G7 in Münster: Zweiter Tag geht zu Ende

Stand: 04.11.2022, 18:45 Uhr

In Münster ist am Freitagabend das G7-Treffen der Außenminister und Außenministerinnen zu Ende gangenen. Zwei Tage lang hatten sie im historischen Friedenssaal getagt.

Bei der Abschluss-Pressekonferenz am frühen Abend bedankte sich Gastgeberin Annalena Baerbock bei der Stadt Münster und den Münsteranern für die vergangenen zwei Tage. Sie entschuldigte sich für die "Zumutungen der vergangenen Tage. Das habe ich morgens beim Joggen festgestellt, wie viele Straßen dann doch gesperrt waren", sagte die Bundesaußenministerin.

Klimanotstand, Russland und der Iran

Seit 9:30 Uhr hatten die Vertreter der G7-Staaten am Freitag diskutiert. Besondere Gäste beim Außenminstertreffen waren die Vertreter der Afrikanischen Union, von Ghana und Kenia. Sie durften sich in das goldende Buch der Stadt Münster eintragen.

Außerdem berieten die G7-Außenminister in Münster über die Demonstrationen im Iran, sowie die angeblichen Waffenlieferungen Teherans an Russland. Auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und mögliche Maßnahmen gegen die Klimakrise waren Thema.

G7 tagten ohne historisches Kreuz

Normalerweise hängt im Friedensaal des Historischen Rathauses in Münster ein Kreuz mit der Jesus-Figur. Das Ratskreuz hat die Stadt Münster aber für die Dauer des G7-Treffens aus dem Saal entfernt, auf Bitte des Auswärtigen Amts. Das hatte für Diskussionen gesorgt.

Ein Vorher und Nachher Bild von dem fehlenden Kreuz vor der Arbeitssitzung im Friedenssaal des Historischen Rathauses während des Treffens der G7

Für die Dauer von G7 fehlte das Ratskreuz im Friedenssaal.

Grund sei, dass Menschen mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund an dem Treffen teilnähmen, ließ das Auswärtige Amt verlauten. Außenministerin Baerbock bedauerte die Entscheidung ihres Amtes, von der sie, nach eigenen Angaben, nichts gewusst hatte: "Das Kreuz ist Teil der Geschichte dieses Ortes und hätte hier auch hingehört", sagte sie.

Demonstrationen für Frieden

Am Freitagnachmittag gab es mehrere kleinere Demonstrationen in Münster, unter anderem für die Menschen in Tibet und im Iran. Besonders emotional war eine Demonstration von rund 250 Geflüchteten aus der Ukraine, die gemeinsam ihre Nationalhymne sangen.

Menschen, die in einer langen Reihe stehen und blau-gelbe Flaggen halten

Rund 250 geflüchtete Ukrainer appellieren in Münster an die G7.

Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf zeigte sich zufrieden mit den zwei G7-Tagen: "Unsere Einsatzkräfte haben einen guten Beitrag für ein friedliches Miteinander geleistet: präsent, hilfsbereit, freundlich und konsequent."

Leere Kassen für Einzelhändler

Das Nachsehen hatten die Gastronomen und Einzelhändler, deren Läden nahe am Prinzipalmarkt liegen. Viele hatten ihre Geschäfte freiwillig geschlossen. Andere klagten über Flaute in den Kassen. Insgesamt sahen die Münsteraner den Ausnahmezustand vor der eigenen Haustür aber gelassen.

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