Schülerin aus Münster entwickelt Sicherheits-App

Stand: 07.03.2023, 20:00 Uhr

Eine Schülerin aus Münster hat eine App entwickelt, die Frauen und Mädchen ein sicheres Gefühl in beklemmenden Situationen geben soll. Dafür hat sie schon Preise abgeräumt.

Von Dominik Hamers

Menschen laufen durch eine Unterführung.

Dunkle Tunnel sorgen für ein Unsicherheitsgefühl

Ein dunkler Weg, ein langer Tunnel – niemand ist zu sehen und doch ist die Situation bedrohlich. Ein beklemmendes Gefühl, vor allem aber eine Situation, die fast alle Frauen und Mädchen auf dem Weg zu Fuß schon einmal erlebt haben.

Eine Schülerin in ihrem Büro.

App-Entwicklerin Nour Idelbi

Auch Nour Idelbi aus Münster. Die 17-Jährige hat sich vorgenommen, etwas gegen dieses Gefühl zu tun. Sie hat gemeinsam mit Joline Reker aus Schieder eine App entwickelt.

4.000 Menschen nutzen die App bisher

Safe Space heißt diese App, sie soll Nutzerinnen miteinander verbinden. 4.000 Menschen haben sie bereits heruntergeladen. Das Ziel der App: "Es geht sehr, sehr stark um dieses Gefühl, dass jemand da ist, weil man dadurch auch viel ruhiger handelt", erklärt Mit-Gründerin Nour Idelbi.

App alarmiert Notfall-Kontakte

Zwei Hände halten ein Handy.

Und so soll es funktionieren: Wer die App auf dem Handy installiert hat und unterwegs ist, kann mit anderen Nutzerinnen chatten, telefonieren oder einen Fake-Anruf durchführen. Dann wirkt es zumindest so, als sei die Frau nicht allein. Das könnte abschreckend wirken.

Außerdem kann die App die im Handy eingetragenen Notfall-Kontakte alarmieren, falls die Nutzerin von ihrer Route abweicht oder für den Weg länger als gewöhnlich braucht.

10.000 Euro Preisgeld für Safe Space

Die Schülerin vom Freiher-vom-Stein-Gymnasium in Münster hat mit ihrer App schon mehrere Jurys überzeugt. Im Juli 2022 räumte sie mit ihrem Team bei den "Startup Teens Awards" in der Kategorie "Services & Platforms" 10.000 Euro ab. Die gingen sofort in die Weiterentwicklung von "Safe Space", denn Nour Idelbi will die App weiterentwickeln, an der sie seit über zwei Jahren arbeitet.

Das soll – wie auch die Erfindung von "Safe Space" – neben der Schule passieren. Stundenlang habe sie an dem Projekt gearbeitet, teilweise auch Nächte durch. "In einer Nacht hatten wir nur zwei Stunden Schlaf, weil wir für fünf Uhr morgens ein Meeting angesetzt hatten. Das musste noch vor der Schule sein", erinnert sich Nour Idelbi.

Gründergarage in Münster unterstützt Entwicklung

Ein weiterer Lohn für das Engagement: Inzwischen hat sie einen Platz in der Gründergarage, einem Co-Working-Space der Hochschule Münster. Dort sitzt sie mit anderen Startups in einem Großraumbüro, außerdem bekommt sie Unterstützung von Gründungsberater Alexander Kelm.

Ein Mann in einem Büro.

Gründungsberater Alexander Kelm

Der ist von der Münsteraner Schülerin begeistert: "Wir haben unseren Schwerpunkt in der Gründergarage eigentlich bei studentischen Gründungen. Aber so eine begeisterte Schülerin musste ich sofort unterstützen."

Der Weg der 17-jährigen Gymnasiastin und ihrer App ist also noch nicht vorbei. Weitere Ideen hat sie ohnehin schon: "Wir haben uns gefragt: Warum nutzt man die App nicht auch in Situationen, in denen man sich unwohl fühlen könnte – also beispielsweise beim Dating oder wenn man ein Airbnb in einer fremden Stadt mietet?"

Die Ideen sind da – und mit ihrem Eifer lässt die Münsteranerin keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die auch umsetzen wird.

Über dieses Thema berichten wir am 07.03.2023 im WDR Fernsehen in der Lokalzeit Münsterland.

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