Digitaler Impfpass: Apotheken erhalten 18 Euro für QR-Code

Eingang einer Apotheke mit Apotheken-Logo am Friesenplatz iin Köln

Digitaler Impfpass: Apotheken erhalten 18 Euro für QR-Code

Für das Ausstellen von digitalen Impfzertifikaten erhalten Apotheken 18 Euro. Das könnte ein lohnendes Geschäft werden. Denn es gibt bereits fast 19 Millionen vollständig Geimpfte bundesweit.

Er soll das Reisen gerade in der anstehenden Urlaubszeit erleichtern - der digitale Impfnachweis. Dafür ist Technik notwendig: Künftig können die Einträge in den gelben Impfpässen in QR-Codes fürs Handy umgewandelt werden. Jeder Kunde soll das in einer Apotheke in der Nähe machen lassen können.

Dafür erhalten die Apotheken laut des Bundesgesundheitsministeriums pro QR-Code 18 Euro. Das klingt ganz schön viel. Darauf angesprochen sagte Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordhrein, am Donnerstag dem WDR: "Die Preise haben wir nicht gemacht."

Kostenlos für Kunden

Festgelegt hat den Preis das Bundesgesundheitsministerium. Dabei sei es um eine angemessene Vergütung gegangen, die den Aufwand auch widerspiegele, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDDU) am Donnerstag. In Notsituationen sei es wichtig, schnell zu reagieren. Dazu gehöre es auch, die Apotheken zu motivieren, den Service anzubieten.

Noch unklar ist, auf welchem Weg die Leistung abgerechnet wird: ob Krankenkassen oder die öffentliche Hand dafür aufkommen. Sicher ist aber: Die Kundinnen und Kunden müssen in der Apotheke für diesen Service nichts bezahlen.

Auch Ärzte und Impfzentren

Apothekenvertreter Preis wies daraufhin, dass die 18 Euro an alle bezahlt würden, die diesen Service grundsätzlich anbieten könnten. Das seien nicht nur die Apotheken, sondern auch die Ärzte und die Impfzentren.

"Aber Ärzte und Impfzentren werden nicht in dieser Woche und auch nicht in der nächsten Woche flächendeckend das anbieten können", ergänzte er. Die Ärzte lehnten ohnehin eine Teilnahme aus verständlichen Gründen ab. "Die haben andere Dinge zu tun."

Impfpass digitalisieren: "Apotheken sind gut aufgestellt"

WDR 5 Morgenecho - Interview 10.06.2021 06:27 Min. Verfügbar bis 10.06.2022 WDR 5


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Löwenanteil für Apotheken

Aufgrund dieser Einschränkungen, so Thomas Preis, "bleibt es an den Apotheken hängen". Er schätzt, dass von den rund 4.000 Apotheken in NRW jede vierte den Service anbieten wird.

Der Zulauf dürfte groß sein: Für alle, die schon vollständig geimpft sind - inzwischen fast 19 Millionen Bundesbürger - soll es die Möglichkeit geben, dies nachträglich digital bestätigt zu bekommen. Bundesweit gibt es rund 18.000 Apotheken.

Der Apothekerverband bietet im Internet ein Suchportal an, über das künftig die beteiligten Apotheken gefunden werden können.

"Apothekenpreise" für Masken

"18 Euro hört sich viel an", räumte auch Preis ein. "Aber ein Personalausweis kostet, glaube ich, über 30 Euro, und die Wartezeit ist ein halbes Jahr. Ich glaube, die Apotheker werden das schneller erledigen."

Ob das der Bundesrechnungshof auch so sieht? Er hatte am Mittwoch seinen ersten umfassenden Bericht über die Corona-Ausgaben der Bundesregierung vorgelegt. Darin wird bemängelt, Apotheker hätten von der Maskenabgabe übermäßig profitiert.

Stand: 10.06.2021, 12:53

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