Zu sehen sind Menschen aus der Ukraine, die aufgrund des Angriffkrieges Russlands fliehen mussten. Sie stehen mit Gepäck vor einem Flüchtlingsheim.

Guten Morgen, NRW!

Stand: 08.06.2023, 08:52 Uhr

EU-Innenminister suchen Lösung im Asylstreit • Zug nach Tunnelbrand in Tirol evakuiert • Proteste rund um Rammstein-Konzert • Der Nachrichtenüberblick.

Zusammengestellt von Christian Wolf und Andreas Poulakos aus dem WDR-Newsroom.

Thema des Tages

EU-Innenminister suchen Lösung im Asylstreit: Auf europäischer Ebene soll heute ein neuer Versuch unternommen werden, eine große Reform des Asylsystems auf den Weg zu bringen. Dazu treffen sich die Innenministerinnen und -minister der Europäischen Union in Luxemburg. Die Entwürfe für Gesetzestexte sehen einen deutlich strikteren Umgang mit Migranten ohne Bleibeperspektive vor.

Es geht unter anderem um die Frage, ob Asylanträge schon an den EU-Außengrenzen vorgeprüft werden sollen. Zudem soll Solidarität mit besonders stark belasteten Ländern an den EU-Außengrenzen nicht mehr freiwillig, sondern verpflichtend sein. Länder, die wie Ungarn keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, würden dann zu Ausgleichszahlungen gezwungen.

Ob die Pläne durchgehen, ist noch unklar. Eine entscheidende Frage wird sein, wie sich Deutschland positioniert. Die Ampel-Regierung hatte auf Drängen der Grünen im Vorfeld gefordert, dass strenge Grenzverfahren nicht für Familien mit Kindern gelten sollen. Eine sehr große Mehrheit der anderen EU-Staaten lehnt das aber vehement ab. Sie sehen durch eine solche Regelung den Abschreckungscharakter gefährdet.

Vor einem Monat hatte sich im ARD-Deutschlandtrend eine große Mehrheit für Asylverfahren an den EU-Außengrenzen ausgesprochen. Zuletzt war die Zahl der Asylanträge erneut gestiegen. Damit ist das Thema wieder wichtiger geworden.

Mehr Schlagzeilen

Selenskyj fordert nach Dammbruch mehr Hilfe: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, die Menschen in den von Russland besetzten Gebieten im Stich zu lassen und ukrainische Hilfe zu verhindern. Außerdem unterstellte er in seiner täglichen Videoansprache internationalen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz Passivität. Der Präsident des Technischen Hilfswerks, Gerd Friedsam, hatte erklärt, die Ukraine hätte dem EU-Katastrophenschutzverfahren mitgeteilt, vor Ort würden genügend Hilfskräfte zur Verfügung stehen. Ein THW-Konvoi ist in Richtung des Kachowka-Staudamms unterwegs und soll Freitag oder Samstag eintreffen.

Zug nach Tunnelbrand in Tirol evakuiert: Aus einem Nachtzug mussten am Abend in einem Tunnel bei Innsbruck 151 Reisende in Sicherheit gebracht worden. Der Zug war auf dem Weg von Innsbruck über Bonn, Köln und Düsseldorf nach Amsterdam. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden 33 Menschen durch Rauchgas leicht verletzt. Nach ersten Ermittlungen war ein Kabel der Oberleitung auf einen Autowaggon gefallen. Anschließend hat mindestens ein Auto Feuer gefangen.

Proteste rund um Rammstein-Konzert: Vor einem vollen Münchner Olympiastadion hat Rammstein gestern Abend das erste Deutschland-Konzert ihrer aktuellen Europatournee gespielt. Auf die erhobenen Vorwürfe gegen Frontmann Till Lindemann ging die Band bei ihrem Auftritt nicht ein, verzichtete aber auf das Lied "Pussy", zu dem Lindemann sonst das Publikum seit Jahren mit einer Penis-Schaumkanone bespritzt. Mehrere Frauen erheben schwere Vorwürfe gegen den Sänger: Lindemann soll junge weibliche Fans systematisch sexuell ausgenutzt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Aufgrund der Vorwürfe hatten vor dem Konzert rund 60 Menschen gegen den Auftritt der Band protestiert und Besucher zum Boykott aufgefordert. Die Polizei musste einzelne aggressiv auftretende Fans von den Protestierenden fernhalten.

Operation von Papst Franziskus gut verlaufen: Der 86-jährige Papst Franziskus hat sich gestern einer Notoperation am Darm unterziehen müssen. Nach Angaben des Vatikans verlief der dreistündige Eingriff "ohne Komplikationen". Sein Arzt sagte: "Dem Heiligen Vater geht es gut." Er habe schon wieder Scherze gemacht.

Nachrichten aus NRW

Frau in Münster durch betrunkenen Fahrer schwer verletzt: In Münster ist eine 35 Jahre alte Fußgängerin schwer verletzt worden, weil ein Autofahrer gegen sie gerast war. Nach Polizeiangaben hatte der 64-Jährige am Abend in einem Parkhaus am Hauptbahnhof rückwärts ausgeparkt, mehrere Wände und Pfeiler gestreift und die Schranke des Parkhauses durchbrochen. Anschließend krachte er mit seinem Wagen in das Schaufenster einer Spielothek. Dabei erfasste der Mann die Passantin. Ein erster Alkoholtest ergab einen Wert von mehr als zwei Promille.

Ruhr Games beginnen in Duisburg: Mit einer Mischung aus Sport und Kultur macht das Festival Ruhr Games ab heute Programm für Zehntausende Jugendliche. Nach drei Jahren Corona-Pause wollen die Veranstalter bis Sonntag wieder das größte Sport- und Kulturfestival Europas auf die Beine stellen. In den Sport-Wettkämpfen treten 5.200 junge Athletinnen und Athleten in 18 Sportarten an, etwa bei der Europameisterschaft im Bouldern sowie bei den Deutschen Meisterschaften in Beachvolleyball, Sportakrobatik und Tischtennis. Der Eintritt zu allen Events im Duisburger Landschaftspark Nord ist frei.

Fronleichnamsprozession auf dem Rhein in Köln: Für die einen ist es ein weiterer Feiertag, doch Katholikinnen und Katholiken demonstrieren heute öffentlich ihren Glauben. Als sichtbares Zeichen wird eine reich verzierte Monstranz mit einer geweihten Hostie in feierlicher Prozession durch die Straßen getragen. In Köln gibt es sogar eine Schiffsprozession auf dem Rhein.

Wechsel von Bellingham nach Madrid perfekt: Borussia Dortmund muss einen sportlichen Verlust hinnehmen, aber kann sich aber immerhin über einen finanziellen Segen freuen. Denn der BVB verliert mit Jude Bellingham erneut einen Fußballstar. Nach monatelangem Transferpoker wechselt der 19-Jährige zu Real Madrid. Wie der Verein gestern bekannt gab, zahlt der spanische Klub 103 Millionen Euro für den englischen Nationalspieler. Dazu kommen mögliche Bonuszahlungen.

Das Wetter in NRW

Starkregen und Hagel möglich: Am Vormittag ist es oft sonnig, in Richtung OWL ist es wolkiger, aber Schauer sind selten. Am Nachmittag bilden sich bevorzugt von Südwestfalen bis zur Kölner Bucht Schauer und Gewitter die stellenweise mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen einhergehen können. Richtung Niederrhein und nördliches Westfalen sind Schauer oder Gewitter eher selten. Dazu gibt es 24 bis 27 Grad, 19 bis 23 Grad gibt es in den Hochlagen von Sauerland und Eifel.

Und übrigens ...

Korallenriff

Heute ist internationaler Tag des Meeres: Zum 15. Mal begehen die Vereinten Nationen heute den Internationalen Tag des Meeres. Seit 2009 wird dabei auf den Wert und die Bedrohung der Weltmeere aufmerksam gemacht. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto "Tides are changing". Die Meere sind Fachleuten zufolge immer noch der am wenigsten geschützte Naturbereich auf der Erde.

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