Paul-Ehrlich-Institut zu Impfstoffen: Nutzen höher als Nebenwirkungen

Paul-Ehrlich-Institut zu Impfstoffen: Nutzen höher als Nebenwirkungen

Der Covid-19-Impfstoff Astrazeneca ist wegen Impfreaktionen - wie etwa Fieber - in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt indes Entwarnung.

Sicherheit ist das A & O. Gerade auch beim Impfen gegen Covid-19. Und dann passierte das: Der Covid-19-Impfstoff Astrazeneca war ins Gerede gekommen. Wegen erwartbaren Nebenwirkungen wie etwa Fieber, Schüttelfrost oder Muskelschmerzen, die bei einem Teil der Geimpften aufgetreten waren. Viele zweifelten daraufhin, ob der Astrazeneca-Impfstoff tatsächlich ein Mittel erster Wahl gegen das Coronavirus ist.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das für die Prüfung der Sicherheit von Impfstoffen zuständig ist, gab nun Entwarnung. Am Donnerstag veröffentlichte die Einrichtung einen Bericht. Die zentrale Botschaft: "Das Nutzen-Risiko-Profil wird für alle drei Impfstoffe als weiterhin positiv bewertet." Im Klartext: Grünes Licht gibt es nicht nur für das Vakzin Astrazeneca, sondern auch für die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna.

Knapp vier Millionen Impfungen in Deutschland bis 12. Februar

Und so sieht es an der "Covid-19-Impffront" bislang aus: Bis 12. Februar wurden in Deutschland

  • 3,8 Millionen Impfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer
  • knapp 87.000 Impfungen mit Moderna
  • gut 31.000 Impfungen mit Astrazeneca

durchgeführt.

7.690 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen

Es kam bis dahin zu 7.690 Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen, davon entfielen

  • 7.277 auf Biontech/Pfizer
  • 258 auf Moderna
  • 20 auf Astrazeneca (erst am 30. Januar 2021 zugelassen)

In 135 Fällen wurde der Impfstoff nicht genannt. Insgesamt 1.178 Fälle wurden laut PEI als schwerwiegend eingestuft. Nach Berechnungen des PEI betrug die Melderate für die drei Impfstoffe zusammen 1,9 Meldungen pro 1.000 Impfdosen. 0,3 Meldungen pro 1.000 Impfdosen betrafen schwerwiegende Reaktionen.

Impfreaktionen sind im Vergleich zu Risiken einer Infektion harmlos

Die Häufigkeit von Nebenwirkungen nehme bei der zweiten gegenüber der ersten Impfung leicht ab. Doch wie gefährlich ist das überhaupt? "Im Vergleich zu den Risiken, die eine Infektion mit dem Coronavirus mit sich bringt, sind die Impfreaktionen eher harmlos", sagt Ruth Schulz von der WDR-Wissenschaftsredaktion. Auch aus Sicht des PEI sind die Reaktionen "nicht mit schwereren oder länger andauernden Erkrankungen verbunden".

Zudem: "Starke Reaktionen auf die Impfung sind ein gutes Zeichen", betont Schulz. Das zeigt, dass der Impfstoff offenbar wirkt.

Stand: 18.02.2021, 20:51