12. Januar 1919 - Der Spartakusaufstand wird niedergeschlagen

Karl Liebknecht spricht während des Spartakusaufstandes in der Berliner Siegesallee zu der Menge

12. Januar 1919 - Der Spartakusaufstand wird niedergeschlagen

Die deutsche Revolution beginnt in Kiel: Im Oktober 1918 weigern sich Matrosen, am Ende des verlorenen Ersten Weltkrieges auszulaufen. Die Meuterer entwaffnen die Offiziere und übernehmen mit ihrem Matrosen- und Soldatenrat die Macht.

Das Kieler Beispiel macht Schule. Überall, wo Abordnungen der Matrosen hinkommen, schließen sich ihnen Arbeiter, Soldaten und Frauen an. Ihre Forderung: Beendigung des Krieges, Abdankung des Kaisers, Demokratisierung.

Niederschlagung des Spartakusaufstands (am 12.1.1919)

WDR 2 Stichtag 12.01.2019 04:13 Min. Verfügbar bis 09.01.2029 WDR 2

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Streit im linken Lager

Am 9. November 1918 bricht die Monarchie zusammen: Der SPD-Chef Friedrich Ebert wird zum Reichskanzler berufen. Sein Parteifreund Philipp Scheidemann proklamiert vom Balkon des Reichstages die "deutsche Republik". Er will der linksradikalen Konkurrenz zuvorkommen.

Denn Karl Liebknecht ruft zwei Stunden später vom Balkon des Berliner Schlosses die "freie sozialistische Republik" aus. Er führt zusammen mit Rosa Luxemburg den Spartakusbund. Die SPD befürchtet einen kommunistischen Umsturz, wie ein Jahr zuvor in Russland.

SPD paktiert mit Militär

Die Regierungsmacht liegt beim "Rat der Volksbeauftragten". Er besteht zunächst aus Mitgliedern von SPD und USPD - den unabhängigen Sozialdemokraten, die sich wegen der Frage nach Frieden mit der alten SPD während des Krieges überworfen haben.

Um seine Macht abzusichern, schließt Ebert mit General Wilhelm Groener einen Pakt: Die Regierung erhält im Fall linksradikaler Angriffe militärische Hilfe.

Polizeichef verweigert Rücktritt

Als an Weihnachten 1918 harte militärische Mittel gegen revolutionäre Matrosen eingesetzt werden, tritt die USPD aus der Regierung aus. Ihr Polizeichef von Berlin, Emil Eichhorn, will seinen Posten aber nicht räumen. Seine Entlassung am 4. Januar 1919 wird zum Auslöser des sogenannten Spartakusaufstandes.

Die frisch gegründete, aus dem Spartakusbund hervorgegangene KPD ruft zum Sturz der Ebert-Regierung auf. Am Folgetag entfesseln Revolutionäre einen bewaffneten Aufstand in Berlin.

Frontsoldaten gegen Revolutionäre

Für die SPD-Regierung schlägt Gustav Noske zurück. Er paktiert mit Freikorps, rechten Verbänden aus bewaffneten Frontsoldaten. Als die Kommunisten mit schwachen Kräften das Zeitungsviertel besetzen, erobern es die Freikorps zurück - mit Maschinengewehren, Flammenwerfern und Mörsern.

Offiziell werden 156 Menschen erschossen, darunter viele Zivilisten. Nach der Niederschlagung des Aufstandes am 12. Januar werden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg drei Tage später verhaftet und ermordet.

Programmtipps:

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 12. Januar 2019 ebenfalls an die Niederschlagung des Spartakusaufstandes. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 12.01.2019, 00:00