Harter Lockdown: Diese Vorschläge liegen auf dem Tisch

Harter Lockdown: Diese Vorschläge liegen auf dem Tisch

Schon bald könnten sich Bund und Länder auf strengere Corona-Regeln einigen, um endlich die Trendwende bei den Infektionen zu erzwingen. Welche Optionen werden diskutiert?

Der "Lockdown light" hat bislang nicht zu einer Entspannung der Corona-Lage geführt. Im Gegenteil: Die Situation sei dramatisch, warnte am Dienstagabend Internist Michael Hallek im Interview mit der "Aktuellen Stunde". "Wir haben in einer Woche mehr Covid-Sterbefälle als Verkehrstote im ganzen Jahr."

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Mit regionalen Einschränkungen sei es jetzt nicht mehr getan, erklärte der Professor der Uniklinik Köln. "Wir müssen eine gute Sprache sprechen und nicht in jedem kleinen Bezirk noch eine kleine andere Regel. Weil das für den Bürger völlig unverständlich ist."

Auch die Bundesregierung drängt auf eine deutschlandweite Verschärfung der Regeln. Möglicherweise noch in dieser Woche könnte es zu einer außerordentlichen Video-Konferenz der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin kommen.

Welche neuen Einschränkungen könnten dann auf die Bürger zukommen? Was ist sinnvoll? Und zieht Nordrhein-Westfalen mit? Ein Überblick über mögliche "Lockdown"-Szenarien.

Einzelhandel

Die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina hat am Dienstag Vorschläge für einen kurzen aber drastischen "Lockdown" veröffentlicht. Ab 24. Dezember bis mindestens 10. Januar müsse "in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen". Alle Geschäfte sollen in diesem Zeitraum schließen, ausgenommen Anbieter von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Waren.

Während Sachsen am Dienstag ankündigte, den Einzelhandel im Land bereits ab dem kommenden Montag zu schließen, will die NRW-Landesregierung sich in dieser Frage nicht festlegen. Die Mittel müssten so gewählt werden, dass sie den möglichst geringsten Schaden für Bürger in anderen Bereichen schafften, erklärte Familienminister Joachim Stamp (FDP).

Schulen und Kitas

Eine wochenlange Schließung von Schulen und Kitas wie im Frühjahr steht zwar nicht zur Diskussion - dafür aber eine Verlängerung der Weihnachtsferien: In einem ersten Schritt sollte die Schulpflicht ab kommendem Montag bis zu den Weihnachtsferien aufgehoben werden. Wenn der Unterricht am 10. Januar wieder startet, sollen die Schüler Maske tragen.

In dieser Frage ist mit Widerstand aus NRW zu rechnen. Die Landesregierung hat in den vergangenen Monaten immer wieder versichert, dass Schulen und Kitas in der Pandemie offen bleiben werden. Am Dienstag hat das NRW-Schulministerium dies noch einmal bekräftigt. Vorschlag zur Güte: Wenn notwendig, könne "Wechselunterricht schulscharf eingerichtet werden", also in Einzelfällen erlaubt werden.

Weihnachten

Erst vor wenigen Wochen haben sich Bund und Länder auf weniger strenge Kontaktbegrenzungen an den Weihnachtsfeiertagen geeinigt - zehn Personen aus mehreren Haushalten dürfen demnach gemeinsam feiern. Nicht mitgezählt werden Kinder unter 14. Angesichts der kritischen Infektionslage könnten die Lockerungen gestrichen werden. Das hieße: Nur maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürften das Fest miteinander verbringen.

Während Rheinland-Pfalz und andere Länder bereits jetzt dafür plädieren, die Lockerungen auf die Zeit zwischen dem 23. und 27. Dezember zu beschränken oder ganz zu streichen, scheut man in NRW bisher einen solchen Schritt. Denn die meisten Familien hätten das Fest im Vertrauen auf die versprochenen Lockerungen schon geplant, heißt es. Eine Absage wäre nicht nur unbeliebt, wahrscheinlich würden viele Menschen die Kontaktregeln auch einfach ignorieren.

Weitere Einschnitte

Auch weniger gravierende Einschränkungen des öffentlichen Lebens stehen zur Diskussion: Sachsen hat vorerst den Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum verboten. In Alten- und Pflegeheimen soll es nur Zugang mit Maske und Schnelltests geben, Sport in geschlossenen Räumen ist aktuell untersagt. Ob das Beispiel Schule macht, ist noch unklar.

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Stand: 08.12.2020, 19:42