelf im Vergleich zum 1:0 im Achtelfinal-Rückspiel gegen die Glasgow Rangers vor. Im defensiven Mittelfeld ersetzte Julian Baumgartlinger den gelbgesperrten Charles Aránguiz. In der Offensive kam Kerem Demirbay anstelle von Florian Wirtz von Beginn an zum Einsatz.

Intensive Anfangsphase

Die Anfangsphase hatte es in sich. Beide Teams gingen mit hoher Intensität und Aggressivität zu Werke. Die erste Chance ergab sich nach 15 Minuten – und sie führte direkt zum 1:0 für die Italiener. Inters Torpstürmer Romelu Lukaku kam im Leverkusener Strafraum zwar nicht zu einem gefährlichen Abschluss, doch der von Daley Sinkgraven abgeblockte Ball landete bei Nicolo Barella, der aus 18 Metern aus zentraler Position mit dem rechten Außenrist in die linke untere Torecke einnetzte.

Auf Barellas Führungstor folgte Lukakus 0:2

Nun ging es Schlag auf Schlag. Kurz darauf hatte Barella die Chance zu seinem zweiten Treffer, doch sein Schuss wurde abgeblockt. Dann zeigte Lukaku seine ganze Klasse. Im Strafraum setzte der bullige Stürmer seinen ganzen Körper im Zweikampf gegen Edmond Tapsoba ein und schob den Ball zum zweiten Mailänder Treffer ein (21.).

Hoffnung nach Havertz-Tor

Nur kurze Zeit später hätte Lukaku erhöhen können, doch der Abschluss nach seinem Sololauf von der Mittellinie konnte Keeper Lukas Hradecky parieren. Leverkusen drohte nun auseinanderzufallen, doch die Bosz-Elf schöpfte nur eine Minute später wieder Hoffnung. Ein gelungenes Zusammenspiel mit Kevin Volland verwandelte Kai Havertz trocken aus sechs Metern zum 1:2-Anschlusstreffer (24.).

Schrecksekunde nach Elfmeterpfiff

Doch nur eine Minute die nächste Schrecksekunde für Bayer, als Sinkgraven im eigenen Strafraum den Ball an den Arm bekam. Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande aus Spanien pfiff Elfmeter - doch nach einem Hinweis des Videoassistenten überprüfte er die Szene noch einmal am Monitor, entschied auf nicht absichtliches Handspiel und nahm die Elfmeterentscheidung zurück.

Inter blieb das reifere Team, doch die Leverkusener schafften in der weiter sehr intensiven und unterhaltsamen Partie, die Norditaliener vor dem eigenen Tor fernzuhalten. Bis zum Pausenpfiff ergaben sich keine nennenswerten Chancen mehr.

Bayer kämpft und verliert gegen Inter Mailand Sportschau 10.08.2020 00:44 Min. Verfügbar bis 10.08.2021 ARD

Nach dem Wechsel setzte Mailand die Rheinländer sofort wieder unter Druck und sorgte bereits in den ersten zehn Minuten für gefährliche Situationen vor dem von Hradecky gehüteten Tor. Doch auch wenn Inter dem dritten Tor näher war als Bayer dem Ausgleich: Die Bosz-Elf fightete, bemühte sich um Offensivaktionen und blieb im Spiel.

Inter auch weiterhin mit den besseren Chancen

Inter blieb aber gefährlicher. Musste beispielsweise Hradecky gegen Alexis Sanchez Kopf und Kragen riskieren (67.), hatte kurz zuvor Mailands Torwart Samir Handanovic mit dem Parieren eines Fernschusses von Kerem Demirbay eher wenig Probleme. Doch nach 79 Minuten fehlte nicht viel, als sowohl Volland als auch Havertz nur knapp an einer Baileys-Hereingabe vorbeirauschten.

Kurz vor Schluss entschied Schiedsrichter del Cerro Grande nach einem Foulspiel im Leverkusener Strafraum erneut auf Elfmeter für Inter. Doch erneut nahm er die Entscheidung zurück, denn zuvor hatte ein Mailänder den Ball mit der Hand gespielt. Bayer fightete bis zum Umfallen, doch am Ende sprangen keine Torchancen mehr heraus.

Kein deutsches Team mehr dabei

Mit dem Ausscheiden der Leverkusener ist damit kein deutsches Team mehr im Finalturnier der Europa League vertreten. Inter trifft beim Finalturnier in Nordrhein-Westfalen nun am Montag auf den Sieger der Partie Schachtjor Donezk gegen FC Basel (Dienstag, 21 Uhr).