Trotz Corona-Appellen: Volle Innenstädte im "Lockdown light"

 Die Einkaufsstraße und Fußgängerzone ist am Nachmittag gut besucht

Trotz Corona-Appellen: Volle Innenstädte im "Lockdown light"

Mit dem "Lockdown light" soll die Zahl der Corona-Neuinfektionen gesenkt werden. Die Politik setzt auf Appelle. Die kommen aber nicht überall an, zeigt eine WDR-Analyse.

Die Gastronomie geschlossen, die Karnevalseröffnung ausgefallen, alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. Mit diesen drastischen Maßnahmen wollen Bund und Länder die Zahl der Corona-Neuinfektionen senken. Gleichzeitig sollen Kitas, Schulen und der Einzelhandel unbedingt offen bleiben.

Dafür wurden die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum noch einmal verschärft. So dürfen sich in NRW seitdem nur maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen.

Statt weiterer Vorschriften appelliert die Politik an die Bürgerinnen und Bürger, zuhause zu bleiben, wann immer es möglich ist, und auch dort Kontakte außerhalb des eigenen Familienkreises zu vermeiden.

Update der Corona-Lage: Hoffnung auf schnelle Impfstoff-Zulassung WDR aktuell 20.11.2020 Verfügbar bis 27.11.2020 WDR Von Carsten Upadek

Viele Passanten in den Innenstädten trotz Appellen

Doch offenbar halten sich viele Menschen nicht an diesen Aufruf. Das zeigt eine WDR-Analyse. Während es keine Daten zu Treffen in den eigenen vier Wänden gibt, zeigen Daten aus den Innenstädten, dass viele Menschen gerade am Wochenende weiterhin in die Einkaufsstraßen strömen. In Dortmund, Essen, Bonn und Düsseldorf ist die Zahl der durchschnittlichen Passanten an Samstagen im November im Vergleich zum Oktober sogar gestiegen.

Ein Grund dafür könnte sein, dass es an den meisten Samstagen im Oktober in NRW regnete, während der erste Samstag im November sonnig war und viele Besucher in die Innenstädte lockte.

Zahl der Neuinfektionen in Dortmund gestiegen

Die Zahlen belegen zwar nicht, ob sich Menschen beim Shoppen in den Einkaufsstraßen angesteckt haben. Sie geben aber einen Eindruck davon, wie sich Menschen an Appelle halten.

Während die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen beispielsweise in Düsseldorf seit Anfang des Monats deutlich gesunken ist, liegt sie in Dortmund mittlerweile über dem Wert vom 2. November.

Grund genug für den Dortmunder Oberbürgermeister Thomas Westphal, sich am Freitag mit einer eindringlichen Videobotschaft an die Einwohner zu wenden. "Halten Sie Abstand und vermeiden Sie unnötige Kontakte. Auf Sie kommt es jetzt an!"

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Stand: 20.11.2020, 13:30