Fische vom Hitzetod bedroht

Lokalzeit Münsterland 02.08.2022 03:15 Min. Verfügbar bis 02.08.2023 WDR Von Andreas Lorek

Hitzetod für Fische in Gewässern?

Stand: 02.08.2022, 20:00 Uhr

Sommer-Hitze und Trockenheit bedrohen die Gewässer in ganz Nordrhein-Westfalen. Jetzt heizt sich das Wasser zusätzlich auf, die Pegel sinken. Schlechte Bedingungen für die Fische.

Von Andreas Lorek

"Die Fließgewässer sind in einem schlechtem Zustand", sagt Olaf Niepagenkemper vom Fischereiverband Westfalen und Lippe. In der Bever, im nördlichen Kreis Warendorf, war Fischsterben bislang unbekannt. Dann, vor fünf Wochen, trieben erstmals Schleien und Karpfen tot auf dem Wasser. Vergangene Woche schon wieder.

Auf hundert Metern Flusslänge 30 tote Fische

Die Bever ist nur 40 Kilometer lang. Aber sie ist typisch für die meisten Flüsse in Westfalen. Wie der Großteil der Flüsse wurde sie durchgehend begradigt, um Ackerflächen zu gewinnen. Kaum ein Baum wirft seinen Schatten auf den Fluss, das Wasser kann sich in der Sonneneinstrahlung ungehindert aufheizen. Ackerflächen reichen bis an die Flussufer. Bei starkem Regen werden Dünger und Gülle direkt ins Wasser gespült.

"Im Klimawandel nicht überlebensfähig"

Ein toter Fluss

Ein toter Fluss - Verschlammung und kaum Sauerstoff

Das sei menschengemacht und nicht mehr naturnah. Dr. Olaf Niepagenkemper vom Fischereiverband Westfalen-Lippe erklärt: "Solche Flüsse sind im Klimawandel nicht überlebensfähig. Sie können die steigenden Temperaturen nicht selbständig regulieren. An häufigeres Fischsterben werden wir uns gewöhnen müssen".

Auch das Umweltministerium NRW schlägt Alarm: "Ein Drittel der heimischen Fischarten ist in ihrem Bestand bedroht." Darunter Äsche, Lachs und Aal. Abhilfe kann nach Ansicht des Experten vom Fischereiverband nur eine konsequente Re-Naturierung schaffen. Aber da hängt NRW weit zurück.

EU fordert mehr Renaturierungen

Ein noch gesunder Fluss

Ein noch gesunder Fluss in naturnaher Umgebung

Durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie sind die Länder der Europäischen Union eigentlich verpflichtet, die Fließgewässer und Seen bis zum Jahr 2027 wieder in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Doch in NRW sind erst knapp 10 Prozent der Gewässer in einem solchen guten Zustand. Bei 90 Prozent ist die ökologische Verfassung kritisch.

Über dieses Thema berichten wir am 02.08.2022 im WDR Fernsehen in der Lokalzeit Münsterland um 19:30 Uhr und auf WDR 2 in der Lokalzeit.