Polizist erschießt suizidgefährdeten Mann

Lokalzeit OWL 12.10.2023 Verfügbar bis 12.10.2025 WDR Von Cornelia Böcker

Vier Schüsse: Polizist tötet Mann im Kreis Paderborn

Stand: 13.10.2023, 15:23 Uhr

In Delbrück im Kreis Paderborn hat ein Polizist einen Mann mit seiner Dienstwaffe erschossen. Zuvor war der 30-jährige Getötete mit einem gezogenen Messer auf die Polizisten zugegangen.

Einem 30-Jährigen wurde am Mittwoch von einem Polizisten in den Kopf und in den Bauch geschossen. Die Obduktion ergab, dass der Mann an diesen Verletzungen starb. Insgesamt soll er von vier Schüssen getroffen worden sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Insgesamt sollen vier Beamte nach dem Vermissten gefahndet haben. Er soll sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben und mit einem längeren Küchenmesser auf die Polizisten zugegangen sein. Dabei soll die Entfernung zu zwei von ihnen weniger als eine Streifenwagenlänge betragen haben.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei davon auszugehen, dass "die Schussabgabe durch Notwehr gerechtfertigt war".

30-Jähriger zuvor als vermisst gemeldet

Bei der Polizei Paderborn wurde am frühen Mittwochnachmittag der 30-Jährige als vermisst gemeldet. Er soll Suizidabsichten gehabt haben. Eine Suche, auch mit einem Polizeihubschrauber, verlief negativ. Am frühen Abend gingen Hinweise zum Aufenthaltsort des Mannes ein. Der Gesuchte soll an der Westenholzer Straße kurz vor Nordhagen gesehen worden sein.

Als die Polizisten eintrafen, sollen diese laut der Pressemitteilung den Mann angesprochen haben. Dieser habe dann das Küchenmesser gezogen und sei auf die Beamten losgegangen. Der 27-jährige Polizist soll daraufhin seine Dienstwaffe gezogen haben und den Angreifer tödlich verletzt haben.

Kameras der Polizei waren ausgeschaltet

Ersten Angaben nach waren die Bodycams der Polizisten und auch die Kameras der beiden Streifenwagen nicht eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft Paderborn ermittelt jetzt gegen den 27-jährigen Polizisten wegen Totschlags.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe

Wer sich mit Suizidgedanken trägt, empfindet seine persönliche Lebenssituation als ausweglos. Doch es gibt eine Fülle an Angeboten zur Hilfe und Selbsthilfe, auch anonym.

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie 116 123 rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und in jeder Hinsicht anonym. Der Anruf hier findet sich weder auf Ihrer Telefonrechnung noch im Einzelverbindungsnachweis wieder.

Menschen muslimischen Glaubens können sich an das muslimische Seelsorgetelefon wenden. Es ist ebenfalls kostenfrei und anonym 24 Stunden am Tag unter der Rufnummer 030/44 35 09 821 zu erreichen.

Chat der Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge bietet Betroffenen auch die Möglichkeit an, sich Hilfe per Chat zu holen. Dazu meldet man sich auf deren Webseite an.

E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge

Menschen mit Suizidgedanken können sich auch an die E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge wenden. Der E-Mail-Verkehr läuft über die Webseite der Telefonseelsorge und ist deshalb nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden.

Anlaufstellen für Opfer von häuslicher Gewalt

Das Hilfetelefon ist anonym, kostenfrei und rund um die Uhr unter 08000 116 016 erreichbar.

Der Weiße Ring bietet ebenfalls einen anonymen Telefondienst unter 116 006 sowie eine Online-Beratung.

Überblick auf Hilfsangebote

Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) zahlreiche Informationen zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und sozialpsychiatrischen Diensten aufgelistet, an die sich Suizidgefährdete und Angehörige wenden können, um Hilfe zu erhalten. Entsprechende Informationen finden Sie unter nachfolgendem Link.

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