Neue Omikron-Variante XBB.1.5: Was wir bisher wissen

Stand: 05.01.2023, 10:56 Uhr

In den USA und Europa breitet sich eine neue Coronavirus-Variante aus. Laut WHO ist die Omikron-Subvariante XBB.1.5 besonders ansteckend. Gesundheitsminister Lauterbach rät zur Vorsicht.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist besorgt über die neue Coronavirus-Variante XBB.1.5. "Hoffentlich kommen wir durch den Winter, bevor eine solche Variante sich bei uns ausbreiten kann", schrieb er in der Nacht zu Donnerstag auf Twitter. "Wir überwachen, ob und wie stark XBB.1.5 in Deutschland auftritt." Die neue Variante lasse im Nordosten der USA die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigen.

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Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte Anfang des Jahres geschätzt, dass XBB.1.5 in der Woche vor dem Jahreswechsel rund 40,5 Prozent aller Neuansteckungen in den USA ausgemacht hatte.

Am Mittwoch hatte sich bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO) besorgt über die neue Coronavirus-Variante gezeigt. Die erst seit Kurzem bekannte Variante sei so leicht übertragbar wie keine der bisher bekannten Varianten. Das wirft Fragen auf.

Wo wurde die neue Variante bisher nachgewiesen?

Die im Oktober entdeckte Variante breitet sich nach Angaben der WHO vor allem in den USA und Europa aus und wurde bereits in 29 Ländern nachgewiesen. Es handelt sich demnach um eine Untergruppe der Omikron-Variante, die seit Ende 2021 zirkuliert. XBB.1.5 ist mit der BA.2-Variante verwandt.

"In den vergangenen Wochen häufen sich die Berichte über Krankenhauseinweisungen und Druck auf die Gesundheitssysteme, insbesondere in den Regionen der nördlichen Hemisphäre, wo auch Atemwegserkrankungen wie die Grippe grassieren", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Erste Infektionsmeldungen über die Variante XBB.1.5 gibt es allerdings auch aus Pakistan. Die dortigen Gesundheitsbehörden vermuten, dass die Variante über China nach Pakistan kam. Beide Länder pflegen intensive Wirtschaftsbeziehungen miteinander.

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Wie gefährlich ist die neue Variante?

Dazu gibt es von der Weltgesundheitsorganisation noch keine abschließende Einschätzung. Sie teilte aber mit, eine Risikoanalyse sei in Arbeit und werde in Kürze veröffentlicht. Klar sei aber, dass XBB.1.5. so leicht übertragbar sei wie keine der bisher bekannten Varianten.

Es gebe bislang aber keine Anzeichen dafür, dass XBB.1.5 schwerere Erkrankungen auslöst als andere Virusvarianten, sagte Maria Van Kerkhove, Leiterin des WHO-Programms zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Der Anstieg der XBB.1.5-Fälle mache deutlich, wie wichtig es sei, "Covid-19 weiterhin weltweit zu überwachen".

Was sagen Virologen?

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer erwartet nicht, dass eine neue Variante gefährlicher werden könnte. Vielmehr habe sich das Virus darauf spezialisiert, immer ansteckender zu werden und das könnte sich in der Entwicklung fortsetzen.

Virologe Oliver Keppler weist darauf hin, dass es wichtig ist, jetzt nicht mit dem Finger auf einzelne Länder zu zeigen, die derzeit stark betroffen sind - ob das China oder die USA sind. Das wäre unangemessen. "Man sollte sich immer bewusst sein, dass neue Varianten von SARS-CoV-2 täglich überall auf der Welt, auch bei uns, entstehen und sich von dort ausbreiten können."

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