Schulleiter zu Maskenpflicht im Unterricht: "Machbar, aber anders"

Abiturienten am Gymnasium Dresden Klotzsche stehen vor Beginn der Konsultationen im Treppenhaus und tragen einen Mundschutz.

Schulleiter zu Maskenpflicht im Unterricht: "Machbar, aber anders"

  • Maskenpflicht ab kommender Woche an allen Schulen
  • Bis zum 31.08. soll die Lage neu bewertet werden
  • Im Online-Unterricht dürfen jetzt Noten vergeben werden
  • Interview mit Schulleiter in Bergisch Gladbach

Das Schulministerium hat Maskenpflicht an allen Schulen beschlossen. Während Grundschüler die Masken abnehmen dürfen, solange sie im Klassenraum sitzen, müssen an den weiterführenden Schulen die Masken auch im Unterricht getragen werden. Ein Interview mit Schulleiter Frank Bäcker, er unterrichtet an einem Gymnasium in Bergisch Gladbach.  

Was halten Sie von der jetzt beschlossenen Maskenpflicht, die an weiterführenden Schulen wie ihrem Gymnasium auch während des Unterrichts gelten soll?

Das ist natürlich eine komplett neue Situation. Wir hatten vor den Ferien ja noch die Situation, dass wir in kleinen Lerngruppen eigentlich wieder fast normal arbeiten konnten. Und jetzt mit so einer Gruppe von dreißig maskierten Schülern, das wird eine Herausforderung, das wird neu. Machbar sicherlich, aber anders.

Sie unterrichten Mathe und Deutsch. Welche Bedeutung haben Masken im Unterricht für die Arbeit der Lehrer?  

Alles was guten Unterricht ausmacht, hat ja immer mit Beziehungen zu tun. Beziehungsarbeit ist das A und O, und das wird natürlich anders. Durch das Aufsetzen der Masken muss man sich umstellen, das ist nicht mehr so unmittelbar. Ich finde das schwierig: Man sagt was und schaut in die Gesichter, man guckt, ist das angekommen. Das ist ja, was einen erfahrenen Lehrer so auszeichnet: Dass ich erkenne, wenn ich zum Beispiel in viele fragende Gesichter schaue. Und da muss man mal schauen, wie das wird.

Seit Beginn der Pandemie hat das Schulministerium immer wieder neue Maßnahmen beschlossen: Online-Unterricht, rollierenden, tageweisen Unterricht für die verschiedenen Klassen. Haben sie das Gefühl, die Landesregierung agiert da glücklich?

Das rollierende System fand ich sehr schwierig. Jetzt starten wir erstmal mit dem Präsenzunterricht. Was ich gut finde ist, dass auch mit daran gedacht wurde, wie der Distanzunterricht aussehen kann, wenn er wieder notwendig werden sollte. Der soll ja in Zukunft benotbar sein. Dadurch wird er mit dem Präsenzunterricht gleichgestellt.

Beim Online–Unterricht war bisher die Schwierigkeit, dass man als Lehrkraft schauen musste, wie man die Schüler erreicht, wenn der Notendruck fehlt. Das hat dazu geführt, dass auch einzelne Schüler gesagt haben: Okay, wenn ich die Noten von meinem Halbjahreszeugnis bekomme, bin ich fein raus.

Was halten Sie davon, dass die Maskenpflicht erstmal nur bis zum 31.08. gelten soll, und dann die Lage neu bewertet wird?

Wir haben uns ja fast schon daran gewöhnt, dass wir im dauernden Wandel sind und immer wieder etwas Neues machen müssen. Ich hatte ja gehofft, dass wir bis zu den Herbstferien mal so ein Konzept durchziehen können, ich bin einfach sehr gespannt. Wir sind ja inzwischen sehr flexibel und anpassungsfähig geworden, aber das kann man ja nicht ewig weiter treiben. Ich finde es aber schon vernünftig, generell in bestimmten Abständen zu schauen klappt das, oder klappt das nicht, was können wir verändern, das halte ich für geboten im Moment.

Stand: 03.08.2020, 15:02