Der Ticker von Mittwoch (27.05.2020) zum Nachlesen

Der Ticker von Mittwoch (27.05.2020) zum Nachlesen

  • NRW auf Öffnungskurs - Samstag weitere Lockerungen
  • Den Schülern sollen Abschlussfeiern ermöglicht werden
  • Einzelhandel: Umsätze "meilenweit entfernt" vom Normalzustand
  • Maas: Reisewarnung für EU endet nach dem 15. Juni
  • Alle Entwicklungen hier im Corona-Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

NRW auf Öffnungskurs - Samstag weitere Lockerungen

Fußball, Ferienangebote und endlich wieder ins Kino oder Theater: Vom Pfingstwochenende an gibt es nach wochenlanger langer Corona-Zwangspause wieder mehr Freizeitmöglichkeiten für die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Ab Samstag (30. Mai) dürfen zahlreiche Einrichtungen - natürlich unter strengen Hygieneregeln - wieder ihr Türen öffnen. Auch mehr Menschen dürfen sich draußen treffen. Die Landesregierung gab am Mittwochabend weitere Öffnungen der Anti-Corona-Maßnahmen bekannt.

Die bestehenden Kontaktbeschränkungen werden gelockert, damit sich neben den bisher möglichen Konstellationen (Familie oder zwei Haushalte) eine Gruppe von bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen darf. Personengruppen, die sich im Rahmen der Kontaktbeschränkungen treffen dürfen, wird auch der nicht-kontaktfreie Sport im Freien wieder gestattet. Kinos, Theater, Oper und Konzerthäuser dürfen wieder öffnen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern gewährleistet ist und es ein Zutrittskonzept gibt. Ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept ist notwendig, wenn mehr als ein Viertel der regulären Zuschauerkapazität oder mehr als 100 Personen zuschauen sollen.

Bund und Länder wollen Corona-Politik weiter miteinander abstimmen

Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt Pressekonferenz im Anschluss an eine Beratung mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer zur Lockerung der Beschränkungen, die in Kraft gesetzt wurden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Bund und Länder wollen ihre Corona-Politik auch weiterhin miteinander abstimmen. Nach einem Gespräch mit den Regierungschefs der ostdeutschen Bundesländer und Berlins wies Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch auf die fortdauernden "gemeinsamen Interessen" hin - "nämlich diese Pandemie einzudämmen und möglichst viel gesellschaftliches Leben, wirtschaftliches Leben, kulturelles und vor allem auch Bildungsleben stattfinden zu lassen".

Merkel trat dem Eindruck entgegen, dass sie die Corona-Pandemie nun ganz den Bundesländern überlassen wolle. Zwar könnten die Länder im Bereich Infektionsschutz ihre "eigenständigen Entscheidungen" treffen; die bisherige Strategie sei aber auch deswegen erfolgreich gewesen, weil sich Bund und Länder "immer wieder auf einen gemeinsamen Schutzrahmen einigen konnten, der fortgeschrieben wird". Sie werde sich die Entwicklung der Corona-Pandemie "weiter so leidenschaftlich anschauen, wie die Bundesländer das tun", kündigte Merkel an.

Merkel: Mindestabstand wegen Corona ist Verpflichtung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Beratungen mit den Regierungschefs der ostdeutschen Bundesländer unterstrichen, dass der Mindestabstand zu anderen Personen in der Corona-Pandemie eine Pflicht bleiben soll. Wenn es nur ein Gebot sei und sich einzelne nicht daran halten, sei das immer auch eine Gefährdung anderer, sagte Merkel nach dem Gespräch am Mittwoch in Berlin. "Ich finde, dass der Mindestabstand eine Verpflichtung ist", betonte sie. Empfohlen wird ein Abstand von mindesten 1,50 Metern.

Bundesweit einzigartig: Corona-Tests in Düsseldorfer Kitas

Kinder spielen in einer Kindertagesstätte

Das hat es so noch nicht gegeben: Für eine Corona-Studie an Düsseldorfer Kitas sollen ab dem 10. Juni 5.000 Kinder und Erzieher jeweils acht Mal getestet werden. Die insgesamt 40.000 Speichelproben sollen im Juli ausgewertet werden, teilte das NRW-Familienministerium mit.

Ab dem 10. Juni sollen Angestellte und Kinder zwei Mal wöchentlich eine Probe abgeben, wie aus einem Infoblatt an die Eltern hervorgeht. Statt eines Abstrichs müssen sich die Probanden nach dem Aufstehen nur mit einem Schluck Wasser den Mund ausspülen und den Inhalt in ein Probengefäß ausspucken.

Mit Hilfe der Tests sollen Neuinfektionen schneller gefunden und Ansteckungsketten vermieden werden. Zudem könnten so "Hinweise darauf gewonnen werden, wie groß die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Coronavirus ist", so das Familienministerium. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Eltern bekommen die Ergebnisse sofort. Laut Ministerium ist die Studie in Kooperation mit der Uniklinik und der Stadt Düsseldorf "in ihrem Forschungsauftrag und -umfang bundesweit einzigartig."

Den Schülern sollen Abschlussfeiern ermöglicht werden

Ein bisschen Spaß darf nun doch sein: Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will Schülern die feierliche Übergabe von Abschlusszeugnissen im Beisein ihrer Eltern ermöglichen. Das Land werde in den nächsten Tagen die rechtlichen Regelungen dafür schaffen, dass Abschlussveranstaltungen wie Zeugnisübergaben unter Einhaltung der Infektions- und Hygieneregeln ermöglicht würden, sagte sie.

"Dies ist ein wichtiges Ereignis für die ganze Familie", sagte Gebauer. "Es wäre ein schmerzlicher Verzicht, den Schülerinnen und Schülern und ihren Familien diesen ganz besonderen Moment der Freude und des Stolzes vorzuenthalten." Für Abibälle gilt die Sonderregelung aber ausdrücklich nicht. Denn das sind private Veranstaltungen.

Einzelhandel: Umsätze "meilenweit entfernt" vom Normalzustand

Die Nachfrage im Einzelhandel hat sich in Nordrhein-Westfalen auch in der zweiten Woche der unbeschränkten Öffnung noch nicht wieder erholt. Rund die Hälfte der Händler hat gegenüber der gleichen Woche im Vorjahr nur bis zu 60 Prozent der Umsätze erzielt, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten, regelmäßigen Umfrage des Handelsverbands NRW unter seinen Mitgliedern hervorgeht. Ein Drittel berichtete sogar von Umsätzen von nur maximal 40 Prozent des Vorjahresniveaus. Gleichzeitig sehen die Händler eine wieder leicht steigende Frequenz der Kunden in den Geschäften. "Gegenwärtig tätigen die Kunden vorrangig Bedarfskäufe", sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Achten. "Von einer positiven Entwicklung der Konsumstimmung sind wir meilenweit entfernt."

Groß angelegte Kontrolle bei Westfleisch in Münster

Am Westfleisch-Standort in Münster hat es am Mittwoch eine großangelegte Kontrollaktion gegeben. 60 Beamte vom Zoll und Arbeitsschutz waren im Einsatz. Dabei wurden die Papiere der überwiegend osteuropäischen Arbeiter und die Einhaltung der Arbeitsschutzregeln überprüft. Am Standort von Westfleisch in Münster hat es bislang, anders als etwa in Coesfeld und Oererkenschwick, keine Corona-Infektionen gegeben.

750 Milliarden Euro zur Krisenbewältigung

Demonstranten tragen EU-Flagge in Brüssel, 24.03.2019

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihr 750-Milliarden-Euro-Konjunkturprogramm als Pakt der Generationen verteidigt. Die Corona-Krise erfordere heute Investitionen in beispiellosem Ausmaß, sagte von der Leyen am Mittwoch in einer Sondersitzung des EU-Parlaments. "Aber wir müssen das so angehen, dass die nächste Generation morgen davon profitiert." Sie sprach von einem "entscheidenden Moment" für ihre Generation.

Von der Leyen will mit ihrem Programm 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und 250 Milliarden Euro als Kredite in den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Krise schleusen. Finanziert werden soll das über Schulden im Namen der Europäischen Union, die bis 2058 über den EU-Haushalt abbezahlt werden müssen.

ILO befürchtet Langzeitfolgen für "Lockdown-Generation"

Gut 17 Prozent junger Leute zwischen 18 und 29 haben in einer Umfrage der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weltweit wegen der Coronavirus-Pandemie den Job verloren. Der weitreichende Stillstand vieler Industrien treffe junge Leute härter als ältere, berichtete die ILO am Mittwoch in Genf. Die Pandemie sei ein dreifacher Schock für junge Leute. Neben den Jobverlusten würden auch Aus- und Weiterbildung teils unterbrochen. Regierungen müssten dringend gegensteuern, sonst entstehe eine "Lockdown-Generation" mit Nachteilen, die Jahrzehnte dauern könnten.

Deutschland widmet EU-Vorsitz dem Kampf gegen die Corona-Krise

Der Kampf gegen die Corona-Krise wird Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin mit. Zuvor hatte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) in einer Videoschalte mit Spitzenvertretern des Europaparlaments ausgetauscht. Deutschland übernimmt am 1. Juli für sechs Monate den Vorsitz der EU-Länder. In der Zeit leitet Deutschland die Ministerräte und setzt politische Schwerpunkte. Wegen der Pandemie wird das Programm anders ausfallen als ursprünglich geplant. Neben der Corona-Krise sind weitere Schwerpunktthemen die Beziehungen zu Großbritannien nach dem Brexit, der Klimaschutz und das europäische Asylsystem.

250 Schüler sowie 32 Lehrer in Quarantäne

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsämter haben im Zusammenhang mit Corona-Fällen derzeit einem Medienbericht zufolge für 250 Schüler sowie 32 Lehrer Quarantäne zu Hause angeordnet. "Bei den in Quarantäne befindlichen Lehrern gibt es fünf bestätigte Covid-19-Fälle", teilte das Schulministerium der "Rheinischen Post" mit, wie die Zeitung berichtet. Betroffen seien 118 Grundschulen, 40 Hauptschulen, 39 Real- und Sekundarschulen sowie 34 Gymnasien, 48 Berufskollegs und 6 Förderschulen. Die Zahlen beziehen sich auf den 19. Mai.

Corona-Auflagen in NRW-Gefängnissen werden gelockert

Gefangene in den NRW-Gefängnissen können bald wieder Besuch empfangen. Ab kommenden Dienstag dürfen die Gefängnisse den wegen der Corona-Pandemie gestoppten Besucherverkehr wieder aufnehmen, teilte das NRW-Justizministerium am Mittwoch mit. Spätestens in der 26. Kalenderwoche, also ab 22. Juni, müssen alle Gefängnisse wieder Besucher hineinlassen. Um das Coronavirus aus den Anstalten herauszuhalten, hatten Gefangene wochenlang weder Freigang, noch Besuch. Die Situation für sie und ihre Angehörigen sei nicht leicht gewesen, räumte das Ministerium ein. Allerdings gelten weiterhin Auflagen: Der Besuch wird vorläufig auf jeweils eine Person beschränkt. Kinder von Gefangenen können als weitere Besuchspersonen zugelassen werden, das Kontaktverbot gelte aber weiter.

Maas: Reisewarnung für EU endet nach dem 15. Juni

Deutschland wird seine weltweit geltende Reisewarnung nach dem 15. Juni zumindest für die Europäische Union aufheben. Das kündigte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Mittwoch in einem Instagram-Interview an. "Wir werden uns danach damit beschäftigen, wie es mit den Drittländern weitergeht, also Ländern außerhalb der Europäischen Union. Dazu gehört auch die Türkei." Die Bundesregierung hatte zuvor einen ursprünglich für den (heutigen) Mittwoch angepeilten Beschluss über eine Aufhebung der generellen Reisewarnung verschoben. Eine Entscheidung könnte nun in der kommenden Woche fallen.

Lufthansa verschiebt Entscheidung zu Rettungspaket

Die Lufthansa dreht vorerst eine Warteschleife: Der Aufsichtsrat der Fluggesellschaft hat am Mittwoch die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über neun Milliarden Euro vertagt. Als Grund nannte das Unternehmen in Frankfurt mögliche Auflagen der EU-Kommission, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte. Damit würde die Drehkreuzfunktion an den Heimatflughäfen Frankfurt und München geschwächt, argumentieren die Aufsichtsräte und wollen die möglichen Folgen sowie Alternativszenarien prüfen. Hierfür ist bislang allein eine Insolvenz in Eigenverwaltung als so genanntes Schutzschirmverfahren genannt worden. Der Aufsichtsrat nannte aber das Rettungspaket über den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF die "einzig gangbare Alternative" zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit.

Betrieb am Flughafen Köln-Bonn wird bald wieder hochgefahren

Am Flughafen Köln/Bonn laufen die Vorbereitungen, damit der Betrieb wieder hochgefahren werden kann. Es wird besondere Vorsichtsmaßnahmen geben, um zu verhindern, dass sich Passagiere mit Corona infizieren. Dazu gehört nach Angaben der Flughafen-Verwaltung vom Mittwoch unter anderem die Pflicht, ab dem Betreten der Terminals Masken zu tragen. Wer nicht zusammen reist, muss Abstand halten: Aufgeklebte Markierungen weisen Fluggäste auf den nötigen Mindestabstand von 1,50 Metern hin. Auf den Transfer mit Bussen zum Flugzeug wird weitestgehend verzichtet. Wann immer dies möglich ist, steigen Fluggäste über Fluggastbrücken in die Maschinen ein und aus oder gehen zu Fuß.

Bis Ende Juli keine Kreuzfahrten mit Aida Cruises

Bis zum 31. Juli wird weiter keines der 14 Kreuzfahrtschiffe der Rostocker Reederei Aida Cruises unterwegs sein. In vielen von Aida angelaufenen Zielen seien die Regelungen für den internationalen Tourismus noch in Abstimmungsprozessen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Rostock mit. Die konkreten Bedingungen für einen Neustart nach der Corona-Krise seien noch nicht geklärt. Um den Gästen die notwendige Planungssicherheit für ihren Urlaub zu geben, müsse die seit Mitte März dauernde vollständige Unterbrechung nun bis Ende Juli ausgedehnt werden.

Blablabus fährt ab Ende Juni wieder

Der Fernbus-Anbieter Blablabus will in vier Wochen den Betrieb wieder aufnehmen. Ab dem 24. Juni seien die Busse auf Inlandsstrecken wieder unterwegs, wie das Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, soll zunächst pro Bus höchstens jeder zweite Sitzplatz besetzt werden. Fahrgäste müssen Mund- und Nasenschutz tragen. Fahrkarten seien ab 12. Juni buchbar. Im Laufe des Sommers werde das Angebot je nach Nachfrage und Gesundheitssituation angepasst. Blablabus ist im vergangenen Jahr in Deutschland an den Start gegangen und gegen den Marktführer Flixbus angetreten. In der Coronakrise stellten beide Mitte März den Betrieb ein. Flixbus startet an diesem Donnerstag wieder.

Wirtschaftsinstitut fordert Senkung der Mehrwertsteuer auf 15 Prozent

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) regt eine zeitlich begrenzte Senkung der Mehrwertsteuer zur Belebung der Konjunktur an. Wegen der Corona-Rezession sollte der Steuersatz zwischen August und November 2020 von 19 auf 15 Prozent gedrückt werden, schlug das IW am Mittwoch vor. Werde dabei sichergestellt, dass die Steuerreduktion auch tatsächlich von den Herstellern an die Konsumenten weitergegeben werde, könnte das die Binnennachfrage steigern. Das fiskalische Volumen beziffert das IW auf gut 16 Milliarden Euro. Die Forscher befürworten zudem eine gezielte und befristete Entlastung privater Haushalte.

Kardinal Woelki: Krise nutzen, um "Zeitenwende" einzuleiten

Die Krise als Chance, so sieht es der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Alle Menschen seien zur radikalen Umkehr aufgefordert, erklärte er via Social Media. Er fordert eine "Zeitenwende" in punkto Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Die Corona-Krise habe den Menschen vor Augen geführt, "dass wir nicht einfach zu unserer alten Lebensweise zurückkehren können", so der Kölner Erzbischof.

Das von Papst Franziskus ausgerufene "Laudato si"-Jahr für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit komme genau zur richtigen Zeit. Mehr als zuvor gelte es jetzt, füreinander Verantwortung zu übernehmen, so Woelki. Man brauche jetzt den Einsatz für eine geschwisterliche und sozial gerechte Welt - durch den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde.

Frankfurter Buchmesse 2020 findet statt

Die Frankfurter Buchmesse 2020 findet statt. Die weltweit größte Buchmesse solle vom 14. bis 18. Oktober an mehreren Orten in der Stadt und zeitgleich virtuell stattfinden, beschloss der Aufsichtsrat der BBG (Börsenverein des Deutschen Buchhandels Beteiligungsgesellschaft) am Mittwoch in Frankfurt am Main. Das von der Frankfurter Buchmesse und der Messe Frankfurt gemeinsam erarbeitete Hygienekonzept habe das Ordnungsamt und das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt überzeugt. Die Zahl der auf dem Gelände zeitgleich zugelassenen Besucher werde sich nach der im Oktober belegten Bruttofläche richten.

Statt Gala: Grimme-Preisverleihung im August als Reportage auf 3sat

Wegen des Coronavirus wird der Grimme-Preis für herausragendes Fernsehen in diesem Jahr nicht wie gewohnt bei einer Gala verliehen, sondern als Reportage ausgestrahlt. Die Sendung über 90 Minuten wird am 21. August (22.25 Uhr) auf 3sat gezeigt, wie das Grimme-Institut am Mittwoch in Marl mitteilte. Moderator Jo Schück ("Aspekte") führt durch das Programm. Die ursprünglich für den 27. März im Theater Marl geplante Verleihung war wegen der Corona-Pandemie frühzeitig abgesagt worden. Beim 56. Grimme-Preis werden insgesamt 16 Auszeichnungen vergeben. Stifter des Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband.

Im Auto Theater schauen: In Bonn ab Juni möglich

Auto-Kino boomt in Zeiten von Corona - ab Juni gibt es auch Auto-Theater. In Bonn können Theaterbesucher bald mit dem Auto in die Vorstellung fahren. Unter dem Titel "Eine Bühne für Bonn" startet das Theater Bonn am 5. Juni bis zum Ende der Saison ein Auto-Theater auf dem Gelände der Theaterwerkstätten im Bonner Stadtteil Beuel.

Ähnlich wie im Auto-Kino bleiben die Zuschauer während der Aufführungen im eigenen Fahrzeug sitzen, der Ton wird über das Autoradio übertragen. Beteiligen wollen sich den Angaben zufolge bis jetzt das Pantheon, das Euro Theater Central, das Junge Theater Bonn, das Theater Marabu sowie das Haus der Springmaus.

Musikwirtschaft fürchtet um kulturelle Vielfalt

Die Musikwirtschaft fürchtet in der Corona-Krise um ihre Vielfalt. Die Kultur- und Kreativwirtschaft sei "nicht nur einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren, sondern auch ein beispielloser Treiber kreativer Prozesse mit Auswirkungen auf das gesamte Kultur- und Wirtschaftsleben", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief von Verbänden und Verwertungsgesellschaften an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU). Gefordert wird für die Branche eine Soforthilfe sowie ein Konjunkturprogramm, "welches das Überleben der heterogenen, historisch gewachsenen und vielfältig vernetzten Infrastruktur sichert".

Mehr als 62.000 Corona-Infizierte unter US-Ärzten und Schwesterm

Zehntausende Ärzte und Krankenpfleger in den USA haben sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mit dem Coronavirus angesteckt. Von den 62 344 Mitarbeitern des Gesundheitssektors, die sich infiziert hätten, seien mindestens 291 gestorben, teilte die Behörde auf ihrer Webseite mit. Zuletzt hatte die Behörde am 15. April Infektionszahlen zu medizinischem Personal veröffentlicht, berichtete der US-Sender CNN. Damals habe die Zahl der Infizierten nur bei 9 282 gelegen. Ärzte und Krankenschwestern hatten in den USA vielerorts über eine unzureichende Ausstattung mit adäquater Schutzausrüstung geklagt.

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Stand: 27.05.2020, 20:50