Fußball | Bundesliga

"Erschöpft und müde": Eberl verlässt Borussia Mönchengladbach

Stand: 28.01.2022, 14:32 Uhr

Sportdirektor Max Eberl wird Borussia Mönchengladbach nach 23 Jahren im Verein mit sofortiger Wirkung verlassen. Das gaben Eberl und die Vereinsführung auf einer Pressekonferenz bekannt.

Am Donnerstag gab es erste Berichte, jetzt ist es offiziell bestätigt: Sportdirektor Max Eberl wird Borussia Mönchengladbach nach 23 Jahren im Verein auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen. Das gaben Eberl und die Vereinsführung am Freitag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bekannt. Erst Ende 2020 hatte der 48-Jährige seinen Vertrag bis zum Sommer 2026 verlängert.

"Ich bin erschöpft und müde und habe nicht mehr die Kraft, die Position so auszuführen wie es der Verein verdient hätte", sagte Eberl unter Tränen. "Nach 23 Jahren beende ich etwas, das mein Leben war. Die Arbeit hat mir in dieser Zeit immer Freude und Spaß gemacht. Doch viele Dinge, die um diese Arbeit herum passieren, machen mir keine Freude mehr. Die Kraft ist nicht mehr da. Es geht gerade nicht um den Fußball, es geht gerade um mich. Ich bin dankbar, dass der Klub mir die Möglichkeit gegeben hat, einen Schlussstrich zu ziehen."

Steffen Korell übernimmt Aufgaben vorerst

Max Eberl hört in Mönchengladbach auf Sportschau 29.01.2022 02:25 Min. Verfügbar bis 29.01.2023 Das Erste

Borussias Präsident Rolf Königs sagte: "Gestern Nachmittag um 15 Uhr kam das entscheidende Gespräch. Wir haben das respektiert, nicht akzeptiert. Wir sind traurig", so der 80-Jährige. Vizepräsident Rainer Bonhof bestätigte, dass Steffen Korell, Leiter der Scouting-Abteilung, die Aufgaben Eberls in der kommenden Zeit übernehmen wird.

Emotionaler Rücktritt von Max Eberl Sportschau 29.01.2022 02:28 Min. Verfügbar bis 29.01.2023 Das Erste

"Ich will einfach raus, ich will einfach mit Fußball nichts mehr zu tun haben", ergänzte Eberl. "Ich will die Welt sehen, ich will einfach Max Eberl sein. Das ist der Grund, warum ich diese unfassbar schwere Entscheidung zu einem unfassbar unglücklichen Zeitpunkt getroffen habe." Eberl betonte zudem, dass er keinen Wechsel zu einem anderen Verein anstrebe. "Vergesst das ganz schnell", sagte er. "Ich werde einfach mal weg sein und dann sehen wir, was die Zukunft bringt."

Ein Nachfolger für Eberl soll laut Königs zeitnah präsentiert werden. "Wir werden uns nicht viel Zeit geben. Die Möglichkeiten intern haben wir schon abgesteckt. Wir werden uns extern umschauen", sagte er. "Wir sind da offen. Er soll fachlich, sachlich und charakterlich zu uns passen. Das steht oben an."

Drei Mal Champions League unter Eberl

Eberl war im Januar 1999 als Spieler zur Borussia gekommen, im Oktober 2008 übernahm er nach dem Wiederaufstieg der "Fohlen" in die Bundesliga den Posten des Sportdirektors. In der Folge baute er mit begrenzten Mitteln eine Borussia auf, die sich dreimal für die Champions League qualifizierte.

Doch derzeit steckt Gladbach in einer echten sportlichen Krise. Mit dem für 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt losgeeisten Trainer Adi Hütter sowie einem größtenteils zusammengehaltenen Kader, den viele Borussia-Fans als den talentiertesten der letzten Jahre ansehen, steht die Mannschaft nur auf einem enttäuschenden zwölften Platz. Gladbach hat lediglich vier Punkte Vorsprung auf die direkte Abstiegszone. Auch im DFB-Pokal ist die Borussia nach der 0:3-Niederlage im Achtelfinale bei Hannover 96 nicht mehr vertreten.

Eberls Abschied von der Fußball-Welt: "Ich will einfach raus" Sportschau 28.01.2022 00:46 Min. Verfügbar bis 28.01.2023 Das Erste