Eine Frau liegt mit Wärmeflasche auf dem Sofa und hält ein Telefon in der Hand

Krankschreibung per Telefon: Für wie viele Tage ist das möglich?

Stand: 01.02.2023, 12:34 Uhr

Wir beantworten Ihre Fragen zu Corona. Hier: Krankschreibung per Telefon. Für wie viele Tage ist das möglich?

Eine Krankschreibung per Telefon bei leichten Atemwegserkrankungen ist weiterhin für bis zu sieben Tage möglich. Die Krankschreibung kann danach einmal um bis zu sieben weitere Tage telefonisch verlängert werden. Die Corona-Sonderregelung gilt nun bis Ende März 2023. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärztinnen, Ärzten, Krankenkassen und Kliniken im November beschlossen.

Krankschreibung per Telefon erst nach Befragung

Die telefonische Krankschreibung erfolgt in der Regel durch die Hausärztin oder den Hausarzt. Aber auch andere niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sind dazu berechtigt. Zuvor müssen sie sich durch eine eingehende telefonische Befragung persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten überzeugen.

Grund: Volle Wartezimmer vermeiden

Der Grund für die Verlängerung der Krankschreibung per Telefon ist die Vermeidung voller Arztpraxen und neuer Infektionsketten. Es gelte insbesondere chronisch Kranke vor vermeidbaren Infektionen zu schützen, so Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, mit Blick auf Corona sowie die Erkältungs- und Grippesaison.

"Mit der telefonischen Krankschreibung haben Arztpraxen nun weiterhin eine einfach umsetzbare Möglichkeit, leichte und schwere Krankheitsfälle voneinander abzugrenzen und volle Wartezimmer zu vermeiden." Josef Hecken, Vorsitzender Gemeinsamer Bundesausschuss

Telefonische Krankschreibung schon zu Beginn der Pandemie

Die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung hatte es schon zu Beginn der Corona-Pandemie gegeben. Sie war aber zwischenzeitig wegen einer entspannteren Infektionslage zunächst ausgelaufen und dann wieder eingeführt worden.

Dauerhafte Regelung gefordert

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband hatte die Wiedereinführung im August als wichtig bezeichnet. Patienten und Praxen würden aber dauerhaft einen Schutz vor Ansteckungsrisiken und eine Entlastung von unnötigen Wegen benötigen.

Eine dauerhafte Regelung hatte auch die BAG Selbsthilfe gefordert. Gerade mit Blick auf gefährdete Gruppen wie chronisch kranke Menschen müssten Alternativen zum Praxisbesuch zur Verfügung stehen.

Über dieses Thema berichtete der WDR auch am 04.08.2022 in den Hörfunknachrichten.

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