Feiertag: Niederländische Städte wollen keinen Besuch aus Deutschland

Stand: 02.10.2020, 14:49 Uhr

Deutsche Feiertage lassen in niederländischen Grenzstädten gewöhnlich die Kassen klingeln. An diesem Samstag ist das anders. Grund: Angst vor Gedränge und Infektionsgefahr.

Mit der niederländischen Lockerheit ist es erst mal vorbei. Wenn an diesem Samstag Menschen aus Nordrhein-Westfalen am Tag der Deutschen Einheit zu einer Einkaufstour nach Venlo, Enschede, Dinxperlo oder Winterswijk aufbrechen, könnten sie vor geschlossenen Parkplätzen oder Einkaufszentren stehen.

Die Städte haben bereits vor Tagen an die Deutschen appelliert, auf einen Besuch am Samstag zu verzichten. Sie fürchten Gedränge in ihren Innenstädten: Angesichts der angespannten Corona-Lage in den Niederlanden wollen sie das Risiko nicht eingehen. Wenn es zu voll wird, wollen sie notfalls ihre Einkaufsstraßen sperren.

Venlos OB: Kommt besser unter der Woche

"Am besten bleiben Sie zuhause", sagte Antoin Scholten, Oberbürgermeister von Venlo, dem WDR am Donnerstag. Es sei zwar "Wahnsinn", dass ausgerechnet er zurzeit keine Werbung für seine Stadt machen dürfe. Aber in Zeiten der Pandemie sei eben alles anders. Wenn überhaupt sollten die Deutschen unter der Woche kommen. Das gelte für die gesamte Region Limburg, also neben Venlo auch für Maastricht, Roermond oder Heerlen.

Urlaub in NRW: Ausflüge in Zeiten von Corona

Die Herbstferien stehen vor der Tür. Wer sich nicht mit Corona-Beschränkungen auseinandersetzen will, muss nicht in die Ferne schweifen. Wie wäre es mit ein paar Ausflügen in NRW?

Ausblick vom Oelberg im Siebengebirge bei Königswinter

Wandern lässt es sich bei trockenem Wetter im Siebengebirge im Südosten Bonns. Zur Auswahl stehen beispielsweise Rundtouren in Königswinter und Bad Honnef. Lauffreudige begeben sich auf dem insgesamt 15 km langen Beethoven-Wanderweg auf die Spuren des berühmten Komponisten.

Wandern lässt es sich bei trockenem Wetter im Siebengebirge im Südosten Bonns. Zur Auswahl stehen beispielsweise Rundtouren in Königswinter und Bad Honnef. Lauffreudige begeben sich auf dem insgesamt 15 km langen Beethoven-Wanderweg auf die Spuren des berühmten Komponisten.

Am Niederrhein können der Park und die Gärten von Schloss Dyck besucht werden. Es gilt als eines der bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlands.

Oder wie wäre es mit einer Tour zum Baldeneysee in Essen? Hier kann ordentlich gewandert werden -  beispielsweise zum Hügelpark und zur Villa Hügel.

Gleich in der Nachbarschaft lädt der Kemnader See in Bochum zur Tour ein. Bei schlechtem Wetter können Besucher im Freizeitbad Heveney planschen.

Am Möhnesee kann der Bismarckturm nicht besichtigt werden. Naturführungen oder Bootsausflüge sind dagegen möglich.

In der Eifelregion können die sogenannten Traumpfade bewandert werden. Falls es bei schönem Wetter voll wird, können Wanderer Wege aufsuchen, die nicht so bekannt oder ausgeschildert sind. "Es gibt gut befestigte Strecken abseits der Wanderpfade", sagt Klaus Schäfer, Geschäftsführer von Eifel Tourismus.

Während der Ferien gibt es bei den sagenumwobenen Externsteine in Bad Meinberg Sonderführungen. Die rund 40 Meter hohen Felsen gehören zu den bekanntesten Naturdenkmälern in Deutschland.

Das Hermannsdenkmal kann erklommen werden. Allerdings müssen sich Gäste an die 3G-Regel halten.

Der Kölner Dom kann ebenfalls besucht werden - allerdings mit Mundschutz.

Kaffeebetreiber: Aufruf ist eine Katastrophe

Ümit Kurt betreibt eine kleine Kaffeebar im Zentrum von Venlo. Für Kleinunternehmer wie ihn sei so ein Aufruf eine Katastrophe, meint der gebürtige Düsseldorfer. "Sicherheit geht vor. Aber für Unternehmer ist es unheimlich schwer, über die Runden zu kommen." Schon die Nachrichten über die steigenden Infektionszahlen in den Niederlanden hätten seinem Geschäft geschadet.

Möglicherweise wäre aber der große Ansturm auf Holland am Samstag ohnehin ausgeblieben. Die Wetterprognose: klamme 15 Grad und Regen.