"Lockdown" - Wie geht es nach dem 10. Januar weiter?

Zum Start des bundesweiten Corona-Lockdowns bleibt die Dortmunder Innenstadt leer

"Lockdown" - Wie geht es nach dem 10. Januar weiter?

Von Anna Palm

Die Corona-Lage in Deutschland ist nach wie vor sehr schlecht; es scheint kaum möglich zu sein, Pläne zu machen. Die Intensivstationen sind am Limit. Am Mittwoch wurden vom Robert Koch-Institut erstmals mehr als 1.000 Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet.

Verschiedene Politiker, darunter NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, geben bereits deutliche Signale, dass die Corona-Maßnahmen über den 10. Januar hinaus verlängert werden. Wie genau, ist noch nicht klar.

"Die Todeszahlen haben einen absoluten Höhepunkt erreicht. Unter dem Gesichtspunkt halte ich es geradezu für ausgeschlossen, dass wir in wenigen Tagen Zahlen hätten, die etwas anderes ermöglichen als eine Verlängerung des Lockdowns", sagte Laschet am Mittwoch. Am 5. Januar wollen Bund und Länder beraten. Was könnte in den nächsten Wochen und Monaten auf uns zukommen?

Weihnachten und Silvester könnten für viele Neuinfektionen sorgen

Kurzfristig gibt es Befürchtungen, dass die Zahl der Neuinfektionen durch zu viele Kontakte an Weihnachten und Silvester ansteigen könnte - mit etwas zeitlicher Verzögerung. "Möglicherweise könnten noch mehr Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert sein und in der Folge mehr Menschen auf der Intensivstation behandelt werden müssen, und dann würden leider auch noch mehr Menschen an Covid-19 sterben", sagt die WDR-Wissenschaftsjournalistin Julia Polke. Das würde weiterhin bedeuten, dass es vermutlich noch länger starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens gibt.

Wann werden Schulen wieder geöffnet?

Viele Diskussionen gab es um die Rolle der Schulen in der Pandemie. Auch da wird am 5. Januar besprochen, wie es weitergeht. Immer wieder hieß es erst - auch in Studien -, Schulen würden nicht für viele Infektionen sorgen. Schulen spielen aber eine "große Rolle", sagt Julia Polke. "Das Problem ist: Kinder und Jugendliche haben häufig keine oder nur sehr milde Symptome, sodass sie das Virus unbemerkt an andere weitergeben können." Das wird von neuen Studien gedeckt.

Bundesgesundheitsminister Spahn betonte in diesem Zusammenhang am Morgen in einer Pressekonferenz, er wolle Schulen und Kitas im Zweifel "lieber eine Woche zu lang als eine Woche zu kurz" schließen. In Hamburg wurde bereits beschlossen, dass die Präsenzpflicht an Schulen bis zum 17. Januar aufgehoben bleibt. Laschet sagte im WDR-Westblick: "Es gibt die Alternative Präsenzunterricht oder es gibt die Alternative Hybridunterricht, wo ein Teil der Kinder vielleicht in der Schule ist und ein Teil zuhause lernt, damit die Abstände einhaltbar sind. Viel anderes gibt es nicht."

Kontaktbeschränkungen bis zum Frühling?

Und danach, im Februar und März? Die Virologin Sandra Ciesek geht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur davon aus, dass die Einschränkungen mit der Zeit geringer werden, aber nur langsam. Sie rechnet mit Verbesserungen im Frühsommer, wenn mehr Zeit draußen verbracht werde und sich die Wirkung der ersten Impfungen bemerkbar mache: "Grob geschätzt vielleicht im März. Bis dahin sind die Todeszahlen vor allem abhängig von der Anzahl der Neuinfektionen und die anderen Maßnahmen bleiben unsere einzige Waffe." Julia Polke schätzt das ähnlich ein. Sie vermutet vor allem, dass starke Kontaktbeschränkungen noch länger bestehen bleiben.

Laschet hofft auf eine deutliche Entspannung im Sommer: "Das ist meine Hoffnung für das Jahr 2021: dass wir vielleicht schon im Sommer wesentlich entspannter in den Rest des Jahres gehen. Das Virus ist dann noch nicht weg. Aber den schlimmen Lockdown, den wir im Moment erleben, und alle Beschränkungen, die werden wir dann überwunden haben".

Stand: 30.12.2020, 15:55