Angstgegner und Pokalschreck: Rödinghausen trifft auf Münster

Stand: 20.05.2022, 15:47 Uhr

Regionalliga-Vizemeister SC Preußen Münster trifft im Endspiel um den Westfalenpokal auf seinen Angstgegner: den SV Rödinghausen. Der erwartet ein Duell auf Augenhöhe.

Von Bastian Hahne

Den DFB-Pokal kennen Preußen Münster und der SV Rödinghausen gut. Die beiden Kontrahenten im Endspiel um den Titel im Westfalenpokal am Samstag (16.40 Uhr) sorgten in den letzten Jahren quasi abwechselnd für Furore im höchsten deutschen Pokalwettbewerb.

"Absolute Highlights" für Rödinghausen im DFB-Pokal

Rödinghausen kam 2018 und 2019 auf insgesamt drei Partien im DFB-Pokal und verkaufte sich dabei mehr als beachtlich. Nach einem sensationellen Erstrundensieg gegen Dynamo Dresden (3:2) scheiterte der SVR 2018 in der zweiten Runde nur knapp gegen Rekordmeister FC Bayern München (1:2). Im Jahr darauf war in der ersten Runde gegen den SC Paderborn erst im Elfmeterschießen Schluss.

"Das waren natürlich absolute Highlights für uns, weil wir uns in allen drei Spielen richtig gut verkauft haben", erinnert sich Alexander Müller, Geschäftsführer und Sportlicher Leiter des SV Rödinghausen, gegenüber dem WDR. "Jeder, der das mal mitgemacht hat, weiß, was das bedeutet." Auch finanziell sei das Erreichen der DFB-Pokal-Hauptrunde natürlich "sehr interessant und lukrativ".

Ganz ähnlich sieht das Preußen-Trainer Sascha Hildmann. "Dieser Pokal ist für den Verein und für die Fans von besonderer Bedeutung. Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man den Wettbewerb nicht ernst nehmen kann", sagte Hildmann und schwelgte ebenfalls in Erinnerungen: "Wenn ich überlege, was uns das für Spiele im DFB-Pokal ermöglicht hat."

Münsters Angstgegner im Westfalenpokal

Erst in der abgelaufenen Saison durfte der SC Preußen Münster sein Glück im DFB-Pokal versuchen und geriet unfreiwillig in die Schlagzeilen, weil sich der VfL Wolfsburg im Erstrundenspiel einen Wechselfehler leistete und das Spiel später mit 2:0 für Münster gewertet wurde. In der zweiten Runde schieden die Adlerträger dann gegen Hertha BSC (1:3) aus.

Davor hatte sich Münster zuletzt 2014 für den DFB-Pokal qualifiziert, was auch am diesjährigen Endspielgegner lag. Gleich drei Mal zwischen 2016 und 2020 schied der SCP im Westfalenpokal gegen "Pokalschreck" Rödinghausen aus. Auch in der abgelaufenen Regionalliga-Saison blieb Rödinghausen gegen Münster ohne Niederlage und sogar ohne Gegentor (0:0, 1:0).

Geht Rödinghausen mit dieser Bilanz also als Angstgegner, Pokalschreck oder gar Favorit ins Endspiel? "Weder noch", sagt Müller. "Das ist ein Spiel auf Augenhöhe. Wir haben es in dieser Saison zweimal geschafft, Münster Punkte abzutrotzen und auch in der Vergangenheit immer gut ausgesehen. Ich hoffe, dass das am Samstag so bleibt."

SVR will wieder nach oben

Rödinghausen hat die Saison in der Regionalliga West nach einem katastrophalen Start mit vier Niederlagen und dem Trainerwechsel von Nils Drube zu Carsten Rump auf Tabellenplatz sechs abgeschlossen, 23 Punkte hinter Meister Rot-Weiss Essen und dem punktgleichen Vizemeister Münster.

In den kommenden Jahren will sich der Verein laut Müller weiterentwickeln und irgendwann die Regionalligameisterschaft aus der Saison 2019/20 wiederholen. Ob es dann auch im DFB-Lizenzierungsverfahren zum Aufstieg in die 3. Liga reicht, müsse man sehen, so Müller. Ein Einzug in die Hauptrunde des DFB-Pokals und der damit verbundene finanzielle Bonus wäre dabei sicherlich hilfreich.

Finaltag der Amateure: Der Traum vom DFB-Pokal Sportschau 18.05.2022 02:08 Min. Verfügbar bis 18.05.2023 Das Erste