Dortmunder Schüler wollten Lehrer töten

Dortmunder Schüler wollten Lehrer töten

  • Dortmunder Schüler planten Lehrer zu ermorden
  • Haupttäter versuchte Komplizen zu finden
  • Lehrer schöpfte Verdacht
  • Zwei Schüler haben Plan gestanden

Zwei Schüler einer Gesamtschule in Dortmund-Dorstfeld und ein Komplize sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dortmund versucht haben, einen Lehrer zu töten. Die zwischen 16 und 18 Jahre alten Beschuldigten sollen versucht haben den Lehrer in einen Hinterhalt zu locken, um ihn dort zu töten. Bekannt wurde der Fall bei einem Elternsprechtag. Die Schule informierte daraufhin am Montag (13.05.2019) die Polizei.

"Im Rahmen eines Elternsprechtags hat sich eine Mutter an den betreffenden Lehrer gewandt. Sie berichtete, dass sich ihr Sohn ihr offenbart hatte, dass es zu so einer Tat kommen sollte", sagte der Dortmunder Staatsanwalt Felix Giesenregen dem WDR.

Kreislaufkollaps vorgetäuscht

Der mutmaßliche Haupttäter soll sich von dem Lehrer ungerecht behandelt gefühlt haben. Er drohte sitzen zu bleiben. So soll der Plan entstanden sein, den Lehrer umzubringen.

Dafür sollen die drei Jugendlichen am vergangenen Donnerstag (09.05.2019) einen medizinischen Notfall vorgetäuscht haben. Demnach fingen zwei von ihnen den Lehrer an der Schule ab und erzählten ihm, dass ein Schüler auf dem Garagenhof einen Kreislaufkollaps habe.

Haupttäter versuchte Komplizen zu finden

Der Lehrer folgte den Schülern, verständigte dann aber einen Rettungswagen und kehrte auf die Hauptstraße zurück. "Der Lehrer hatte ein komisches Gefühl bei der Sache", sagte der Dortmunder Staatsanwalt Felix Giesenregen. Der Mann habe den Teenagern die ganze Zeit nicht den Rücken zugedreht.

Dieses Misstrauen hat dem Lehrer wohl das Leben gerettet. Die beiden 16 und 18-jährigen Hauptbeschuldigten waren beide erst seit dem vergangenen Jahr an der Gesamtschule und bisher unauffällig.

Nach dem gescheiterten Mordversuch, haben mehrere Schüler nun erzählt, dass der 16-Jährige offenbar schon Tage vor der geplanten Tat einen Hammer mit in die Schule gebracht und versucht hatte weitere Komplizen zu gewinnen

Zwei Jugendliche legten Geständnis ab

Zwei der Jugendlichen sollen gestanden haben, dass sie den Lehrer mit einem Hammer töten wollten. Was die drei davon abhielt, ihren Plan umzusetzen, sei unklar, sagte die Staatsanwaltschaft. Zwei hatten einen Hammer dabei. Auch bei dem dritten Jugendlichen wurde später ein solches Werkzeug gefunden.

Keiner der drei Tatverdächtigen war je bei der Polizei auffällig geworden. Sie wurden zunächst aus der Haft entlassen. Fluchtgefahr sieht die Staatsanwaltschaft nicht. Eine Anklage wegen versuchten Mordes sei wahrscheinlich.

Eine Konferenz aus Lehrern, Eltern und Schülervertretern soll nun darüber entscheiden, ob die beiden geständigen Jugendlichen von der Schule verwiesen werden. Die Schule bekommt nun psychologische Unterstützung.

Polizei sucht nach Zeugen für Hinterhalt

Die Polizei sucht nun nach einem Mann, der an dem Donnerstag (09.05.2019) an dem Lehrerparkplatz der Schule gegen 14 Uhr mit seinem Hund spazieren gegangen ist. Möglicherweise hat er etwas von dem Geschehen gesehen.

Stand: 15.05.2019, 13:46