18. September 2008 - Vor 225 Jahren: Todestag des Mathematikers Leonhard Euler

Stichtag

18. September 2008 - Vor 225 Jahren: Todestag des Mathematikers Leonhard Euler

Eine besonders ausgefallene Tanzformation sollte es sein: 36 Offiziere mit sechs verschiedenen Dienstgraden aus sechs verschiedenen Regimentern sollen sich so auf einer quadratischen Fläche aufstellen, dass in jeder Reihe und Spalte nur ein Offizier eines Regiments und eines Dienstgrads steht. Die russische Zarin Katarina beauftragt 1766 den Schweizer Mathematiker Leonhard Euler mit der Lösung des Tanzproblems. Der grübelt, rechnet und weist ihr nach: Anders als bei 25 oder 49 Offizieren ist dieser Tanz unmöglich. Euler entwickelt die Aufgabe weiter und macht daraus eine im 18. Jahrhundert beliebte Kniffelei, bei der Zahlen oder Symbole in den Reihen und Spalten eines Quadrats nur je einmal auftauchen dürfen. 200 Jahre später wird seine Erfindung erst in Japan, dann in der ganzen Welt unter dem Namen Sudoku populär.

Euler wird 1707 in Basel geboren. Sein Vater, ein Dorfprediger, unterweist ihn schon früh im Rechnen. Später darf er das Gymnasium in Basel besuchen. Hier erhält Euler Unterricht beim berühmten Mathematiker Johanni Bernoulli, dessen Söhne ebenfalls bekannte Rechenkünstler werden. Trotzdem wird Bernoulli Euler kurz vor seinem Tod als seinen legitimen Nachfolger bezeichnen. 1727 bewirbt sich Euler auf den Lehrstuhl für Physik in Basel. Als er abgelehnt wird, geht er an die Akademie der Wissenschaften nach Sankt Petersburg.  Als Akademiemitglied löst er das Problem der so genannten inversen Quadratzahlen: Wenn man 1 + 1/4 + 1/9 + 1/16 usw. addiert, kommt als Summe Pi zum Quadrat durch sechs heraus. Dass Euler mit dieser Lösung zugleich eine Verbindung zur Geometrie des Kreises schlagen kann - und auch noch das Zeichen für Pi erfindet -, macht ihn in Gelehrtenkreisen noch berühmter.

In Petersburg wird Euler Physik- und Mathematikprofessor. Doch unter der neuen Zarin Elisabeth I. sind an der Akademie ausländische Gelehrte plötzlich nicht mehr willkommen. So gelingt es Friedrich II., Euler mit der Gründungsidee einer Berliner Akademie der Wissenschaften nach Preußen zu locken. Seine Frustration über die eindeutig geisteswissenschaftliche Ausrichtung der Einrichtung führt dazu, dass er 1766, im Alter von 60 Jahren, mitsamt Familie und Dienstboten, zurück nach Sankt Petersburg geht. Hier stirbt Euler, inzwischen erblindet, am 18. September 1783.

Stand: 18.09.08