Blumen an einer Absperrung vor einem ausgebrannten Wohnhaus

Guten Morgen, NRW!

Stand: 10.04.2024, 06:59 Uhr

Solingen - Brandstiftung und mutmaßlicher Macheten-Angriff durch denselben Täter? • Offizielle Bekanntgabe des neuen Karstadt-Investors • Entscheidung über unbefristete ÖPNV-Streiks. Der Nachrichtenüberblick.

Zusammengestellt von Christian Zelle und Sabine Schmitt aus dem WDR Newsroom.

Solingen - Möglicher Brandanschlag und mutmaßlicher Macheten-Angriff durch denselben Täter? Die Brandstiftung in Solingen mit vier Toten vor zwei Wochen und ein mutmaßlicher Angriff mit einer Machete am Montag stehen möglicherweise in einem Zusammenhang. So berichtet es die Deutsche-Presse-Agentur. Bestätigen wollte das die Staatsanwaltschaft Wuppertal dem WDR bisher noch nicht. Sie nimmt heute Mittag gemeinsam mit der Polizei zu beiden Fällen Stellung.

Am Montag war in Solingen ein 40 Jahre alter Mann wohl mit einer Machete lebensgefährlich verletzt worden. Er kam in ein Krankenhaus. Als Verdächtigen nahm die Polizei einen 39-Jährigen fest. Gegen ihn werde wegen versuchter Tötung ermittelt. 

Wie und ob die Fälle zusammenhängen, wollen die Ermittler heute auf der Pressekonferenz darstellen. Die Brandstiftung in dem Solinger Wohnhaus vor zwei Wochen stufen die Ermittler inzwischen als vierfachen Mord ein. Sachverständige hatten Spuren von Brandbeschleuniger im hölzernen Treppenhaus entdeckt. 

Der WDR überträgt die Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft im Livestream ab 12 Uhr in der WDR aktuell App und auf WDR.de.

Nachrichten aus NRW

Das Bild zeigt zwei Bagger in der unwirtlichen Landschaft des Tagebaus Hambach im Rehinischen Kohlerevier.

Tagebau Hambach

Studie: Braunkohle-Tagebau stößt mehr Methan aus als angegeben Der Ausstoß von klimaschädlichem Methan im deutschen Braunkohletagebau wird laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) massiv unterschätzt. Einer Studie der DUH und der britischen Organisation Ember Climate zufolge könnte der Braunkohletagebau 184 Mal mehr Methan ausstoßen als offiziell angegeben. Laut der Analyse, die heute in Berlin veröffentlicht wird, ist Deutschland eines der Länder mit der größten Diskrepanz zwischen angegebenen und von Studien geschätzten Emissionen.

Ramadan-Fest beginnt • In NRW leben etwa 1,5 Millionen Musliminnen und Muslime. Für sie beginnt heute mit dem Ende des Fastenmonats Ramadan das dreitägige Ramadan-Fest. Vier Wochen lang hatten Gläubige von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken verzichtet. Das so genannte Fastenbrechen ist für gläubige Muslime eines der wichtigsten Feste. Schon gestern Abend haben viele zum Ende des Ramadan gemeinsam das Fasten gebrochen und zusammen gefeiert.

Umstrittener Polizeieinsatz in Düsseldorf vor Gericht • Das Verwaltungsgericht Düsseldorf beschäftigt sich heute mit drei Klagen gegen die Polizei. Bei einer Demo gegen das NRW-Versammlungsrecht im Sommer 2021 waren etwa 300 Demonstranten eingekesselt worden. Aus Sicht der Kläger war der Polizeieinsatz unverhältnismäßig und die stundenlange Einkesselung von Demonstranten ein rechtswidriger Eingriff in die Versammlungsfreiheit. Die Polizei hält den Einsatz für gerechtfertigt. Auf der Demo seien Pyrotechnik abgebrannt und Beamte angegriffen worden.

Weitere Themen

Entscheidung über unbefristete ÖPNV-Streiks fällt • Heute Nachmittag wird sich wohl entscheiden, ob es wieder Streiks im Nahverkehr in NRW geben wird. Die Gewerkschaft Verdi will das Ergebnis der Urabstimmung im Tarifkonflikt bekannt geben. Bis gestern konnten die Gewerkschaftsmitglieder abstimmen - heute wird ausgezählt. Wenn drei Viertel mit "ja" gestimmt haben, dann könnte es unbefristete Streiks im Nahverkehr in NRW geben. Wann die losgehen könnten, ist aber unklar. Verdi fordert für die etwa 30.000 Beschäftigten in NRW mehr Geld, aber auch zusätzliche freie Tage.

Offizielle Bekanntgabe des neuen Karstadt-Investors Der Insolvenzverwalter von Galeria Karstadt Kaufhof will heute in der Konzernzentrale in Essen offiziell den neuen Investor und Eigentümer der insolventen Warenhauskette vorstellen. Gestern war bekannt geworden, dass ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC und dem deutschen Unternehmer Bernd Beetz die Kette übernehmen will. Das "Handelsblatt" hatte zuerst berichtet. NRDC gehört dem Unternehmer Richard Baker, der ab 2015 schon einmal Eigentümer von Kaufhof war.

Bundestag berät über "Gehsteigbelästigung" durch Abtreibungsgegner • Schon in ihrem Koalitionsvertrag hatte sich die Ampel vorgenommen, Aktionen von "Lebensschützern" vor Kliniken, Arztpraxen und Beratungsstellen für schwangere Frauen zu verbieten. Für viele Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen oder sich darüber informieren wollen, wird der Weg dadurch zum Spießrutenlauf. Heute diskutiert der Bundestag zum ersten Mal über den Gesetzentwurf der Regierung, der "Gehsteigbelästigungen" eindämmen soll.

EU-Parlament stimmt über Asylreform ab Die umstrittene Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems steht vor ihrer letzten Hürde. Demnach sollen Staaten an den EU-Außengrenzen zu einheitlichen Grenzverfahren verpflichtet werden. Ankommende Menschen aus als sicher geltenden Ländern sollen künftig nach dem Grenzübertritt unter haftähnlichen Bedingungen in streng kontrollierte Aufnahmeeinrichtungen kommen können. Ein Bündnis aus 30 Menschenrechtsorganisationen hat zum Protest vor dem EU-Parlament aufgerufen.

Das Wetter in NRW

Die Sonne bricht durch die Wolkendecke oberhalb eines Felds in Grevenbroich, auf dem Windräder stehen

Die Sonne bricht durch die Wolkendecke

Trocken im Rheinland - Schauer in Westfalen • Der Vormittag startet mit Sonnenschein und lockeren Wolkenfeldern, wobei es im Rheinland weitgehend trocken bleibt, während es in Westfalen vereinzelt Schauer geben kann. Am Nachmittag sind es Quellwolken, die dann bis zum Abend immer weniger werden, sodass sich die Sonne recht gut durchsetzen kann. Die Temperaturen: 13 bis 17 Grad, oberhalb von 500 Metern 9 bis 12 Grad. Der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen.

Und übrigens ...

Kein Kiffen im Knast Cannabis bleibt in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen auch nach den neuen gesetzlichen Lockerungen tabu. Das hat das NRW-Justiz-Ministerium auf dpa-Anfrage bestätigt. Laut Justizministerium sind in den Justizvollzugsanstalten über die jeweiligen Hausordnungen "insbesondere die Herstellung, der Besitz, die Weitergabe und der Konsum von Alkohol, Drogen oder sonstigen Rausch- und Betäubungsmitteln verboten".

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