Iranerin aus Münster spricht über die aktuelle Lage in ihrem Heimatland

Lokalzeit Münsterland 14.10.2022 03:14 Min. Verfügbar bis 14.10.2023 WDR Von Alina Freimann

Solidarität in Münster mit den Menschen im Iran

Stand: 17.10.2022, 10:00 Uhr

Zwei Frauen aus dem Iran versuchen von Münster aus Menschen im Iran zu unterstützen. In dem Land werden Proteste gegen den Tod einer jungen Frau brutal unterdrückt.

Mahsa Amini: Der Tod der 22-jährigen Iranerin, die im Polizeigewahrsam in Teheran ins Koma fiel und später starb, hat einen weltweiten Protest ausgelöst. Nicht nur im Iran, sondern in vielen Ländern der Welt demonstrieren Iraner gegen die Gewalt der Sittenpolizei. In Münster organisiert Shouresh Shakibapour die Proteste.

Wütend und traurig

Vor 33 Jahren floh die heute 41-Jährige mit ihren Eltern und Geschwistern nach Deutschland. Sie hat Familie im Iran, Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen, um die sie sich Sorgen macht. Viele junge Frauen und auch Männer sind bereits bei den Protesten gestorben. Noch deutlich mehr wurden inhaftiert. Shouresh Shakibapour macht das wütend und traurig.

"Wenn jetzt nichts passiert, sind das die Nächsten, die sterben. Die werden ja nicht freigelassen. Die Frauen werden vergewaltigt, geschlagen, verprügelt." Shouresh Shakibapour
Eine Frau vor einer Hecke

Shouresh Shakibapour unterstützt die Proteste im Iran

Sie traut sich, bei den Protesten in Münster, ihr Gesicht zu zeigen und das Regime anzuklagen. In den Iran reisen, das werde sie in naher Zukunft allerdings aus Sicherheitsgründen nicht mehr. "Nicht, so lange dieses Regime herrscht."

Kämpfe für mehr Freiheit

Mit auf den Protesten ist Parvin. Die 63-Jährige möchte anonym bleiben - aus Angst um ihre Familie im Iran. Sie mag sich gar nicht vorstellen, wie sich die Mutter der getöteten Iranerin fühlt und alle Mütter der jungen inhaftierten Demonstrierenden. Die jungen Leute im Iran hätten das fanatische Regime "so satt", sagt sie. "Die wollen befreit leben." Diese Proteste empfindet sie als die letzte Chance, das Regime zu vertreiben. "Es bleibt nur ein Weg: Kämpfen, kämpfen und weiter kämpfen."

Die junge Frau, die die Massenproteste im Iran auslöste, Masha Amini, war am 13. September von der iranischen Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie gegen die islamische Kleiderverordnung verstoßen haben soll. Bis heute ist ungeklärt, was genau nach ihrer Festnahme geschah. Die 22-Jährige fiel ins Koma und starb am 16. September in einer Klinik.

Über dieses Thema haben wir am 14.10.22 in der Lokalzeit Münsterland im WDR Fernsehen berichtet.