Einsatzwagen der Polizei Essen steht vor dem Don-Bosco-Gymnasium, an dem es einen verhinderten Anschlag gegeben hat.

Bundesanwaltschaft übernimmt Fall an Essener Schule

Stand: 16.05.2022, 14:25 Uhr

Nach dem mutmaßlich vereitelten Bombenanschlag auf eine Essener Schule hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen gegen den verdächtigen Schüler übernommen.

Von Dirk Groß-Langenhoff

Als Grund gab die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die besondere Bedeutung der Tat an. Bei bestimmten Straftaten wie der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ist das Voraussetzung dafür, dass der Generalbundesanwalt Ermittlungen an sich ziehen kann.

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ARD-Terrorismus-Experte Holger Schmidt kann sich nicht erinnern, dass die Bundesanwaltschaft jemals einen Fall im Jugendstrafrecht an sich gezogen hat. "Nur bei Mitgliedern terroristischer Vereinigungen, zum Beispiel dem Islamischen Staat, habe ich das erlebt", sagt Holger Schmidt. "Der Bundesanwalt kann einen Fall aber an sich ziehen, wenn das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung berührt ist", so der Experte.

Der 16-Jährige steht im Verdacht, einen rechtsextremistisch motivierten Terroranschlag am Don-Bosco-Gymnasium in Essen-Borbeck vorbereitet zu haben. Der Jugendliche sitzt bereits aufgrund eines Haftbefehls der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft in Untersuchungshaft.

Die Polizei hatte am Donnerstagmorgen (12.05.) nach einem Zeugenhinweis die Wohnung seiner Familie gestürmt und ihn festgenommen. Die Ermittler waren auf rechtsextreme Schriften, Materialien zum Bombenbau, ein selbst gebautes Gewehr und Armbrüste mit Pfeilen gestoßen. Gleichzeitig gab es Hinweise auf psychische Probleme.

Über dieses Thema berichten wir auch in der Lokalzeit im WDR-Fernsehen am 16.05.2022 um 19:30.