Innerhalb eines Tages: Rheinpegel in Köln sinkt um 7 Zentimeter

Stand: 14.08.2022, 12:44 Uhr

Noch liegt der Negativ-Rekord des niedrigsten Rheinpegels in 2018 - schon jetzt aber hat der Wasserstand Auswirkungen auf die Schifffahrt. Die aktuellen Werte aus Köln und Düsseldorf.

Der seit Tagen ungewöhnlich niedrige Stand des Rheinpegels hat wegen der anhaltenden Trockenheit auch am Sonntag wieder einen deutlichen Rückgang erfahren: Am Morgen lag der Pegelstand in Köln demnach bei nur noch 75 Zentimetern, wie aus einer aktuellen Übersicht des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Rhein hervorgeht. Das sind sieben Zentimeter weniger als am Samstagmorgen.

Rekord-Niedrigstände werden wohl noch nicht erreicht

In Düsseldorf sank der Pegelstand am Sonntagmorgen auf 37 Zentimeter und damit um sechs Zentimeter innerhalb von 24 Stunden. Immerhin: Die Fahrrinne in Höhe der beiden größten Städte Nordrhein-Westfalens hatte nach den bisher jüngsten Daten von Freitag noch eine Wassertiefe von knapp zwei Metern. Denn: Der Pegelstand zeigt nicht die tatsächliche Wassertiefe an, sondern die Differenz zwischen der Wasseroberfläche und dem sogenannten Pegelnullpunkt. Der wiederum liegt nicht am tiefsten Punkt der Flusssohle.

In Bildern: Trockenheit in Europa

In ganz Europa ist es heiß und trocken: Die Flusspegel sinken, Wiesen vertrocknen und die Landwirtschaft leidet. In mehreren Regionen Europas gibt es deshalb Einschränkungen beim Wassergebrauch und eine deutliche Besserung ist noch nicht in Sicht. Die Trockenheit in Bildern.

11.08.2022, Italien, Sermide: Das ausgetrocknete Flussbett des Po in Sermide

Italien: In Norditalien hat es seit Wochen nicht geregnet. Der Fluss Po ist deshalb an vielen Stellen ausgetrocknet und seinem Becken fehlen die sommerlichen Wasserreservoirs, wie hier in Sermide. (Bild vom 11.8.2022)

Italien: In Norditalien hat es seit Wochen nicht geregnet. Der Fluss Po ist deshalb an vielen Stellen ausgetrocknet und seinem Becken fehlen die sommerlichen Wasserreservoirs, wie hier in Sermide. (Bild vom 11.8.2022)

Italien: Auch dem Gardasee ist das fehlende Wasser deutlich anzusehen. (Foto vom 10.8.2022)

Frankreich: Der Fluss Tille im Burgund ist ausgetrocknet, sonst eine sehr grüne Gegend. Frankreich befindet sich bereits in der dritten Hitzewelle diesen Sommer. (Bild vom 9.8.2022)

NRW/Düsseldorf: Auch der Rheinpegel sinkt weiter und die Kiesbänke an den Ufern werden breiter, wie hier in Düsseldorf. (Bild vom 13.8.2022)

Rheinland-Pfalz/Bingen: Die Schiffe können auf dem Rhein noch fahren, aber die Frachter auf Deutschlands wichtigster Wasserstraße können immer weniger Ladung aufnehmen. Das führt zu Engpässen, z.B. bei der Kohle, die aufgrund der Energiekrise vermehrt zu den Kraftwerken transportiert werden muss.

Bodensee: Dieser Uferbereich in Langenargen in Baden-Württemberg ist sonst von Wasser bedeckt. (Bild vom 10.8.2022)

Großbritannien: Viel trockene, rissige Erde und wenig Wasser im Baitings Reservoir in Ripponden. In Großbritannien gilt noch bis zum 14.8. eine Hitzewarnung. (Bild vom 12.8.2022)

Ungarn: Die Boote in diesem Hafen am Velencer See liegen auf dem Trockenen. Der See ist auf dem niedrigsten jemals gemessenen Stand. (Bild vom 11.8.2022)

Spanien: Der Atazar-Stausee in der Region Madrid hält aktuelll deutlich weniger Wasser als sonst. (Bild vom 11.8.2022)

NRW/Wülfrath: Luftansicht eines ausgetrockneten Teichs in Wülfrath. (Bild vom 12.8.2022)

Brandenburg/Reckahn: Auch dieser Fischteich ist komplett ausgetrocknet. Normalerweise füllt der Fluss Plane die Fischteiche hier, doch auch der liegt trocken. (Bild vom 9.8.2022)

"Solange es nicht regnet, geht es weiter bergab", aber sagte ein Sprecher des Amtes am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Außergewöhnlich sei, dass niedrige Stände schon so früh im Jahr erreicht würden. Erst ab Mitte der neuen Woche sei eine leichte Entspannung zu erwarten.

Die Rekord-Niedrigstände vom Herbst 2018 werden an den großen NRW-Pegeln wohl noch nicht erreicht. In Köln hatte der niedrigste Pegelstand vom Oktober 2018 bei 69 Zentimetern und in Düsseldorf 23 Zentimeter gelegen. Aber auch ohne Negativrekorde bringt der niedrige Wasserstand des Rheins erhebliche Probleme mit sich - unter anderem für die Schifffahrt.

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