Infektionsschutz - Wie können Schüler und Lehrer vor Corona geschützt werden?

Infektionsschutz - Wie können Schüler und Lehrer vor Corona geschützt werden?

Ist Distanzunterricht im Kampf gegen Covid-19 effektiv?

Davon gehen Wissenschaftler der ETH Zürich aus. Sie veröffentlichten am 10. Januar 2021 eine Studie, wonach sich in der Schweiz im Kampf gegen die Corona-Pandemie Schulschließungen bzw. Distanzunterricht als eine der effektivsten Maßnahmen erwiesen haben.

Demnach wurde die Mobilität um 21,6 Prozent reduziert, als die Schweizer Behörden im März 2020 die Schließung der Schulen anordneten. Schulschließungen verminderten also die Mobilität und führten damit zu einer Verringerung der Covid-19-Erkrankungen, erläuterte einer der ETH-Forscher.

Für die Studie wurden mit Hilfe von Telekommunikationsdaten 1,5 Milliarden Bewegungen ausgewertet. Die Schulen waren im Frühjahr wegen der Pandemie rund zwei Monate geschlossen.

Schulschließungen bzw. Distanzunterricht stehen aber auch stark in der Kritik: Viele Schülerinnen und Schüler würden dadurch abgehängt.

Warum sind Virologen dafür, Klassen zu verkleinern?

Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte: Während der Corona-Pandemie sei es generell sinnvoll, größere Gruppen aufzuteilen, um Superspreader-Events zu verhindern. Das gelte auch für Schulklassen. "Die Infektionsgefahr in Schulen ist natürlich genau so wie die Infektionsgefahr in jeder anderen vergleichbaren Situation", so Drosten im Herbst 2020 im NDR-Podcast.

Wie oft soll ein Klassenraum gelüftet werden?

Anfang des Jahres hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) Wissenschaftler aus Virologie, Hygiene und Strömungsmechanik zu dieser Frage angehört. Dabei hatten sich die Experten dafür ausgesprochen, Klassenzimmer im 20-Minuten-Takt für drei bis fünf Minuten stoßzulüften. Während der Pausen sollen auch die Türen für Durchzug geöffnet werden.

Manche Eltern haben Angst, ihre Kinder könnten sich erkälten. Andere argumentieren: Man müsse, um Erkältungskrankheiten zu vermeiden, nicht die Kälte meiden - sondern geschlossene Räume mit Menschen, die Erkältungsviren verbreiten.

Können Masken Kindern schaden?

Noch gilt in NRW für Kinder ab dem Schuleintritt eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Das gilt auch für den Unterricht.

Manche Eltern, Erzieher und Lehrer befürchten, dass die Masken Kindern schaden könnten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatte dazu festgestellt: Nach allen bisher vorliegenden Erkenntnissen stelle das Tragen von Masken keine gesundheitliche Gefahr dar.

"Die chirurgischen oder auch die so genannten Alltags-Masken mögen ein wenig unbequem sein für Kinder, sie schränken aber das Ein- und Ausatmen nicht ein, führen weder zu einer Einschränkung der Sauerstoffversorgung, noch zu einer gefährlichen Anreicherung von Kohlendioxid", schrieb der Verband in einer Stellungnahme.

Warum müssen auch Lehrer eine Maske tragen?

Wenn ein Lehrer im Frontalunterricht vor der Klasse stehe, sei dies "eine ähnliche Situation wie im Chor", sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der Zeitung "Die Welt". Ein Lehrer könne so zum Superspreader werden. Der Begriff steht dafür, dass eine Person viele andere ansteckt.

Das Problem beim Singen und auch beim lauten Sprechen ist: Man erzeugt eine nicht unerhebliche Menge an Tröpfchen und Aerosolen. Über sie können andere im Raum infiziert werden. Ein weiteres Problem: Der empfohlene Sicherheitsabstand in NRW von 1,5 Meter könne in beengten Klassenräumen oft nicht eingehalten werden, so Fischbach. Deshalb plädieren Kinder- und Jugendärzte zum Schutz vor Corona für eine Maskenpflicht für Lehrer auch im Klassenzimmer.

Auch Selbstschutz ist ein Grund: FFP2-Masken können Lehrkräfte vor einer Infektion schützen. Studien - etwa aus Hamburg oder Österreich - zeigen eindeutig, dass in der Schule Übertragungen stattfinden.

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Stand: 29.07.2021, 17:56

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