Medikamente und ein Fiberthermometer liegen auf einem Nachttisch

Corona plus Grippe: Wie gefährlich wird die "Twindemie"?

Stand: 12.10.2022, 11:31 Uhr

Die Coronazahlen steigen und auch die Grippe grassiert wieder. Müssen wir im Herbst mit einer "Twindemie" rechnen, also einer Doppelwelle aus Corona und Influenza? Wie kann ich mich schützen und was tun die Hausärzte?

Oktoberfest, volle Stadien und Konzerthallen - das Leben ist zurück. Nur hat sich das Coronavirus leider nicht durch die Hintertür verabschiedet. Im Gegenteil: Die Ansteckungszahlen sind hoch - die Herbstwelle, die wir auch in den vergangenen Jahren erlebt haben, hat begonnen.

Anders als in den Vorjahren gibt es jedoch deutlich weniger Corona-Maßnahmen. Durch weniger Masken, Abstand und Isolation ist allerdings auch die Influenza zurückgekehrt: Die herbstliche Grippewelle. Und zwar mit Macht. Laut Robert Koch-Institut (RKI) liegt die Zahl der Atemwegserkrankungen aktuell "deutlich über den Werten der Vorsaisons" Auch die Zahl der Arztbesuche liege über dem Niveau der Vorjahre. Die Corona-Maßnahmen der vergangenen beiden Jahre haben also auch die Grippe in Schach gehalten.

Forscherin Priesemann "relativ optimistisch"

Nun droht also der erste Winter mit einer Doppelwelle: Hohe Coronazahlen bei gleichzeitig grassierender Grippe. Die Göttinger Forscherin Viola Priesemann ist dennoch "relativ optimistisch", dass das Gesundheitssystem diese Art der Doppelwelle bewältigen kann.

Denn große Bevölkerungsteile sind geimpft oder durch eine Erkrankung immunisiert. "Deshalb gehen wir von einem relativ guten Schutz gegen einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion mit den aktuell in Deutschland verbreiteten Varianten aus", sagte Alexander Kuhlmann von der Universitätsmedizin Halle, dem MDR.

Hausärzte registrieren hohes Patientenaufkommen

Die Pandemielage hat sich also verändert im Vergleich zu den Vorjahren. Sieht es für die Kliniken derzeit noch relativ entspannt aus, so registrieren die Hausärzte bereits ein "deutlich erhöhtes Patientenaufkommen", wie es Monika Baaken, Pressesprecherin des Hausärzteverbandes Nordrhein, im Gespräch mit dem WDR formuliert.

"Die Zahl der Erkrankungen ist jetzt schon deutlich höher", sagt sie. Viele Menschen wüssten nicht, ob sie Corona haben oder eine klassische Erkältung und suchten deshalb ihren Hausarzt auf. Baaken appelliert an die Menschen, immer erst in der Praxis anzurufen. Schließlich könne man sich auch im Wartezimmer infizieren.

"Was man zwei Jahre für seinen persönlichen Schutz getan hat, sollte man aufrecht erhalten." Monika Baaken vom Hausärzteverband Nordrhein

Die Eigenverantwortung bleibe im kommenden Winter sehr wichtig. Auch ohne staatlich organisierte Corona-Schutzmaßnahmen könne sich jeder selbst schützen. Durch Masken und durch reduzierte Kontakte, so Baaken.

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