Eltern demonstrieren für Kita-Öffnungen

Eltern mit Kindern stehen mit Abstand und Transparenten auf einer Wiese

Eltern demonstrieren für Kita-Öffnungen

Von Peter Hild

  • Demos in Köln, Bonn und Düsseldorf
  • Eltern fordern mehr Unterstützung für Familien
  • Schulen und Kitas sollen schneller für alle öffnen

In mehreren NRW-Städten haben am Sonntag (10.05.2020) Dutzende Eltern demonstriert - unter anderem auf dem Bonner Rathausplatz und vor dem Düsseldorfer Landtag. Sie fordern mehr Unterstützung für Familien in der Corona-Krise.

Organisiert hatte die Proteste die Initiative "Eltern in der Krise", die in den vergangenen Wochen in den sozialen Netzwerken entstanden ist. Sie fordern von der Politik, dass KiTas und Schulen schneller für alle öffnen.

Viele Eltern fühlen sich in der Krise vergessen

Vor dem Düsseldorfer Landtag versammelten sich rund 60 Mütter und Väter mit Transparenten und Slogans wie "Ihr lasst uns hängen" oder "Jedes Kind ist systemrelevant". Sie forderten mehr Unterstützung für Kitas, zum Beispiel durch die Anmietung zusätzlicher Räume. Es seien kreative Lösungen notwendig, damit schneller wieder mehr Kinder betreut werden könnten.

Uta Heber-Wenzel übt als zweifache Mutter und Mitorganisatorin harte Kritik an der Landesregierung: "Der Staat zieht sich aus seiner Verantwortung zurück, lässt die Kitas ins Leere laufen und schickt Frauen mit ihren Kindern wieder an den Herd, und das im 21. Jahrhundert!"

Kritik an Perspektiven der Landesregierung

Die langsame Öffnung der Schulen und Kitas mit einem möglichen Regelbetrieb erst im Spätsommer, wie zuletzt von der Landesregierung angekündigt, sei für viele Eltern nicht akzeptabel, betonten viele Demo-Teilnehmer.

Frau spricht auf Wiese in ein Mikrofon, vor ihr stehen Dutzende Eltern mit Kindern und Transparenten und hören zu

Dutzende Eltern protestierten für schnellere Kita-Öffnungen

"Viele können die Notbetreuung nach wie vor nicht nutzen. Und eine monatelange Kinderbetreuung zu Hause bringt viele Eltern an ihre Grenzen und macht auch nicht jeder Arbeitgeber mit", erklärte Mitorganisatorin Maaike Tiedge, die zusammen mit rund 90 Eltern und Kindern am Kölner Chlodwigplatz protestierte.

Gespräch mit Stamp gesucht

Die Organisatoren hatten auch NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) zu einem Austausch eingeladen, dieser habe aber aus Termingründen abgesagt. Die Elternintiative will sich weiter für einen Gesprächstermin mit dem Minister einsetzen und plant bereits weitere Protestaktionen. Vor rund zwei Wochen hatten Eltern vor dem Landtag schon für schnellere Kita-Öffnungen demonstriert.

Stand: 10.05.2020, 16:59