Schon wieder Raubüberfälle unter Jugendlichen in Gelsenkirchen

Stand: 23.01.2023, 10:22 Uhr

Die Überfall-Serie auf Teenager geht weiter: Am Wochenende gab es zwei weitere Taten. Das Brisante: Dahinter steckt offenbar eine Bande von Jugendlichen, die der Polizei schon bekannt ist.

Am vergangenen Samstag verfolgten drei Jugendliche laut Polizei zwei Teenager. Die 13-Jährigen verließen demnach gerade eine Sporthalle, als sie von den Jugendlichen bedroht und aufgefordert wurden, Handys und Bargeld herauszugeben. Nach Zeugenaussagen sollen die Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sein, Mundschutz und Kappen getragen haben und nach dem Raub geflüchtet sein.

Zwei Tatorte am vergangenen Wochenende

Einen Tag vorher ähnliches Vorgehen, anderer Tatort: Am Busbahnhof in Gelsenkirchen-Buer gingen drei Jugendliche auf einen 14-Jährigen los, entrissen ihm seine Kopfhörer. Danach sollen sie in eine Straßenbahn gestiegen und geflohen sein. Das Opfer gab an, dass die Tatverdächtigen zwischen 15 und 18 Jahre alt waren.

Ermittlungskommission "König" gebildet

Die beiden Vorfälle reihen sich in eine Serie von Raubüberfällen von Jugendlichen in Gelsenkirchen ein. Deshalb hatte die Polizei im vergangenen Jahr die Ermittlungskommission König gebildet, benannt nach dem Heinrich-König Platz – dort gab es in der Vergangenheit besonders viele Vorfälle.

Seitdem wurden 99 Strafanzeigen gestellt, 176 Platzverweise erteilt, 30 Gefährderansprachen ausgesprochen und 26 Ordnungswidrigkeiten angezeigt.

Serie von Raubüberfällen

Die Polizei hat einen größeren Kreis von Tatverdächtigen ausgemacht und ermittelt auch mit zivilen Kräften, um Raubzüge von Jugendlichen aufzuklären und auch vorzubeugen. Ein Problem: Bei unter 14-jährigen Tatverdächtigen besteht keine Möglichkeit, strafrechtlich vorzugehen.

Auch ein Runder Tisch mit vielen Teilnehmern wurde ins Leben gerufen, um über mehr Sicherheit von Schulen und Jugendlichen zu informieren.

Harte Kante gegen Jugendkriminalität

03:53 Min. Verfügbar bis 18.08.2023

Über dieses Thema berichten wir heute um 19.30 Uhr in der Lokalzeit Ruhr im WDR-Fernsehen.