MSV-Frauen chancenlos im Freiburger Dauerdruck

Stand: 03.12.2022, 17:49 Uhr

Der MSV Duisburg ist in der Frauen-Bundesliga vom SC Freiburg regelrecht belagert worden. Und landete zwar erst einen Wirkungstreffer, konnte dem Freiburger Dauerdruck aber einfach nicht standhalten.

Von Julian Tilders

Am Samstag (03.12.2022) unterlagen die "Zebras" im Freiburger Dreisamstadion dem über die volle Strecke klar besseren SC mit 1:4 (1:0). Aufsteiger Duisburg bekam spielerisch die Grenzen aufgezeigt. Zwar gelang Yvonne Zielinski das überraschende Führungstor (28.), aber Freiburgs Riola Xhemaili (56., 60.), Janina Minge (68.) und Hasret Kayikci (90.+1) sorgten für ein leistungsgerechtes Resultat.

Freiburger Pressing stellt MSV früh vor Probleme

Der MSV ging mit dem Rückenwind von zwei Siegen aus den letzten drei Spielen in die Partie. Doch Duisburg brachte die eigenen Stärken nicht auf den Rasen. Freiburg zeigte die bessere Spielanlage gegen verhaltene Duisburgerinnen.

Die Gastgeberinnen rückten weit auf und agierten mit hochstehenden Außenverteidigerinnen. Die Fans im Dreisamstadion sahen viele Vertikalbälle in die Tiefe. Der MSV konzentrierte sich – kaum erfolgreich – auf das Einleiten schneller Konter.

Duisburg entwickelte nur wenig Tempo, weil Freiburgs Pressing für ordentlich Stress sorgte. In der 20. Minute etwa, als Jana Vojtekova von Eva Hilsenberg den Ball stahl und eine starke Parade von MSV-Torfrau Kari Närdemann erzwang.

Zielinski schockt SC, Närdemann starker Rückhalt

Duisburg taumelte, Freiburg vergab weitere gute Möglichkeiten auf die Führung für die Gastgeberinnen. Der MSV hatte besondere Schwierigkeiten, die Angriffe der Freiburgerinnen über die Außenbahnen zu unterbinden. Und durfte sich auch bei Närdemann bedanken, dass bis zur Pause kein Gegentor fiel – und der MSV sogar mit einer Führung in die Kabine gehen konnte.

Denn zuvor hatte Duisburg in dieser nicht enden wollenden Drangphase des SC aus dem Nichts einen echten Wirkungstreffer gelandet. Vanessa Fürst marschierte über die rechte Seite, tunnelte bei ihrer traumhaften Einzelleistung Samantha Steuerwald und legte auf für MSV-Kapitänin Zielinski. Diese schloss trocken ab und sorgte für Jubelstürme.

Duisburg kann Freiburg-Druck einfach nicht standhalten

Es änderte sich in Hälfte zwei an den Spielverhältnissen nichts. Zwar traf erst Giovanna Hoffmann, von der MSV-Defensive in Raumdeckung völlig aus den Augen verloren, mit einem Kopfball nur den Querbalken (56.).

Aber dann passierte es: Närdemann segelte bei einer Ecke unter dem Ball durch, Xhemaili köpfte ein zum hochverdienten Ausgleich. Auch Kayikci traf nach einem langen Ball von Steuerwald per Kopf, wurde aber wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung zurückgepfiffen (57.). Weil es den VAR in der Frauen-Bundesliga nicht gibt, war diese knappe Situation nicht endgültig aufzulösen.

Doch wenig später war das Glück dann auf Freiburger Seite: Xhemaili drehte die Partie zugunsten Freiburgs mit einem Wembley-Tor – auf den Fernsehbildern sah es so aus, als habe der Ball die Linie nicht ganz passiert, das Tor gab Schiedsrichterin Angelika Söder trotzdem. Minge versenkte noch einen traumhaften Volley-Schuss im Winkel und wischte Restzweifel an der Duisburger Niederlage schon beiseite, bevor Kayikci noch den 4:1-Schlusspunkt setzte.

NRW-Duell mit SGS Essen steht für MSV an

Am kommenden 10. Spieltag steht für den MSV Duisburg ein Heimspiel an. Dann empfängt der Aufsteiger die SGS Essen zum NRW-Duell (Sonntag, 11.12.2022, 16 Uhr).