Nach geplantem Anschlag in Essen: Wieder SEK-Einsatz bei einem Jugendlichen

Stand: 17.05.2022, 12:13 Uhr

Erneut hat die Polizei nach scharfen Waffen bei einem Essener Jugendlichen gesucht. Er wurde vorrübergehend festgenommen, befindet sich aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Ein Spezialeinsatzkommando hat am Montagabend (16.05.) die Wohnung des 18-Jährigen im Stadtteil Borbeck durchsucht. Dabei stellten die Beamten mehrere Waffen sicher. Zuvor hatte es Hinweise darauf gegeben, dass der junge Mann gegen das Waffengesetz verstoßen habe. Der Mann wurde kurzzeitig festgenommen, befindet sich laut Essener Polizei aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Möglicher Zusammenhang mit Don-Bosco-Gymnasium

Die Hinweise auf den jungen Mann hatten sich im Laufe der Ermittlungen gegen den Jugendlichen ergeben, der einen Anschlag auf das Don-Bosco-Gymnasium in Essen-Borbeck geplant haben soll. Die "Bild"-Zeitung hatte über den SEK-Einsatz am Montag zuerst berichtet.

Zwischen dem verdächtigen 16-Jährigen, der den Anschlag auf das Gymnasium geplant haben soll, und dem kurzzeitig festgenommenen jungen Mann hat es Chat-Kontakt gegeben. Das bestätigte die Essener Staatsanwaltschaft. Thema des Chats sollen Waffen gewesen sein. Der Verdacht einer Mittäterschaft bei den Anschlagsvorbereitungen bestehe aber nicht, betonte Staatsanwältin Anette Milk. Die bei dem Zugriff entdeckten vier Waffen seien zudem nicht scharf gewesen. Es handele sich um sogenannte "Anscheinswaffen". Nun werde noch geprüft, ob etwa eine Ordnungswidrigkeit vorliegen könnte.

Geplanter Anschlag auf das Gymnasium?

Den 16-Jährigen hatte die Polizei in der vergangenen Woche nach einem Zeugenhinweis festgenommen. Bei dem Jugendlichen war umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Inzwischen übernahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen.

Einsatzwagen der Polizei Essen steht vor dem Don-Bosco-Gymnasium, an dem es einen verhinderten Anschlag gegeben hat.

Polizei vor dem Don-Bosco-Gymnasium

Dies geschehe wegen der besonderen Bedeutung des Falls, hatte die Behörde am Montag mitgeteilt. Der Schüler stehe im Verdacht, einen rechtsextremistisch motivierten Terroranschlag an seiner Schule vorbereitet zu haben. Dabei sollten offenbar Lehrer sowie eine größere Anzahl von Schülern getötet werden.