Ein brennendes Gebäude auf Mallorca.

Kegelbrüder zwischen Warten und Bangen

Stand: 20.05.2024, 06:00 Uhr

Auch zwei Jahre nach dem verheerenden Kneipen-Brand am Ballermann auf Mallorca müssen die unter Verdacht stehenden Hobbykegler aus Münster um ihre Zukunft bangen.

"Das Verfahren läuft nun seit zwei Jahren, das ist, wenn man selbst betroffen ist, eine sehr lange Zeit", teilte die 13-köpfige Gruppe in einer am Freitag von den Anwälten verbreiteten Erklärung mit. Das Verfahren habe einen "großen Einfluss" auf ihr Leben, da man sich "immer wieder" mit der aktuellen Entwicklung beschäftige, hieß es.

Kegelbrüder zwischen Warten und Bangen

WDR Studios NRW 17.05.2024 00:25 Min. Verfügbar bis 17.05.2026 WDR Online


Junge Männer beteuern weiter ihre Unschuld

Den sogenannten Kegelbrüdern aus dem Münsterland wird vorgeworfen, am 20. Mai 2022 kurz nach ihrer Ankunft auf der spanischen Mittelmeer-Insel den Brand einer Kneipe an der Playa de Palma verursacht zu haben. Sie sollen vom Balkon ihrer Hotelzimmer brennende Zigaretten und Alkohol auf das Schilfdach der Gaststätte "Why not Mallorca" geworfen haben. Auch ein Bordell, eine Privatwohnung und Teile des angrenzenden Hotels wurden beim Brand beschädigt. Die jungen Männer beteuern ihre Unschuld.

Ein Mann und eine Frau umarmen sich. Sie weinen.

Ankunft in Deutschland nach acht Wochen U-Haft im Juli 2022

Die Gruppe bestand aus 13 Urlaubern. Einer von ihnen war bereits am Tag nach dem Brand ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Vier weitere hatten das Gefängnis nach rund zweieinhalb Wochen auf Kaution verlassen dürfen. Die restlichen acht saßen rund zwei Monate in Untersuchungshaft, bevor sie in die Heimat zurückfliegen durften.

Anträge vor Gericht eingereicht

Nach dem Kenntnisstand der Anwälte ist eine Freistellung gegen einzelne Mitglieder der Gruppe noch nicht erfolgt. Man stehe aber "den weiteren Ermittlungen positiv gegenüber", so die Gruppe in der Mitteilung. Man habe über das spanische Anwaltsteam "bereits eine Reihe von Beweisanregungen abgestimmt und bei Gericht eingereicht".

"Wir gehen davon aus, dass diese uns entlastenden Anträge im weiteren Verfahren ausreichend gewürdigt werden und zur weiteren prozessualen Klärung in unserem Sinne beitragen", ließ die Gruppe, die sich bisher seit der Rückkehr nach Deutschland in der Öffentlichkeit sehr zurückhaltend gezeigt hat, wissen.