Einsatzkräfte auf Feldweg im Naturschutzgebiet

Getötete 17-Jährige aus Iserlohn: Ex-Freund dringend tatverdächtig

Stand: 27.06.2022, 17:45 Uhr

Bei der Leiche, die am Freitag in Hamm gefunden wurde, handelt es sich um eine vermisste 17-Jährige aus Iserlohn. Ihr ehemaliger Lebensgefährte soll sie getötet haben.

Wo genau das Mädchen umgebracht worden ist, ist noch unklar. Der Tatort sei noch nicht ermittelt, sagte Oberstaatsanwalt Carsten Dombert am Montag. Der tatverdächtige Ex-Freund habe bei der Polizei wie auch vor dem Haftrichter zu den Vorwürfen geschwiegen.

Tatverdächtiger in Untersuchungshaft

Der mutmaßliche Täter ist 26 Jahre alt und stammt aus Dortmund. Er wurde am Freitag von der Polizei festgenommen und steht unter dringendem Tatverdacht. Er soll die 17-Jährige getötet und ihren Leichnam danach angezündet haben. Er bleibt in Untersuchungshaft.

Spuren in einer Scheune entdeckt

"Verschiedene Indizien sprechen gegen ihn", sagte Carsten Dombert von der Staatsanwaltschaft Dortmund am Samstag dem WDR. Weiter heißt es, man habe Spuren in einer Scheune in Dortmund gefunden, die Verwandten des Beschuldigten gehört. Voraussichtlich handele es sich um Blut. Das Landeskriminalamt analysiert jetzt eine Bodenprobe.

Wenn ein so junges Mädchen auf so grausame Weise ums Leben komme, sei das immer tragisch und gehe auch an ihm nicht spurlos vorüber, so der Staatsanwalt.

Radfahrer entdeckte die brennende Leiche

Am Freitagmorgen hatte ein Radfahrer gegen 5.30 Uhr auf dem Weg zur Arbeit in Hamm die schreckliche Entdeckung gemacht. Neben dem asphaltierten Weg sah er einen leblosen Körper liegen und alarmierte die Polizei. "Die Leiche ist mit einem Brandbeschleuniger verbrannt worden", sagte Staatsanwalt Dombert. Für den Radfahrer sei der Fund ein ungeheurer Schock gewesen, da die Leiche noch gebrannt habe.

Frau schon länger vermisst

Die Obuktion hatte ergeben, dass es sich bei der Toten um die bis dahin vermisste 17-Jährige handelte. Sie starb demnach nicht an den Flammen, sondern bereits vier bis fünf Tage vor dem Fund der Leiche durch "massive Gewalt gegen den Hals".

Trauer und Entsetzen sind groß

Am Donnerstag soll es in Iserlohn ein stilles Gedenken geben. Auch Bürgermeister Michael Joithe ist tief betroffen.

Bürgermeister Michael Joithe zum Fall der getöteten 17-jährigen Frau

00:26 Min. Verfügbar bis 27.06.2023


Die Frau aus Iserlohn war vor zehn Tagen von einem Spaziergang mit ihrem Hund nicht zurückgekehrt. Zwei Tage später brachte der Verdächtige den Schäferhund zur Polizei. Er habe ihn 300 Meter vom Elternhaus gefunden. Der zuständige Staatsanwalt stuft das als unglaubwürdig ein. Die Polizei hatte mit Spürhunden und Hubschrauber nach der Vermissten gesucht - ohne Erfolg.

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00:47 Min. Verfügbar bis 27.06.2023