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So gefährlich kann die Grippe jetzt für uns werden

Ein Frau liegt krank im Bett

So gefährlich kann die Grippe jetzt für uns werden

Von Barbara Brüwer

Diesen Winter könnte uns die Grippewelle besonders umhauen. Wer sich jetzt impfen lassen sollte und was gegen die Beschwerden hilft.

Abstand halten, Hände waschen, desinfizieren, Maske tragen – die Hygienemaßnahmen für die Corona-Pandemie haben uns nicht nur vor dem Coronavirus geschützt. Auch die Grippewelle ist in der Saison 20/21 ausgeblieben. Nur 564 Influenza-Fälle hat das Robert-Koch-Institut registriert. Im Jahr davor waren es fast 190.000.

Macht unser Immunsystem schlapp?

Der Nebeneffekt: Durch die zahlreichen Schutzmaßnahmen sind viele Menschen nicht mit den Erregern der vergangenen Saison in Berührung gekommen. Da vor allem das Immunsystem der Kinder noch nicht so ausgebildet ist, sind sie jetzt sehr anfällig für die Grippe. Und die können sie natürlich auch an Erwachsene weitergeben.

Impfen ist das A und O

Helfen würde die Impfung – doch das Robert Koch-Institut meldet, dass die Impfquote schon seit Jahren zu gering sei. Wenn sich mehr Menschen impfen, verhindert das viele schwere Verläufe und entlastet die Krankenhäuser. Das ist wichtig, denn sollten Grippewelle und Coronawelle im Herbst aufeinander treffen, kann es schnell zu Engpässen kommen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für alle Personen ab 60 Jahren, Personen mit Grundleiden, zum Beispiel durch chronische Erkrankungen, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und alle, die mit Risikopatienten engen Kontakt haben oder durch ihre Arbeit einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

Grippeimpfung parallel zur Coronaimpfung – geht das?

Bezüglich der Kombination mit der Coronaimpfung hat die STIKO keine Bedenken. Sie hat sich sogar für eine parallele Impfung ausgesprochen. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass einer der beiden Impfstoffe nicht mehr wirken könnte, wenn beide am gleichen Tag verimpft werden. Allerdings sollten die Impfstoffe nicht in den gleichen Arm gespritzt werden.

Vorsicht bei Medikamenten

Wenn es einen dann doch erwischt, greifen viele zu freiverkäuflichen Medikamenten. Doc Esser rät jedoch im WDR-2-Podcast „Frag dich fit“ von Kombinationspräparaten ab: „Das macht tatsächlich oft überhaupt gar keinen Sinn und viele überdosieren sich dann aus Versehen“ – zum Beispiel, wenn sie parallel andere Medikamente einnehmen. Das kann organschädigend sein. In der Regel sind Bett, Tee und Abwarten die beste Medizin. Doc Essers Geheimrezept sind heiße Kartoffeln, die in einem Waschlappen zerdrückt und dann beispielsweise auf die Nebenhöhlen gelegt werden.

Wenn die Beschwerden nach drei bis fünf Tagen nicht besser werden oder sogar neue Symptome dazu kommen, sollte man einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Wird die Grippewelle diesen Winter besonders heftig?

Frag Dich fit 01.10.2021 23:29 Min. Verfügbar bis 03.10.2031 WDR Online


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Stand: 30.09.2021, 15:00