Maskenpflicht in Parks und auf belebten Plätzen: Wie sinnvoll ist das?

Maskenpflicht in Parks und auf belebten Plätzen: Wie sinnvoll ist das?

Von Celina de Cuveland

Herne, Düsseldorf, Dortmund, Köln, Leverkusen - in diesen Städten gilt am Wochenende eine erweiterte Maskenpflicht. Die Einschränkungen beziehen sich vor allem auf Aktivitäten im Freien. Macht das Sinn?

In NRW erweitern einige Städte und Gemeinden am Wochenende ihre Maskenpflicht. In Köln gilt sie ab sofort beispielsweise freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen von zehn bis 22 Uhr an Orten, an denen viele Menschen wegen des guten Wetters aufeinander treffen. Das ist etwa im Stadtgarten, am Aachener Weiher, im Volksgarten und im Jugendpark der Fall.

In Köln weisen Fahrrad-Rikschas auf neue Maskenpflicht-Zonen hin

Nach Angaben der Stadt sind Fahrrad-Rikschas unterwegs, um auf die Erweiterung der Maskenpflicht hinzuweisen bei Bedarf kostenlose Masken an die Bürger zu verteilen. Besonders außerdem: Der Mund-Nasen-Schutz darf nicht zum Rauchen abgenommen werden. Wer etwas essen oder trinken möchte, darf die Maske kurz absetzen. Bisher galt die Maskenpflicht vor allem in belebten Bereichen wie dem Rheinufer, der Altstadt oder der Innenstadt.

Erweiterte Maskenpflicht: In Leverkusen am Rheinufer, Spielplätze in Herne

Auch in Herne, Dortmund und Leverkusen sind Ausweitungen der Maskenpflicht geplant. In Leverkusen gilt sie für's Rheinufer, in Herne betrifft sie jetzt auch Spielplätze sowie an Wochenenden die Wiese im Gysenbergpark und die Flächen an der Künstlerzeche am Rhein-Herne-Kanal. Dort gilt zudem ein Picknick-Verbot.

Auch in Dortmunder Parks gilt am Wochenende: Maske auf

Die Stadt Dortmund hat die Maskenpflicht ebenfalls auf besonders beliebte Park- und Freizeitanlagen ausgeweitet. Betroffen sind Phoenix-See, Fredenbaumpark, Westpark, Rombergpark, Revierpark Wischlingen und Hoeschpark. Dort gilt die Maskenpflicht allerdings nur auf den Wegen und zwar samstags, sonntags und feiertags von 12 bis 18 Uhr. Die Ordnungsämter der betroffenen Städte hatten angekündigt, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren.

Verweilverbot in Düsseldorf

Ein Verbotsschild mit der Aufschrift «Verweilverbotszone - Bitte gehen sie weiter» hängt an einem Gitter an der Rheinpromenade

In Düsseldorf gibt es ähnliche Verschärfungen: Dort gilt in der Altstadt und am Rheinufer an Wochenenden ein Verweilverbot an den Wochenenden. Es besagt, dass man in einer bestimmten Zone nicht mehr länger stehen bleiben, sich hinsetzen oder auf eine Wiese legen darf. Außerdem gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Neu ist, dass auch Jogger am Wochenende eine Maske tragen müssen, während Radfahrer davon befreit sind.

Gegen das Verweilverbot in Düsseldorf von diesem Wochenende an hatte eine Privatperson hatte einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt - doch der Antrag wurde am Freitagnachmittag abgewiesen.

Geringere Ansteckungsgefahr im Freien

Bei einigen Bürgern sorgt die Ausweitung der Maskenpflicht im Freien unterdessen für Verwirrung. Denn Virologen, Forscher und RKI-Chef Lothar Wieler sind sich einig, dass die Ansteckungsgefahr im Freien deutlich geringer ist als in Innenräumen. "Wenn man draußen ist und sich an der frischen Luft bewegt, dann ist die Gefahr bei Null", sagte etwa der Aerosol-Forscher Gerhard Scheuch vor einigen Tagen. Wieler sagte heute auf einer Pressekonferenz, die Ansteckungsgefahr im Inneren sei um ein Vielfaches höher als im Freien.

Verweilverbote könnten dazu führen, dass sich Besucher gar nicht erst auf den Weg machen

Ein wichtiger Aspekt, der jedoch berücksichtigt werde müsse, ist laut WDR-Wissenschaftsjournalistin Ruth Schulz, dass die geplanten Verweil- oder Picknickverbote auch dafür sorgen, dass weniger Menschen einen Ausflug zu beliebten Zielen wie dem Düsseldorfer Rheinufer unternehmen würden. Das wiederum sorgt dafür, dass die Mobilität der Menschen allgemein eingedämmt wird. Auch eine Ausweitung der Maskenpflicht kann dazu beitragen.

Stand: 28.02.2021, 11:58