11. Dezember 1948 - Freie Demokratische Partei (FDP) wird gegründet

FDP-Vorsitzender Franz Blücher (am Rednerpult) am 27. Juni 1953 in Lübeck während der Eröffnungsrede zum Ausserordentlichen Parteitag

11. Dezember 1948 - Freie Demokratische Partei (FDP) wird gegründet

Nach dem Zweiten Weltkrieg bilden sich in Ost- und in West-Deutschland neue liberale Parteien: im Osten - unter sowjetischer Aufsicht - die Blockpartei LDP, im Westen kleine liberale Länderparteien.

Die Liberalen in den Westzonen eint der Wunsch nach Marktwirtschaft und Deutscher Einheit sowie eine antiklerikale Haltung. Am 11. Dezember 1948 gründen sie gemeinsam im hessischen Heppenheim die Freiheitliche Demokratische Partei (FDP).

Die Gründung der FDP (am 11.12.1948)

WDR 2 Stichtag 11.12.2018 04:12 Min. Verfügbar bis 08.12.2028 WDR 2

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Magnet für Alt-Nazis

"In den ersten Landtagen beantragte die FDP, rechts von der Union zu sitzen", sagt der Historiker Daniel Koerfer. Sie sei damals eine "fast rechtsradikale Partei" gewesen. Sie tritt für die Freilassung von Kriegsverbrechern ein.

Diese Ausrichtung ist besonders für alte Nazis interessant. Ein Netzwerk von SS-Leuten um den Düsseldorfer Anwalt Ernst Achenbach versucht, die Partei zu unterwandern - letztlich ohne Erfolg. Durchsetzen können sich die alten Nationalsozialisten in der FDP nie.

Umfaller-Image entsteht

In Bonn regiert die FDP ab 1949 mit. 1956 zerbricht die Koalition mit Konrad Adenauer (CDU). FDP-Chef Thomas Dehler glaubt nicht mehr, dass die Union die Deutsche Einheit will. Im Jahr darauf holt Adenauer die absolute Mehrheit.

Bei der nächsten Wahl 1961 will die FDP Adenauer aus dem Kanzleramt jagen. Sie plakatiert: "Mit der CDU, aber ohne Adenauer." Doch bei den Koalitionsverhandlungen knickt sie ein und arrangiert sich mit Adenauer. Es entsteht das Image einer Umfaller-Partei.

Zuerst Brandt, dann Kohl

Um nicht weiter von der CDU abhängig zu sein, will Walter Scheel die Liberalen für beide großen Parteien koalitionsfähig machen. Dafür verdrängt er 1968 Erich Mende vom Parteivorsitz. Die FDP wird zur Reformpartei und regiert ab 1969 mit Kanzler Willy Brandt (SPD) zusammen.

1974 wird Scheel Bundespräsident und Hans-Dietrich Genscher übernimmt die Führung der FDP. 1982 folgt die nächste Wende: Wirtschaftsliberale wie Otto Graf Lambsdorff setzen sich durch. Er und Genscher betreiben den Wechsel von Kanzler Helmut Schmidt (SPD) zu Kanzler Helmut Kohl (CDU). Gerhart Baum gehört zu den einsamen linksliberalen Mahnern.

Unsichere Existenz

16 Jahre lang regieren FDP und CDU zusammen. 1998 werden sie von einer rot-grünen Koalition abgelöst. Damit endet eine Ära für die FDP: Erst 2009 kann sie in Berlin wieder mitregieren, aber nur vier Jahre lang. 2013 scheitert sie bei der Bundestagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde.

Den Wiedereinzug schafft sie 2017. Eine Beteiligung an einer möglichen Jamaika-Koalition lehnt FDP-Chef Christian Lindner nach wochenlangen Verhandlungen jedoch ab.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 11. Dezember 2018 ebenfalls an die Gründung der FDP. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 11.12.2018, 00:00